SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht... (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 15.01.2020, 21:39 (vor 484 Tagen)

2019 wurden ein wissenschaftlicher Kollege und ich von der SPD-Fraktion zu einem Gespräch im Oktober nach Berlin in den Bundestag eingeladen, um über 5G und Mobilfunk zu informieren / diskutieren. Um nicht einseitig zu sein, lud man auch Isabel Wilke ein, eine Kritikerin des Mobilfunks. Sie hat allerdings kurzfristig abgesagt.

Mich erinnert das an ähnliche Begebenheiten, zum Beispiel mit dem Herrn Gutbier. Wenn ausgewiesene Fachleute mit Kritikern Tacheles reden sollen / wollen, erscheinen letztere oft nicht. Woran liegt das wohl?

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht...

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.01.2020, 01:17 (vor 484 Tagen) @ Alexander Lerchl

Mich erinnert das an ähnliche Begebenheiten, zum Beispiel mit dem Herrn Gutbier. Wenn ausgewiesene Fachleute mit Kritikern Tacheles reden sollen / wollen, erscheinen letztere oft nicht. Woran liegt das wohl?

Wenn das Kompetenzgefälle steil ist, gerät man leicht ins Rutschen und dann geht's ohne Halten steil bergab. Das wissen die Mädels und auch die Jungs der Szene nur zu gut. Es gibt mMn für die aber noch mindestens zwei weitere Gründe, solchen prekären Situationen aus dem Weg zu gehen, dafür isses mir jetzt aber zu spät.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht...

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.01.2020, 13:33 (vor 483 Tagen) @ H. Lamarr

Mich erinnert das an ähnliche Begebenheiten, zum Beispiel mit dem Herrn Gutbier. Wenn ausgewiesene Fachleute mit Kritikern Tacheles reden sollen / wollen, erscheinen letztere oft nicht. Woran liegt das wohl?

Wenn das Kompetenzgefälle steil ist, gerät man leicht ins Rutschen und dann geht's ohne Halten steil bergab. Das wissen die Mädels und auch die Jungs der Szene nur zu gut. Es gibt mMn für die aber noch mindestens zwei weitere Gründe, solchen prekären Situationen aus dem Weg zu gehen, dafür isses mir jetzt aber zu spät.

Das Kompetenzgefälle ist aus meiner Sicht der Hauptgrund, um ausgewiesenen Fachleuten systematisch aus dem Weg zu gehen. Wer blamiert sich schon gerne vor Publikum. Dies erklärt auch, warum Vereine wie die sogenannte Kompetenzinitiative und Diagnose-Funk am liebsten von eigenen Kanzeln aus predigen (eigene Websites) jedoch keinerlei Online-Rückmeldungen zulassen (Kommentare, Diskussionsforum). Dies schützt vor kompetentem Widerspruch, der unqualifizierte Alarmmeldungen der Vereine auf deren eigenem Hoheitsgebiet entwerten könnte.

Zweiter Beweggrund fürs Kneifen: Referenten der Mobilfunkgegner können nahezu ausnahmslos davon ausgehen, bei ihren Auftritten vor Publikum ein Heimspiel zu haben. Dafür sorgen in aller Regel schon die vor Ort aktiven Helfer, die über Netzwerke die richtigen Gesinnungsgenossen mobilisieren. Auch völlig unqualifizierte Anti-Mobilfunk-Referenten können sich so Beifallsbekundungen des Publikums sicher sein, wogegen Argumentationsgegner mit deutlichen Missfallensbekundungen rechnen müssen. Weicht dieses wohlig warme Bad in einer Menge aufgebrachter Wutbürger der kalten Dusche einer nüchternen Sachstandsbefragung durch Politiker, sehen sich Anti-Mobilfunk-Referenten allein auf weiter Flur und geraten womöglich in Schnappatmung.

Dritter Beweggrund fürs Kneifen: Referenten der Mobilfunkgegner wissen, dass sie nur bei Laien punkten können. Sie treten deshalb nahezu ausnahmslos vor Laienpublikum auf. Ein Auftritt ohne Publikum (SPD-Veranstaltung) oder noch viel schlimmer – vor Fachpublikum, ist für einen Referenten aus der Szene daher unattraktiv bis angsteinflößend.

