Devra Davis: Disconnect (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 30.09.2010, 19:26 (vor 4983 Tagen)

[Admin: Strang abgetrennt am 27.09.2013, 02:32 Uhr, Absprung hier]

Mein lieber Schwan, das Buch von Devra Davis ist gemäß Amazon erst am 23 September 2010 auf den Markt gekommen und dennoch gibt es schon heute drei begeisterte Rezensenten und zufälligerweise passend dazu auch drei gebrauchte Exemplare :wink:.

So ganz geheuer kommt mir das alles nicht vor. Frau Davis ist schließlich kein alter Hase in der Mobilfunkdebatte, sondern erst vor rund einem Jahr auf diesen Zug aufgesprungen mit der sogenannten Washington-Konferenz, der gleich zu Beginn das Geld ausging.

Wie ist es möglich, dass jemand in derart kurzer Zeit Auskunft geben kann über:

  • The Truth About Cell Phone Radiation (Die Wahrheit über Mobilfunkstrahlung),
  • What the Industry Has Done to Hide It (Wie die Industrie vertuscht hat)
  • How to Protect Your Family (So schützen Sie Ihre Familie)

Bei Licht gesehen kann das nicht sein, es sei denn die 271 Seiten wurden mit der heißen Nadel zusammengestrickt und berichten mit eigenen Worten lediglich das, was anderswo bereits niedergeschrieben wurde. Es gibt aber noch eine Variante, die mir plausibler erscheint: Auf der Konferenz in Washington fanden sich bekanntlich Mobilfunkkritiker aus aller Welt ein, und so ist es aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich, dass sich Devra Davis beim Schreiben "helfen" ließ. Wenn Sie als Herausgeberin auftritt wäre dies nichts ungewöhnliches, dann müssten die Autoren einzelner Beiträge jedoch genannt sein.

Wie dem auch sei, aus dem Titel des Buches geht unmissverständlich hervor, wo Frau Davis steht. Damit lässt sich der Inhalt des Buches bereits erahnen, es gibt schließlich schon etliche Bücher, z.B. aus der Feder von Baubiologen oder Ärzten, mit vergleichbarem Anspruch. Das Werk von Frau Davis wäre mWn jedoch das erste, das ernst genommen würde, sofern es ohne Panikmache, Esoterik und den üblichen Verschwörungsmus auskommt.

Ich bin gespannt auf die erste kritische Rezension.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Davis, Buch

Devra Davis: Disconnect

Doris @, Donnerstag, 30.09.2010, 20:42 (vor 4983 Tagen) @ H. Lamarr

Bei Licht gesehen kann das nicht sein, es sei denn die 271 Seiten wurden mit der heißen Nadel zusammengestrickt und berichten mit eigenen Worten lediglich das, was anderswo bereits niedergeschrieben wurde.

Dem Video auf Frau Havas Seite über ein Interview mit Devra Davis nach zu urteilen, ist das wohl zu vermuten.

Sie redet nur von Mobiltelefonen, nicht von Elektrosmog allgemein. Sie gibt Vorsorgetips beim Umgang mit Handys, die m.E. jedoch etwas überzogen sind.
Sie meint allerdings auch, dass Mobiltelefone die gesundheitliche Katastrophe unserer Generation sein werden.

Sie stützt sich auf bekanntes, altes Material, wie die Versuche von Dr. Lai, Dr. Carlos WRT Programm und auch die REFLEX Studie. Dass die in der Kritik steht, wird auch erwähnt und Dr. A. nimmt dazu auch kurz Stellung im Video.

Seine Worte

The mobile phone industry has taken over some methods used by the cigarette industry in the United States for many many years to hide the truth

lassen mir, die über seine Vergangenheit viel gelesen hat und dann noch als bekennende extreme Rauchkritikerin die Galle steigen.

