Denken, Ideologie, Lebenswelt der Mobilfunkgegner (Allgemein)

AnKa, Samstag, 10.03.2012, 06:39 (vor 3513 Tagen)

Die Gedankengänge von Mobilfunkgegnern, sie sind bedrückend häufig rätselhafter als die Sphinx.

Da bin ich anderer Meinung. Die Gedankengänge von ausgewiesenen Mobilfunkgegnern sind durchaus zu verstehen.

Ein Schlüssel zum Verständnis liegt darin, dass man überhaupt erst einmal in Frage stellt, ob es sich bei dem, was diese Leute innerlich bewegt, tatsächlich um Gedanken im guten Wortsinne, also um um ihre stete Objektivierung bemühte Reflexionen handelt. Gedanken in diesem produktiven Sinne würden nämlich immer wieder einmal dazu führen, dass neue Gedanken und Meinungen ihren Raum finden können.

Dazu im Gegensatz erscheinen mir die vorgeblichen "Gedanken" der Mobilfunk-Extremistenszene wie bloß subjektiv-stereotype Mitteilungen an die Umwelt, die vorrangig das Ziel haben,
(a) Personen mit gleichen "Gedanken" aufzufinden, sowie
(b) zusammen mit diesen aufgefundenen Bündnisgenossen Taten in Gang zu setzen, die wiederum die bloße Vervielfältigung der vorgeblichen "Gedanken" der Szene vorantreiben.

Die in der Mobilfunkgegner-Extremistenszene gehegte unveränderliche "Gedanken"welt hat also den Charakter einer Ideologie. Die Grundbotschaft und -wirkung ist, wie bei den meisten Ideologien, ein bösartiger, anti-intellektueller, auf das Festlegen und Einfrieren einengender gesellschaftlicher Regeln bedachter Kulturpessimismus.

Bei den Mobilfunkgegner-Ideologen ist, wie bei allen Ideologen, eine versteckt-verbissene, allzu oft aber auch offen aggressive Feindschaft gegen alles Intellektuelle vorhanden - man erkennt das an den immer wiederkehrenden Ausfälligkeiten gegenüber wissenschaftlichem Bemühen im Allgemeinen und eigens ausgedeuteten Wissenschaftlern im Besonderen. So schuf man sich mit "Repacholi" und "Lerchl" temporäre Ikonen für das eigentliche Feindbild, nämlich den wissenschaftlichen Diskurs, das freie und gerade deswegen von Widersprüchen nicht freie Denken. Immer wieder "klagen" Mobilfunkgegner auch "die Wissenschaft" "an" - weil sie nicht aushalten wollen, dass Wissenschaft die Antipodin und potentielle Entlarverin der Ideologien ist.

Die Mobilfunkgegner-Ideologie ist darüber hinaus, wie alle Ideologien, durch aggressive Feindschaft gegenüber jeglichen Veränderungen, gegenüber dem Neuen, der Moderne, dem Diskurs, der freien Meinungsäußerung, auch bereits dem gelegentlichen Ändern bestehender Meinungen und Gedanken geprägt. Ein großer Anteil der Energie, die die Anhänger von Ideologien in ihrem Alltag aufbringen, dient folgerichtig bloß dazu, die Richtigkeit der eigenen Ideologie immer wieder neu zu "beweisen". Deshalb suchen unsere Mobilfunkgegner in stereotyper Manier, gierig und wie rasend, nach immer wieder neuen "Studien", "Messwerten", nach Erkrankungen bei Mitmenschen und abgestorbenen Bäumen. Es geht einzig und alleine um das Replizieren des Immergleichen.

Die Mobilfunkgegner-Ideologie ist also etwas ganz und gar nicht Neues. Neu daran ist nur, dass die Gegnerschaft gegen den Mobilfunk als einigende thematische Klammer, als Transportmittel für die Verbreitung der Grundbotschaft herangezogen wird. Das Umsatteln auf andere Themen ist möglich, sofern man sich aus deren Verwendung mehr Wirkung verspricht - Hochspannungsleitungen könnten z.B. der nächste Themenkreis sein, aber es kann auch hingehen zu allerlei anderen, kruden Verschwörungstheorien.

Das Diskutieren mit Mobilfunkgegnern im Speziellen und mit Ideologen im Allgemeinen gerät jedem Denkenden nach kurzer Zeit anstrengend und inhaltlich langweilig. Das Allerletzte, das ein Ideologe zulassen kann, ist nämlich ein neuer Gedanke, der das mit großer Mühe gehegte ideologische "Gedanken"gebäude in Frage stellen könnte.

Neue Gedanken aber dringen dennoch durch alle Ritzen in die Lebenswelten der Ideologen hinein. Da helfen keine heruntergelassenen Rolläden, keine Abschirmmützen, keine Rettungsdecken und keine Baubiologen. Die Mobilfunk-Ideologen erleben ihre persönliche Existenz in einer Wahnwelt, in der sie sich unter beständigem Beschuss von außen sehen. Für einen Menschen ist das ein tragischer Zustand . Niemand möchte so leben. Es muss die Hölle sein, so leben zu müssen. Die reine Qual.