Vierter Beweggrund fürs Kneifen: Frau Wilke wäre eine Frau gegen zwei Männer gewesen. Geht gar nicht! Denn üblicherweise sind Anti-Mobilfunk-Referenten in der Überzahl oder schlimmstenfalls gleich stark vertreten wie ihre Widersacher, wobei dann das Publikum gewöhnlich "wie ein Mann" hinter ihnen steht und so faktisch doch wieder die Überzahl gewährleistet. Öffentliche Minderheitenauftritte von Mobilfunkgegnern sind mir nicht in Erinnerung.

Fazit: Frau Wilke befand sich in einer prekären Situation, in der es für sie nur den Ausweg gab, ihre Teilnahme an der Veranstaltung abzusagen. An ihrer Stelle hätte ich ebenso gehandelt. Sie hätte vor der SPD ohne Laienpublikum im Rücken in einem Auswärtsspiel auftreten müssen und sie wäre dort als einzige Frau auf zwei Männer als Kontrahenten gestoßen, die ihr auch fachlich weit überlegen gewesen wären. Unter diesen Umständen hatte Wilke gar keine andere Wahl, als den Termin zu schwänzen, sie hätte dort aller Voraussicht nach unter großem Stress einen denkbar schlechten Eindruck hinterlassen. Gleiches sehe ich, wären statt Frau Wilke die Herrn Hensinger oder Gutbier eingeladen gewesen.

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Tags:
Kneifen, Diagnose-Funk, Kompetenzgefälle, Wilke, Hybris

SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht...

KlaKla, Donnerstag, 16.01.2020, 07:01 (vor 484 Tagen) @ Alexander Lerchl

2019 wurden ein wissenschaftlicher Kollege und ich von der SPD-Fraktion zu einem Gespräch im Oktober nach Berlin in den Bundestag eingeladen, um über 5G und Mobilfunk zu informieren / diskutieren. Um nicht einseitig zu sein, lud man auch Isabel Wilke ein, eine Kritikerin des Mobilfunks. Sie hat allerdings kurzfristig abgesagt.

Mich erinnert das an ähnliche Begebenheiten, zum Beispiel mit dem Herrn Gutbier. Wenn ausgewiesene Fachleute mit Kritikern Tacheles reden sollen / wollen, erscheinen letztere oft nicht. Woran liegt das wohl?

Ihr Interesse liegt beim Profit, nicht beim Aufklären. Sie ziehen Laienpublikum vor, da kommt wenig bis gar keine Kritik. Sie sind auf der Suche nach Hannemann und teilweise auch erfolgreich dabei. Siehe Kühling und Meßmer in 5G-Anhörung oder das hier. Um Erfolg zu haben, verkauften sie sich und kooperieren.


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H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.01.2020, 12:31 (vor 483 Tagen) @ KlaKla

Ihr Interesse liegt beim Profit, nicht beim Aufklären.

Das passt mMn nicht auf Frau Wilke. Sie ist nicht auf "Profit" aus, sondern macht gewohnheitsmäßig im Ruhestand einfach dort weiter, wo sie zuletzt (beim Elektrosmog-Report) aufgehört hat: Sie hält in der Mobilfunk-Studienlandschaft nach Alarmstudien Ausschau und bespricht diese für Leute, die diese Munition gebrauchen können. Früher tat sie das für den Elektrosmog-Report im Auftrag von Thomas Dersee, jetzt tut sie es für Diagnose-Funk. Da Diagnose-Funk mal um Spenden bettelte, weil die Studienbesprechungen dem Verein Geld kosten, gehe ich davon aus, Wilke bessert sich mit dem Job ihre Rente ohne große Mühe ein wenig auf. Mit Profitstreben hat das aber wenig zu tun, sie erledigt regelmäßig eine ihr zugewiesene Arbeit und stellt dem Verein die erbrachte Leistung mutmaßlich in Rechnung. Da Diagnose-Funk die Kompetenzen fehlen, den Job intern zu erledigen, ist die Fremdvergabe an Frau Wilke zwangsläufig.

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