Soubey: Heimat im Funkloch (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Freitag, 30.08.2013, 01:31 (vor 3384 Tagen)

Der "Zeit"-Artikel "Heimat im Funkloch" in der Ausgabe vom 22.08.2013 ist online gratis nicht verfügbar. Er beschreibt Aufstieg und Fall des schweizerischen Dorfes Soubey als Reservat für Elektrosensible. Doch in dem Artikel wird ein Gutachten erwähnt, das über die Funkfeldsituation in dem Dorf Auskunft gibt und für die große mediale Aufmerksamkeit sorgte, die das Vorhaben plötzlich hatte. Dieses Messgutachten vom 3. Oktober 2009 hat vier Seiten, und steht in deutscher Sprache auf der Website der Gemeinde zum Download (PDF). Der Autor des Gutachtens ist kein Unbekannter.

Ein Auszug aus dem Artikel erklärt noch schnell den Untergang des Projekts. Die Bewohner von Soubey wollten nicht mitspielen:

"Ein Dorf der Kranken« wollen sie schon gar nicht werden, dann lieber weiter namenlos bleiben. Eine klassische Kommunikationskatastrophe, wie sie auch bei Industrieansiedlungen oder Bahnhofsneubauten durchaus vorkommt. Das ungefragte 150-Seelen-Volk machte Ärger.
Die Zone blanche starb ebenso schnell, wie sie in die Welt gekommen war. Des Bürgermeisters Ruf war ramponiert, Oberli kandidierte nicht noch einmal. Und an Nicolas klebt seither das Spinner-Image. Allerdings wird die Geschichte bis heute immer weitererzählt. Die Gemeinde bekommt deshalb nach wie vor Anfragen, wie man sich denn in der Zone blanche ansiedeln könne. Die Internetseite der Gemeinde verweist hartnäckig auf Nicolas Barth."


[Hinweis Moderator: Rückschau 2010 "Ein Zufluchtsort für Elektrosensible"]

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Funkloch, Schweiz, Schlegel, Rückschau, weiße Zone, Zone blanche

Soubey: Heimat im Funkloch

Christopher, Freitag, 30.08.2013, 23:00 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Der "Zeit"-Artikel "Heimat im Funkloch" in der Ausgabe vom 22.08.2013 ist online gratis nicht verfügbar.

Mittlerweile doch: Link
Sehr lesenswert, schmunzeln mußte ich vor allem bei dieser Stelle:
Insbesondere lesen und hören sie (die Bürger von Soubey), dass der einzige lokale Handyfunkmast abgesägt werden soll, um auch die letzte große Strahlenquelle zu eliminieren. Für den aber haben sie lange gekämpft.

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, Geschäftsmodell, Borreliose

Soubey bangt um TV-Bilder

Gast, Sonntag, 24.01.2016, 12:15 (vor 2507 Tagen) @ H. Lamarr

«Steinzeit»-Dorf bangt um TV-Bilder von der EM
Der Wechsel von analog zu digital hat für ein kleines Dorf im Jura gravierende Folgen: Es wird mehrere Monate lang vom TV-Netz abgeschnitten sein.

Bald werden Gemeindepräsident Vincent Steullet und seine 135 Einwohner auf einen schwarzen Bildschirm starren. Denn das Dorf wechselt vom analogen zum digitalen Fernsehen und gleichzeitig auch den Anbieter, dies haben die Einwohner der Gemeinde entschieden. Am 29. Februar ist es so weit. «1964 hatten wir einen Schwarzweiss-Fernseher, 1972 wechselten wir auf Farbe und 2016 haben wir gar nichts mehr», sagt Steullet aufgebracht zu «Le Matin».

Soubey ist ein Dorf im Jura, das ohne eine einzige Handyantenne und damit ohne Handys auskommt – um Elektrosensible anzuziehen. Aber jetzt, wo jeder ein Smartphone in der Tasche hat, werden beim analogen Fernsehen immer mehr Kanäle gestrichen. Der Anbieter EBL Telecom, der bis jetzt das Fernsehen in die Gemeinde brachte, hat in den letzten Jahren die Anzahl Kanäle schrittweise reduziert. Weiter ...

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Funkloch, Oase

Soubey bangt um TV-Bilder

helmut @, Nürnberg, Sonntag, 24.01.2016, 17:37 (vor 2506 Tagen) @ Gast

Hier geht es nicht um das terristrische Fernsehen sondern um einen "Kabel"-Anschluss über Glasfaserleitung.
Im Gegensatz zu hier werden die Glasfaseranschlüsse in der Schweiz meist bis ins Haus verlegt und das kostet halt Geld. Auch die monatlichen Kosten sind um einiges höher,vor allem, wenn man die volle Programmvielfalt will. Es beisst sich halt, wenn der Kunde einen teuren Glasfaseranschluss zu den Preisen vom analogen TV haben will. Deshalb bieten die Betreiber kaum oder keine analogen Programmübertragungen mehr an.

