Neuer regionaler Ärzteappell warnt vor EMF (Allgemein)

KlaKla, Montag, 17.09.2007, 12:47 (vor 5197 Tagen) @ charles

Erst mal sehen was hier die Kritiker der Mobilfunk-Kritiker zu sagen haben.

Ärzteappell ist mMn. nicht ganz zutreffend, da mehr als 1/3 der Unterzeichner der Titel Dr. med. fehlt.
Es wirkt dick aufgetragen was in der Szene durchaus üblich ist.

Nicht klar ist, wer von den angegebenen Dr. med. tatsächlich noch im Berufsleben steht.
Beispiel: Frau Dr. med. C. Waldmann-Selsam praktiziert gar nicht.
Unterzeichnen die Ärzte wirklich weil sie ähnliche Erfahrungen machen in ihren Arbeitsumfeld?

"Prof. Dr. med. Eckel forderte schon im Jahr 2000 als Vorsitzender des Ausschusses Umwelt und Gesundheit der Bundesärztekammer: "Wir müssen die Grenzwerte unserem jüngsten Kenntnisstand anpassen." 19 unabhängige Wissenschaftler aus 13 Ländern hatten sich 1999 auf dem Salzburger Symposium dafür ausgesprochen, die in Deutschland und der EU geltenden Grenzwerte auf einen Bruchteil zu reduzieren ("Salzburger Vorsorgewert"). Prof. Eckel: "Die Bundesärztekammer hat sich dieser in Salzburg gefassten Resolution angeschlossen."

Seit 2000 sind viele neue Erkenntnisse durch unterschiedliche Studien gewonnen. Ob Prof. Dr. med. Eckel heute noch zu dem steht, was er 2000 gefordert hat, ist somit fraglich. Warum gibt es keine aktuelle Aussage von Prof. Dr. Eckel?

19 unabhängige Wissenschaftler aus 13 Ländern hatten sich 1999 auf dem Salzburger Symposium dafür ausgesprochen, die in Deutschland und der EU geltenden Grenzwerte auf einen Bruchteil zu reduzieren ("Salzburger Vorsorgewert").

Man suggeriert dem Leser, dass der Salzburger Vorsorgewert von Bedeutung ist/war. Dabei wurde er nie gesetzlich verankert. Wie anerkannt sind die Wissenschaftler, die den Salzburger Vorsorgewert auserkoren haben, dieser sich aber nie realisieren ließ?

Interessant sind die unterschiedlichen Berufsgruppen* die sich mit dem Thema berufsbedingt auseinander setzen. So stellt es sich mir dar.

* Urologen, Orthopädie, Sportmedizin, Frauenarzt, Augenarzt, Anästhesiologie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Chirurgie, Unfallchirurgie, Betriebsmedizin, HNO-Arzt, Zahnärzte
Tierärzte, Apotheker, Hebamme, Masseur.

Mich würde z.B. interessieren, wie ein Orthopäde oder eine Hebamme zu dem Schluss kommt, Mobilfunkstrahlung ist der Auslöser für Erkrankung aus ihrem Berufsfeld und welche Erkrankungen führen sie an?

"Uns geht es nicht darum, die neue Technologie abzulehnen, sondern um eine Reduzierung der Mobilfunkfelder auf das notwendige Minimum. Wir Ärzte fühlen uns verpflichtet, die Bevölkerung über die gesundheitlichen Risiken aufzuklären."

Diese Aussage, finde ich heute sehr vermessen.
Dr. Markus Kerns Ehefrau ist selbst ES erkrankt. Aufklärung von Betroffenen unterstellt man in der Regel den Hang zum Tendenziösem. Weis man, dass von Seiten einiger vieler Mobilfunkkritiker und/oder Betroffenen diese Aussage von G. Ziegelberger BfS oder diese Information einfach ignoriert wird, erkennt man die Richtung. Den Vorwurf der tendenziösen Aufklärung müssen sich beide Seiten gefallen lassen. Bezeichnend finde ich, es gibt keine öffentliche Stellungnahme von Dr. M. Kern , Dr. Ch. Aschermann oder Dr. A. Leute zu der Aussage von G. Ziegelberger oder dieser Untersuchung zur Blut-Hirn-Schranke.

Aber folgende Aussage im Anschreiben zum Appell: Es gibt viele unabhängige Studien, welche die biologische Wirkung von Mobilfunkfeldern belegen (u.a. Öffnung der Blut-Hirnschranke, Störung des Immunsystems, Gentoxizität: DNA-Doppel­strang­brüche).

Interessant wäre eine öffentliche Diskussion bzgl. Blut-Hirn-Schranke zwischen Pro und Contra Mediziner.

Zu den Forderungen
1. Kein weiterer Ausbau von Mobilfunktechnologie, denn es handelt sich um unfreiwillig eingegangene Risiken mit dauerhaften Belastungen

Derartige Einschränkungen auf Grund von Vermutungen, nicht realistisch.

2. Massive Reduzierung der Grenzwerte und Funkbelastungen

Der Grenzwert soll gesenkt werden ok. Aber auf welches Maß?

3. Aufklärung der Bevölkerung über Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Felder

Aufklärung findet doch statt.

4. Nutzungseinschränkungen von Handys sowie Verbot von schnurlosen Telefonen nach dem DECT-Standard in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln analog dem Rauchverbot

Nutzungseinschränkung auf Grund von Vermutungen, nicht realistisch.

5. Förderung von alternativen gesundheits- und umweltverträglichen Kommunikations- Technologien

Ok, nur wohin soll die Reise gehen?

Kommentar: Frau Dr. C. Aschermann war auf einem Fachgespräch beim BfS, wo einige ihrer hier aufgeführten Forderungen besprochen wurden. Warum führt Sie erneut diese schon diskutierten Forderungen an ohne Verbesserung? Das Protokoll des Fachgespräches sollten man lesen, bevor man den Appell unterschreibt. Es wäre schön, wenn die Kritik dazu beitragen würde, dass die Forderungen und manche Aussagen von Mobilfunkkritikern verbessert werden.


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Tags:
Interessenkonflikt, Täuschung, Appell, Befangen, Eckel, Zahnarzt, Mediziner, HNO-Arzt, Hebamme, Orthopäde


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