Das Problem mit solchen Betroffenen ist nur: sie glauben, sie müssten zurückschiessen. Deswegen hält sich das Mitgefühl der Mitmenschen in engen Grenzen.

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Tags:
Hochspannungstrasse, Ideologen, Glauben, Feindbild, Aggression, Fanatiker, Alufolie, Mitgefühl, Hochspannungsleitung, Schutzkleidung

Denken, Ideologie, Lebenswelt der Mobilfunkgegner

KlaKla, Sonntag, 11.03.2012, 09:05 (vor 3512 Tagen) @ AnKa

Das Diskutieren mit Mobilfunkgegnern im Speziellen und mit Ideologen im Allgemeinen gerät jedem Denkenden nach kurzer Zeit anstrengend und inhaltlich langweilig. Das Allerletzte, das ein Ideologe zulassen kann, ist nämlich ein neuer Gedanke, der das mit großer Mühe gehegte ideologische "Gedanken"gebäude in Frage stellen könnte.

Neue Gedanken aber dringen dennoch durch alle Ritzen in die Lebenswelten der Ideologen hinein. Da helfen keine heruntergelassenen Rolläden, keine Abschirmmützen, keine Rettungsdecken und keine Baubiologen. Die Mobilfunk-Ideologen erleben ihre persönliche Existenz in einer Wahnwelt, in der sie sich unter beständigem Beschuss von außen sehen. Für einen Menschen ist das ein tragischer Zustand . Niemand möchte so leben. Es muss die Hölle sein, so leben zu müssen. Die reine Qual.

Das Problem mit solchen Betroffenen ist nur: sie glauben, sie müssten zurückschiessen. Deswegen hält sich das Mitgefühl der Mitmenschen in engen Grenzen.

Ist es dann nicht eher falsch oder gar überflüssig, in deren Foren (Gigaherz- und Hese-Froum) einzutreten und sich dort an Ihren Diskussionen zu beteiligen?

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Meine Meinungsäußerung

Denken, Ideologie, Lebenswelt der Mobilfunkgegner

RDW ⌂ @, Sonntag, 11.03.2012, 09:36 (vor 3512 Tagen) @ KlaKla

Das Diskutieren mit Mobilfunkgegnern im Speziellen und mit Ideologen im Allgemeinen gerät jedem Denkenden nach kurzer Zeit anstrengend und inhaltlich langweilig. Das Allerletzte, das ein Ideologe zulassen kann, ist nämlich ein neuer Gedanke, der das mit großer Mühe gehegte ideologische "Gedanken"gebäude in Frage stellen könnte.

Ist es dann nicht eher falsch oder gar überflüssig, in deren Foren (Gigaherz- und Hese-Froum) einzutreten und sich dort an Ihren Diskussionen zu beteiligen?

Ich persönlich schwanke immer wieder zwischen der Ansicht, ob es richtig oder falsch ist, sich an Diskussionen in diesen Foren zu beteiligen:

  • Richtig könnte es sein, um Fehlinterpretationen, Irrtümern und Unwahrheiten entgegenzutreten. Die es dort ja im Überfluss gibt und die unbedarfte Unvoreingenommene in die Irre leiten könnten. Daraus entstehende Diskussionen führen auch oft zu einer Demaskierung von Inkompetenz und Unehrlichkeit auf Seiten der Mobilfunkkritiker, auch wenn diese es meist selbst nicht gleich bemerken. Die meisten ihrer Antreiber haben diese Falle jedoch schon erkannt und auch deshalb liest man dort von ihnen so wenig bis nichts.
  • Falsch könnte es sein, weil dadurch von Ideologen und Fanatikern betriebene Foren eine Aufwertung erhalten, die sie nicht verdient haben.

Auch wenn die richtige Antwort vielleicht schwerfällt, ist das richtige Verhalten darauf jedoch einfach:
Denn in beiden Foren findet eine willkürliche und unfaire Zensur statt, welche oft zu einer Manipulation des Diskussionsverlaufs führt. Und sich auf so etwas einzulassen, halte ich für einen großen Fehler; das ist wie Autofahren mit einem Beifahrer, der einem ständig ins Lenkrad greift und schließlich mit Fingern auf einen zeigt, wenn man dadurch im Graben landet.

RDW

Tags:
Aufwertung, Demaskierung

Denken, Ideologie, Lebenswelt der Mobilfunkgegner

AnKa, Sonntag, 11.03.2012, 13:26 (vor 3512 Tagen) @ RDW

Auch wenn die richtige Antwort vielleicht schwerfällt, ist das richtige Verhalten darauf jedoch einfach:
Denn in beiden Foren findet eine willkürliche und unfaire Zensur statt, welche oft zu einer Manipulation des Diskussionsverlaufs führt. Und sich auf so etwas einzulassen, halte ich für einen großen Fehler; das ist wie Autofahren mit einem Beifahrer, der einem ständig ins Lenkrad greift und schließlich mit Fingern auf einen zeigt, wenn man dadurch im Graben landet.

Griffige Analogie.

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