MfG
Hemut

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In der Mobilfunk-BI und
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Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Keine EHS Zuwanderung in Soubey

KlaKla, Montag, 25.01.2016, 09:28 (vor 2506 Tagen) @ Gast

Soubey ist ein Dorf im Jura, das ohne eine einzige Handyantenne und damit ohne Handys auskommt – um Elektrosensible anzuziehen ...

Aufschlussreich ist mMn das keiner der lautstarken EHS sich dort angesiedelt hat und darüber berichtet. Damit ist für mich klar, ihr sogenanntes Leiden ist nicht so groß, dass sie deswegen umziehen würden. Und damit ist auch klar, diese Leute wollen lediglich in ihrer Region ein Funkloch. Alles nur Theater. Der Wunsch nach einem Funkloch ist somit nicht würdig gefördert zu werden. Unrealistisch. Die Badische Zeitung berichtet immer wieder über tragische Einzelschicksale und lässt die Nutznießer (z.B. Dohmen, IGUMED) ausführlich zu Wort kommen. Steigert vielleicht die Auflage.

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Soubey bangt um TV-Bilder: 20 minuten irrt

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 28.01.2016, 12:55 (vor 2503 Tagen) @ Gast

Soubey ist ein Dorf im Jura, das ohne eine einzige Handyantenne und damit ohne Handys auskommt ...

Das stimmt nicht, was "20 minuten" da behauptet. Im Dorf stand bereits ein GSM-Sendemast als der Zirkus begann und dieser Mast steht dort noch heute.

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Soubey: Keine Heimat im Funkloch

H. Lamarr @, München, Sonntag, 24.01.2016, 15:04 (vor 2506 Tagen) @ H. Lamarr

Die Zone blanche starb ebenso schnell, wie sie in die Welt gekommen war. Des Bürgermeisters Ruf war ramponiert, Oberli kandidierte nicht noch einmal. Und an Nicolas klebt seither das Spinner-Image. Allerdings wird die Geschichte bis heute immer weitererzählt. Die Gemeinde bekommt deshalb nach wie vor Anfragen, wie man sich denn in der Zone blanche ansiedeln könne. Die Internetseite der Gemeinde verweist hartnäckig auf Nicolas Barth."

Der Traum von der "weißen Zone Soubey" ist ausgeträumt. Nichts mehr auf der Website der Gemeinde erinnert an die große Zeit des winzigen Ortes, als dieser - ohne sein Zutun - über die Grenzen der Schweiz hinaus als Refugium für überzeugte Elektrosensible Schlagzeilen machte. Nicht einmal der Link auf den Bauern Nicolas Barth findet sich dort noch, Soubey will mit "Elektrosensiblen" nichts zu tun haben. Suchbegriffe wie "EHS", "CEM", "électro-sensibilité" oder "électrosmog" führen auf der Website ins Leere.

Inzwischen bin ich mir sicher: Das Theater um Soubey wurde von Peter Schlegel eingefädelt. Der Baubiologe hat sich darauf spezialisiert, Stürme im Wasserglas öffentlichkeitswirksam zu zentraleuropäischen Orkanen (im Wasserglas) anzufachen, um die Geschäftsgrundlage seiner Branche, das ist die dumpfe Angst vor angeblich schlimmen Folgen des Elektrosmogs, ins Unterbewußtsein der Bevölkerung zu transformieren. Sein Messprotokoll von 2009 weist übrigens bereits DVB-T-Signale in Soubey aus.

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Soubey: Keine Heimat im Funkloch

Peter Brill, Schweiz, Dienstag, 26.01.2016, 12:16 (vor 2505 Tagen) @ H. Lamarr

Ganz abgeschnitten ist die Gemeinde nicht. Im Nordwestlichen Teil des Dorfes befindet sich eine GSM Antenne
Auch Fernsehen gibt es via Satellit zu genüge, da freie Sicht zu den Satelliten besteht.
Einzig das Internet mit nur Down: max. 4 Mbit/s, Upload: max. 0.3 Mbit/s ist nicht berauschend, aber brauchbar.

Soubey mit GSM + UMTS + LTE

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.12.2019, 01:18 (vor 1100 Tagen) @ Peter Brill

Ganz abgeschnitten ist die Gemeinde nicht. Im Nordwestlichen Teil des Dorfes befindet sich eine GSM Antenne

Inzwischen wurde der GSM-Standort in Soubey um UMTS und sogar LTE ergänzt.

[image]
Bild: Senderkarte Bakom

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