Rechenschieber: von 3,4 % auf 0,29 % (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 15.03.2008, 16:30 (vor 5941 Tagen) @ wuff

Die britische Bioelectromagnetics-Forscherin Elaine Fox will eine ganze Menge "ES" gefunden haben, aus http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_07/W.K._IV/W.K._iv.html :

Guter Einwand!

18 % von 19% sind immerhin 3,4 % von der angefragten Grundgesamtheit, welche die Mindestzahl an ES darstellen, selbst wenn unter den Nicht-Antwortenden keine ES waren.


Die 3,4 % (700 Personen von 20'000) sind nicht das Minimum, sondern das Maximum. Maximum im Sinne von gesamte Bandbreite von Bagatell-ES bis Extrem-ES. Das ist auch logisch, denn es war ja erklärtes Ziel des Fragebogens, schwer unter ES Leidende aus der "Masse" der ES herauszufinden. Originaltext aus dem Abstract: The two key results of this study were the development of a scale that provides an index of the type and intensity of symptoms commonly experienced by people believing themselves to be EHS and a screening tool that researchers can use to pre-select the most sensitive individuals to take part in their research.

Von den 700 ES sind dann noch 58 bei Fox im Labor angekommen als "the most sensitive individuals", also diejenigen, die man wohl als schwer elektrosensibel bezeichen darf, jedoch noch nicht als Extrem-ES, denn diese würden einen Provokationsversuch, wie bei Fox, nicht mitmachen. Diese 58 Verbliebenen sind von der Grundgesamtheit (20'000) freilich nur noch 0,29 %. Und dies wiederum ist eine Größenordnung, die insofern eher hinkommen dürfte, indem ES, die nur unter leichten Befindlichkeitsstörungen leiden (die auch ein Glas Starkbier auslösen könnte), in dieser Zahl nicht mehr drinstecken. Auch die 0,29 % sind freilich, das darf nicht übersehen werden, nach eigener Aussage, also subjektiv, schwer ES.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass meine Betrachtungsweise der Weisheit letzter Schluss ist, aber es scheint mir schon sehr wichtig zu sein, nicht nur ES als solche zu definieren, sondern auch den Grad an ES in sinnvoller Weise in Betrachtungen einfließen zu lassen.

Übrigens: Der [link=javascript:openpopup_7458('http://www.mrw.interscience.wiley.com/suppmat/0197-8462/suppmat/2006/jws-bem.20279.pdf')]Fragebogen[/link], der der Fox-Studie vorgeschaltet war, zeigt auf der ersten Seite ja etliche Resultate, wie stark welche Einflussgröße von den Teilnehmern gewertet wurde. Basisstationen sind dort zu finden, ausgerechnet Mobiltelefone fehlen dort jedoch. Seite 4 des Fragebogens macht jedoch unter Punkt 62 deutlich, dass Handys sehr wohl ebenfalls abgefragt wurden. Haben Sie eine Erklärung, warum die (wichtigen) Ergebnisse für Handys auf Seite 1 fehlen und stattdessen eher unwichtiges wie Reinigungsmittel/Seifen aufgelistet werden?

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Anzahl EHS, Fox, Meldestelle, Bilanz


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