Zensur bei Netzfrauen: Abweichende Meinung unerwünscht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 10.07.2015, 19:58 (vor 1610 Tagen)

Wir sind Mütter und Großmütter,
wir sind Frauen und Ehefrauen,
wir haben vieles gemeinsam,
wir machen uns Sorgen um die Zukunft,
die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder,
die Zukunft nachfolgender Generationen.

So sehen sich die sogenannten Netzfrauen.

Netzfrauen verweisen auf EMF-Appell von Martin Blank

Im Regal mit den Zukunftsängsten der Netzfrauen findet sich in einer dunklen Ecke auch ein kleines Fach mit der Aufschrift "Elektrosmog". Zuletzt hat eine Netzfrau dort am 29. Juni etwas hinein gelegt: Mobilfunk: gesundheitliche Risiken – Non-ionizing radiation: health crisis. Da der Titel der Meldung nicht viel aussagt: Es geht ums Preisen des EMF-Appells von Martin Blank.

Derweil die Meldung nicht investigativ ist und der Appell hier im Forum eher übel aufgestoßen ist, dachte ich, schreibste den Netzfrauen doch einen Kommentar, der die Amazonen zum Thema "Verlautbarungsjournalismus" ein wenig nachdenklicher stimmt. Ich vergewisserte mich, dass auch Männer geduldet werden, und haute am 30. Juni um 13:26 Uhr den Kommentar raus. Die Netzfrauen quittierten mit "Dein Kommentar befindet sich in Moderation" – und alles war gut.

Am 2. Juli aber dümpelte mein Kommentar noch immer in der Moderation herum. Also fragte ich nach, ob etwas nicht in Ordnung sei. "Doro", so nennt sich die Gründerin der Netzfrauen, entschuldigte sich noch am selben Tag. Die Netzfrauen seien ein kleines Team, hätten viel zu tun, die Beiträge seien gerade erst freigegeben worden.

Artig bedankte ich mich für die Freigabe, der Kommentar war zwar noch immer nicht zu sehen, aber das wird schon noch werden. Dachte ich. Doch es sollte anders kommen. Der Kommentar wurde nicht freigeschaltet. Zweimal noch fragte ich nach, ob ich mit irgendetwas angeeckt sei, doch "Doro" reagierte nicht mehr auf meine Mails. Inzwischen sind zehn Tage verstrichen, ich muss also davon ausgehen: Das wird nix mehr.

Warum ich diese Zensur anprangere

Diese Zensur kam für mich unerwartet, denn von außen betrachtet machen die Netzfrauen keinen so schlechten Eindruck. Allem Anschein nach regiert aber auch bei den sorgenvollen Frauen eine Geisteshaltung, wie sie z.B. in der Anti-Mobilfunk-Szene usus ist: Was nicht in den Kram passt, wird unterdrückt. Eine mMn verwerflich Praxis, denn es wird durch Anbieten der Kommentarfunktion Interesse an Meinungsvielfalt vorgetäuscht, dann aber nur das frei geschaltet, was ideologisch passt. Aus dieser Manipulation resultiert bei solchen Webauftritten vermeintlicher Gutmenschen ein Zerrbild der öffentlichen Meinung, das vom Besucher solcher Seiten jedoch nicht als Zerrbild erkannt werden kann. Aus meiner Sicht ein ganz schön infames Spiel, das nur der erkennen kann, der unbequeme Kommentare schreibt. Womit ich beim Fazit des Postings angekommen bin: Wer wissen will, ob eine Website sauber ist oder nicht, kann aus der Not eine Tugend machen und gezielt einen der Site unbequemen "Testkommentar" abgeben, so möglich. An ihrer Reaktion könnt ihr sie erkennen.

