Anmerkungen zu den Forderungen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 17.09.2007, 02:04 (vor 5616 Tagen) @ Gast

Ein paar Anmerkungen zu den Forderungen, die ein bisschen danach ausschauen, als ob sie am grünen Tisch ersonnen wurden. Dabei hätte es gratis ein paar knackige Alternativen gegeben.

1. Kein weiterer Ausbau der Mobilfunktechnologie

Erfolgsaussichten = 0. Gemeint ist wohl die Mobilfunktechnik, denn Technologie ist das Wissen um Technik, und wenn dieses nicht weiter ausgebaut wird, können wir in Deutschland als Exportnation sowieso einpacken. Die Forderung ist diffus, weil nicht klar wird, was gemeint ist, z.B. keine 4G-Technik (auch wenn sie gesundheitlich unbedenklicher wäre) oder keine Verdichtung vorhandener Mobilfunknetze der Generationen 2, 2,5 und 3?

2. Massive Reduzierung der Grenzwerte und Funkbelastungen

Da haben sie sich elegant um ein uraltes Steitthema herumgedrückt: Wieviel ist denn massiv?

3. Aufklärung der Bevölkerung über die Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Felder

Gab's dazu nicht mal eine Petition? Ich wüsste jetzt auf Anhieb aber nicht zu sagen, was zu der ohnehin schon vorhandenen Unmenge an Information noch hinzukommen sollte, um Aufklärung zu betreiben, es wird doch schon ziemlich viel gemacht. Außerdem hätte der Forderung das Wörtchen "unabhängige" (Aufklärung) gut getan, denn so kann das IZMF z.B. seine bunten Schulbroschüren geltend machen.

4. Nutzungseinschränkungen von Handys, sowie Verbot von schnurlosen Telefonen nach dem DECT Standard in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, öffentlichen Gebäuden und Verkehrmitteln

Erfolgsaussichten = 0. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass DECT im Seniorenstift mit seinen vielen gehbehinderten Bewohnern ein wahrer Segen ist. Aber einem DECT-Verbot in öffentlichen Verkehrsmitteln kann jede Behörde sofort zustimmen, weil es dort nämlich gar kein DECT gibt (solche Fehler hätte in einem Korrekturlauf ausgemerzt gehört, so fragt man sich, was unterschreiben Ärzte nur für einen technischen Unfug). Diese Forderung scheint mit der heißen Nadel gestrickt worden zu sein. Schade.

5. Förderung von alternativen gesundheits- und umweltverträglichen Kommunikationstechnologien

Kommunikationstechniken, bitte! Ja, unter der Voraussetzung, dass klar definierbar ist, was gesundheits- und umweltverträglich ist, ist diese Forderung akzeptabel - und doch auch wieder nicht, weil ein kommendes Mobilfunksystem z.B. nur ohne gepulste HF-Signale auskommen muss, um dieser diffusen Forderung zu genügen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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