Es werden u.a. auch all die Studien zu DNA Schäden angeführt, mit denen auch Dr. A. als Bestätigung seiner Ergebnisse argumentiert. (haben wir schon mal diskutiert hier im Forum)

2 Studies from Italy DNA Fragmentation
je eine aus
China DNA Damage
Turkey DNA Damage
India Damage to brain
Austria DNA Damage
Croatia Cell disturbance
Sweden Possible Cancer link
Germany co carcinogenic potential

Bei der letzten aus Deutschland weiß ich jetzt nicht auf Anhieb, welche gemeint ist, aber ich vermute es handelt sich um die Tillmann-Studie

Ich bin etwas erstaunt, dass Frau Davis, die sich bei der Washington Konferenz mMn nach doch noch etwas verhaltener gezeigt hat, jetzt so extrem in die Vollen geht und frage mich schon auch, was sie dazu verleitet.

Tags:
Davis, Reflex, Carlo, Interview, Henry Lai, WRT

ROFLMFAO

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 30.09.2010, 21:50 (vor 4982 Tagen) @ Doris

Sie redet nur von Mobiltelefonen, nicht von Elektrosmog allgemein. Sie gibt Vorsorgetips beim Umgang mit Handys, die m.E. jedoch etwas überzogen sind.
Sie meint allerdings auch, dass Mobiltelefone die gesundheitliche Katastrophe unserer Generation sein werden.

Sie stützt sich auf bekanntes, altes Material, wie die Versuche von Dr. Lai, Dr. Carlos WRT Programm und auch die REFLEX Studie. Dass die in der Kritik steht, wird auch erwähnt und Dr. A. nimmt dazu auch kurz Stellung im Video.

Seine Worte [Adelkofer]:

The mobile phone industry has taken over some methods used by the cigarette industry in the United States for many many years to hide the truth


[image]
Quelle: http://www.roflmfao.de/roflmfao.jpg

lassen mir, die über seine Vergangenheit viel gelesen hat und dann noch als bekennende extreme Rauchkritikerin die Galle steigen.

Mir auch, Doris, mir auch. Normal ist das schon lange nicht mehr. In ein paar Tagen mehr. Jedenfalls danke für die Hinweise.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Devra Davis: Disconnect

H. Lamarr @, München, Freitag, 01.10.2010, 19:38 (vor 4982 Tagen) @ Doris

... und frage mich schon auch, was sie dazu verleitet.

Meine Meinung: Unter akademischen Mobilfunkgegnern sind auffallend viele Ältere, die nach dem Ende einer mehr oder weniger erfolgreichen beruflichen Laufbahn noch einmal etwas stemmen wollen, das den Sturz ins Loch der Bedeutungslosigkeit aufhält.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Devra Davis: Disconnect from Science

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 09.06.2011, 23:39 (vor 4730 Tagen) @ H. Lamarr

Ich bin gespannt auf die erste kritische Rezension.

Ein Rezensent in USA schreibt:

There are so many things wrong in Disconnect that it is difficult to know where to begin.

Devra Davis: Disconnected from Science: Part I

Devra Davis: Disconnected from Science: Part II

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Devra Davis: Disconnect, 2 von 5 Sternen

H. Lamarr @, München, Freitag, 27.09.2013, 02:33 (vor 3890 Tagen) @ H. Lamarr

Mein lieber Schwan, das Buch von Devra Davis ist gemäß Amazon erst am 23 September auf den Markt gekommen und dennoch gibt es schon heute drei begeisterte Rezensenten ...

Inzwischen sind es 53 Besprechungen. Auch eine Wissenschaftlerin hat das Buch gelesen und vergibt 2 von 5 Sternen gemäß Amazon-Bewertungssystem. Diese Rezension, die viel Zustimmung erfährt, findet sich <hier>.