Damit mir jetzt nicht unterstellt werden kann, die Netzfrauen in meinem Kommentar womöglich schräg angemacht zu haben, nachfolgend der Kommentartext, den die Netzfrauen unter keinen Umständen haben wollten:

Ursula schreibt: „Fast 200 Wissenschaftler haben 2.000 gegengecheckte Veröffentlichungen auf gesundheitliche und biologische Effekte von nichtionisierender Strahlung, die Bestandteil des elektromagnetischen Feldspektrums ist, untersucht.“

Spatenpauli meint: Fast 500 Baubiologen freuen sich über Ursulas Meldung. Denn je mehr Ängste gegenüber Elektrosmog geschürt werden, desto besser fürs Geschäft.

Ist es denn wirklich so dramatisch, wenn 200 angebliche Wissenschaftler Alarm schlagen? Was ist mit den hunderttausenden anderen Wissenschaftler, die nicht Alarm schlagen?

Weltweit gibt es gut qualifizierte Expertenkommissionen, die unabhängig voneinander das „Risiko Elektrosmog“ fast im Jahrestakt neu bewerten, bislang stets mit demselben Ergebnis: Kein Grund zur Sorge. Warum sollte man diesen Experten nicht trauen, sondern den 200 Mahnern um Martin Blank, der übrigens Rentner ist? Vielleicht deshalb, weil unter den Mahnern neben diversen Scharlatanen auch ein Ex-Tabaklobbyist (Franz Adlkofer) anzutreffen ist. Na und? Es ist gut dokumentierte Strategie der Tabakindustrie, vermeintliche Risiken künstlich hoch zu spielen, um von den Risiken der eigenen Produkte abzulenken. Zweifel säen, das genügt schon. Nicht wenige Hinweise deuten darauf hin, dass dieser üble Trick auch mit elektromagnetischen Feldern (EMF) praktiziert wird.

Beißen Sie nicht in alles, was Ihnen mundgerecht serviert wird. Prüfen Sie Sachverhalte kritisch und kompetent, bevor Sie sich eine Meinung aneignen. Kompetent heißt: Glauben Sie nicht erstbesten Quellen, auch mir nicht, sondern suchen Sie nach belastbaren neutralen Quellen, die keine versteckten kommerziellen Interessen verfolgen. Im Allgemeinen bieten Webseiten von Ämtern und Behörden diese Sicherheit, konkret im aktuellen Fall z.B. das Bundesamt für Strahlenschutz. Keine Hilfe sind die Webseiten von Laien und Anti-Mobilfunk-Vereinen, dort wird ausnahmslos Alarm geschlagen, was ja auch sehr einfach ist, wenn man auf einem Auge total blind ist, von der Materie fachlich wenig versteht und Verschwörungsphantasien als Tatsachen ausgibt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Psiram, Fairness, Esoterik, Desinformation, Zerrbild, Zensur, BfS, Blank, Gutmensch, Verlautbarungsjournalismus, Ablenkungsforschung, Ex-Tabaklobbyist, Netzfrauen, Infam, Linkschleuder, gestrichen, Parawissenschaf, Laienorganisationt

Zensur bei Netzfrauen: Wenn ich das gewusst hätte ...

H. Lamarr @, München, Samstag, 11.07.2015, 11:19 (vor 1609 Tagen) @ H. Lamarr

Diese Zensur kam für mich unerwartet, denn von außen betrachtet machen die Netzfrauen keinen so schlechten Eindruck.

Ach du meine Güte, davon hatte ich nichts gewusst. Und davon auch nicht, hiervon erst recht nicht.

Auszug:
Wir haben ja im Forum schon eine längere Diskussion geführt, ob sich die Netzfrauen auch einen Eintrag in unserem Wiki verdient hätten oder ob man den „Dampfplauderern“ damit zu viel Bedeutung beimisst. Manch einer vermutete hinter dem Begriff vielmehr Frauen, die sich eine Netzstrumpfhose über den Kopf gezogen haben. In welcher Absicht auch immer. Es gab anfangs auch ein wenig Verwirrung, ob es sich dabei denn nicht um ein Satireprojekt handele. Angesichts der behandelten Themen und vor allem der Art und Weise, wie marktschreierisch, sensationslüstern, vereinfachend und diffamierend dort argumentiert wird, kann es wiederum keine Satire sein. Diese arbeitet feinfühliger, ironischer und intelligenter. Also keine Satire, sondern bitterer Ernst. Oh je, oh je!

Selber schuld. Nächstes mal besser aufpassen. Das einzig Gute daran: Völlig unabhängig voneinander sind zwei (Psiram & IZgMF) zum gleichen Ergebnis gekommen: Ganz koscher sind diese Mädels und ihr Fangnetz nicht. Also wird wahrscheinlich etwas dran sein, an diesem Ergebnis.

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Gezielte Instrumentalisierung der Netzfrauen?

KlaKla, Dienstag, 03.05.2016, 18:02 (vor 1312 Tagen) @ H. Lamarr

Eine Leserin gibt bekannt, das ihrem Verständnis nach die Netzfrauen mit ihrer Arbeit in ein falsches Licht gerückt werden bei Psiram. Siehe "Wie Psiram Menschen und Gruppen diffamiert" ...

Bei uns war immer die oberste Priorität, dass alle Informationen aus sauberen, geprüften Quellen stammen. Natürlich kann es sein, denn Fehler passieren immer und überall, dass wir auch hier und da mal einen Fehler gemacht haben, sei es nun mit der Rechtschreibung, der Art sich auszudrücken oder ähnlichem, denn auch wir sind nur Menschen und nicht zu 100 % perfekt. Doch man kann uns nicht unterstellen, dass wir aus irgendwelchen Gründen die Menschen manipulieren möchten, um irgendwelche unserer Ziele zu erreichen.

Die Ziele der Netzfrauen bestehen darin, die Menschen aufzuklären über sensible Themen, über die auf Grund der Interessen von Wirtschaft und Industrie nicht oder nicht ausführlich in den öffentlichen Medien berichtet wird.

Kommentar: Naiv oder instrumentalisiert, dass kann man sich hier nun aussuchen. Wer zensiert oder Kommentar unterdrückt manipuliert.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Instrumentalisierung, Manipulation, Lüge

Netzfrauen: Abweichende Meinung doch noch frei geschaltet

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 04.05.2016, 21:49 (vor 1311 Tagen) @ H. Lamarr

Inzwischen sind zehn Tage verstrichen, ich muss also davon ausgehen: Das wird nix mehr.

Wie ich heute feststellen durfte, wurde mein von den Netzfrauen anfangs verschmähter Kommentar irgendwann doch noch frei geschaltet. Das freut mich. Beweggründe sind mir keine bekannt, die Freischaltung geschah ohne Benachrichtigung durch die Netzfrauen.

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Netzfrauen: Auf der Seite des Guten

AnKa, Donnerstag, 05.05.2016, 08:30 (vor 1311 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von AnKa, Donnerstag, 05.05.2016, 09:24

Wir sind Mütter und Großmütter,
wir sind Frauen und Ehefrauen,
wir haben vieles gemeinsam,
wir machen uns Sorgen um die Zukunft,
die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder,
die Zukunft nachfolgender Generationen.

So sehen sich die sogenannten Netzfrauen.

Als Rechtfertigung für das Engagement werden hier letztlich moralische Kategorien geboten. Man ist immer gut, wenn man Frau oder Ehefrau ist, Kinder hat, "vieles gemeinsam" hat, sich als besorgte Bürgerin "Sorgen" macht, "um die Zukunft" und "nachfolgende Generationen" - welche Letztere sich gegen ihre Vereinnahmung übrigens auch gar nicht zur Wehr setzen können.

"Künftige Generationen" geht ja sowieso irgendwie immer. Mir dünkt gar: Das ist die am meisten missbrauchteste Bevölkerungsgruppe Deutschlands überhaupt. Jede und Jeder mit einem Anliegen, egal ob Mobilfunkgegner oder Fremdenfeind, bringt dieses im angeblichen Interesse der "künftigen Generationen" vor.


Vielleicht wäre bald einmal die Gründung eines "Schutzbund gegen den Missbrauch künftiger Generationen" angebracht.

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

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