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Rezension

Devra Davis' Disconnect aus Sicht von Lorne Trottier

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.12.2015, 01:51 (vor 3073 Tagen) @ H. Lamarr

Eine weitere kritische Rezension kommt von Lorne Trottier, der auf Devra Davis nicht gut zu sprechen ist.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
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Verschwörung, Fehlinterpretation, Hardell, Blendwerk, Hirntumor, Rezension, Studien, Spermien, Selektiv, Kohortenstudie, Fallkontrollstudie

Hirntumor Erkrankung bei Jugendlichen steigt an

KlaKla, Donnerstag, 24.12.2015, 09:17 (vor 3072 Tagen) @ H. Lamarr

Brain cancer trends & her unpublished result

Another example of a major falsehood in the book is the section she calls My Unpublished Result. She says: Papers showing no increase in the overall brain cancer rate adjusted to the entire population have been published, while those taking a more sophisticated look at growing rates of brain tumors in young persons remain under review. Davis claims she has unpublished results showing brain cancer is increasing in young adults. Technically these time trend data may have limitations. For example, in the 70s and mid 80s new technology led to apparent increased rates of brain cancer, due to better diagnostic equipment.

However, since the mid 80s, which happens to coincide with the introduction of cell phones, overall brain cancer incidence rates have been constant. Contrary to what Davis claims, at least 4 studies (* 14, 15, 16, 17) have been published for brain cancer by age group. None shows any significant increase for any age or sex group that can be linked to cell phones. For example, another Danish study (* 17) looked at incidence rates by age group in 5 Northern European countries. No significant change in brain cancer rates were found for any age group. A recent US study came to a similar conclusion (* 15). In science, unpublished results rank lower that self published articles, which are at least published.

Brain cancer is one of the rarest forms of cancer. For example it ranks at #15 in Canada. There are more that 4 billion cell phones in use worldwide. The absence of any change in the incidence of brain cancer is the simplest evidence against any connection with cell phones. Davis mangled commentary on these brain cancer studies are the most blatant examples of the many misstatements in Disconnect. Übersetzer

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Davis, Hirntumor, Lüge

Disconnect: Die Geschichte von Dr. Franz Adlkofer

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 06.07.2022, 12:36 (vor 686 Tagen) @ H. Lamarr

Mein lieber Schwan, das Buch von Devra Davis ist gemäß Amazon erst am 23 September 2010 auf den Markt gekommen und dennoch gibt es schon heute drei begeisterte Rezensenten und zufälligerweise passend dazu auch drei gebrauchte Exemplare :wink:.

Und ruckzuck gab es schon am 27. September 2010 eine Buchbesprechung auf einer ecozentrischen Website. Was der flinke Rezensent dort über Franz Adlkofer schreibt, lässt einem allerdings die Haare zu Berge stehen. Dazu muss man wissen: Devra Davis traf Adlkofer anlässlich der Recherche für ihr Buch in einem Berliner Café und ließ sich von ihm seine Geschichte erzählen. Von dem unkonzentrierten Rezensenten durch den Wolf gedreht und auf wenige Sätze komprimiert liest sich diese dann in deutscher Übersetzung so:

[...] In einer der besten Passagen ihres Buches schildert Davis die Geschichte von Dr. Franz Adlkofer, einem deutschen Wissenschaftler, der lange Zeit in der Tabakforschung tätig war. Wie viele Wissenschaftler - mehr als die medizinische Wissenschaft zugeben mag - war Adlkofer bereit, Geld von der Tabakindustrie anzunehmen, um seine Forschung zu finanzieren, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie dies seine Arbeit einschränken könnte. Er war in gewissem Sinne ein Mann des Hauses. Doch als Adlkofer begann, mit der Mobilfunkindustrie zusammenzuarbeiten, und Forschungsergebnisse vorlegte, die zeigten, dass Handystrahlung die DNA bricht, sah er sich plötzlich von der Industrie, die seine Arbeit finanziert hatte, angegriffen. Er wurde unter höchst verdächtigen Umständen des Betrugs beschuldigt (er wehrte sich gegen die Anschuldigungen, die schließlich zurückgezogen wurden) und sagt, dass die Industrie andere Wissenschaftler bezahlte, um Studien zu erstellen, die seine eigene Arbeit diskreditieren würden, wie er Davis in Disconnect erzählte [...]

Klingt stellenweise eher nach George Carlo, als nach Franz Adlkofer :lookaround:.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Davis, Tabakindustrie, Adlkofer, Verum, Verdünnungsstrategie, Ablenkungsforschung, Ex-Tabaklobbyist

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