Aufklärung mit der Angst (Allgemein)

Doris @, Mittwoch, 01.11.2006, 19:56 (vor 5881 Tagen) @ KlaKla

Hallo KlaKla,

vielen Dank für Ihre ausführliche und für mich in fast allen Punkten überzeugende Beantwortung meiner Fragen.

Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch.

Sie ordnet ihren Kasuistiken mal eine Sendeleistung zu und mal eine Entfernung zur Antenne zu. Der Informationsfluss ist mangelhaft.


Frau Dr. Waldmann-Selsam war vor einem Jahr auch mal in unserer Gegend und hat bei der BI dort einen Vortrag gehalten und auch in manchen Haushalten gemessen. Soweit mir bekannt ist, hat sie den Leuten auch keine definitiven Zahlen dagelassen, sie wollte sich nochmals melden und die Unterlagen schicken. Das ist bis heute nicht geschehen. Ich habe sie persönlich mal bei einem Treffen verschiedener BIs erlebt. Sie hat sich wirklich total dem Mobilfunk verschrieben und wird deshalb von den typischen Mobilfunkkritikern sehr hoch geachtet. Sie ist von der Sache auf jeden Fall total überzeugt. Auch wenn mich ihre Art nicht überzeugt, wird uns auch hier trotzdem erst die Zukunft zeigen, ob sie recht hatte oder ob sie sich verrannt hat. Ich weiß auch nicht, welche Werte sie als bedenklich einstuft, d.h. orientiert sie sich an den baubiologischen Werten? Wenn man dann 10 µW/m² im Haus hat, was sehr schnell zusammen ist, dann hat man natürlich aus deren Sicht gleich eine 100fache Erhöhung, was sich dann dramatisch anhört. Ich weiß eigentlich nicht, was eine Sendernähe mit Beschwerden zu tun haben soll. Wenn von dem Sender nichts reinkommt, was öfters der Fall ist, als die Leute glauben, dann kann es doch keine gesundheitlichen Beschwerden geben. Mich interessieren da Zahlen und die sollte man eigentlich nennen können, wenn man Messungen durchführt.

Ich hab die Erfahrung gemacht, das die Bürger dann immer recht schnell eine Begründung finden warum sie das DECT-Telefon weiter im Haus behalten möchten...

Diese Erfahrungen habe ich auch in meinem Umfeld gemacht. Viele Leute empfinden ihr eigenes DECT tatsächlich in keinster Weise als Gefährdung. Ich begreife das eigentlich auch nicht. Zumindest durch ein DECT-Telefon haben die Leute eine genauso rundum die Uhr Belastung wie durch den naheliegenden Sender, von dem nicht mal alle, die dagegen sind, was abbekommen. Denn obwohl ich der Überzeugung bin, dass bei manchen Standorten gewisse Bestrahlungsrisiken durch die Netzbetreiber durchaus in Kauf genommen werden, ist es aber trotzdem so, dass die Antenne so installiert werden, dass diese ihren Zweck erfüllen sollen und nicht erst mal in unmittelbarer Nähe durch weiß Gott wieviele Betonmauern durch sollen. Diese alleinige Bedrohung, die die Menschen empfinden, wenn sie nur das Wort "Antenne" hören, schreibe ich der unseriösen Aufklärungsarbeit mancher Mobilfunkkritiker zu

Durch die unterschiedlichen Informationen die man zum Thema Mobilfunk finden kann. Und durch den Austausch, auch im Forum.

Gerade durch den Austausch in verschiedenen Foren, habe ich meine Meinung in vielen Dingen geändert. Trotzdem bin ich nach wie vor kritisch gegenüber der Technik und benutze diese auch nicht. Zu der Auffassung, dass das Risiko klein ist, bin ich (noch) nicht gekommen. Ich bin zu der Auffassung gekommen, dass es nicht so akut gefährlich ist, wie man den Leuten einredet. Ich bezweifle aber auch nicht, dass es durchaus Menschen gibt, die durch diese Technik bereits erkrankten, aber vermutlich kamen da noch andere Einflüsse dazu, oder aber diese Menschen reagieren besonders sensibel auf EMF. Ich glaube eher an den Langzeiteffekt und befürchte, dass die exzessiven Handy- und DECT-Nutzer der jungen Generation in ein paar JAhren Auffälligkeiten zeigen. Ob es dann allerdings eindeutig den EMF zugeordnet werden kann, darüber bin ich mir noch nicht sicher.

was manche Leute für einen Schaden anrichten, wenn sie einer Oma erzählen, die Mobilfunkstrahlung verursacht Krebs. Die arme Frau glaubt das wirklich. Dann frage ich, ob Sie irgendwelche Befindlichkeitbeschwerden hat, nein aber ... hat bei mir gemessen sie hat 320 µW/m2 in meiner Wohnung ohne DECT gemessen. Ich muss doch abschirmen. Wie wollen sie der Frau die Angst nehmen? Das ist schwer wenn nicht sogar aussichtslos. Und ich ärgere mich darüber, dass manche Mobilfunkkritiker die Bürger verarschen, und ihnen die Zeit stehlen, wie man mir diese Zeit auch gestohlen hat.

Dann sehen Sie Ihre Aufgabe also mehr darin, die Bevölkerung vor den typischen Mobilfunkkritikern zu schützen als vor EMF?:-)
Das geschilderte Beispiel von dieser alten Frau, die Angst bekommen hat, das ist für mich selber auch ein großes Problem.
Wir haben uns vor zwei Jahren mit zwei weiteren Ortsgruppen zusammengeschlossen. Bis vor einem Jahr war es so, dass es hauptsächlich um die Sender ging, obwohl die DECTs und die Handys in den Haushalten schon auch sehr kritisch beäugt wurden. Aber der Tenor nach außen war die Bekämpfung und auch die Bedrohung durch die Sender. Ich sehe in solchen Aktionen übrigens auch sehr oft einen Kampf der von verschiedenen Leuten gegen die Bürgermeister bzw. die STadträte geführt wird um sich darüber auch zu profilieren. Wir haben uns dann wie gesagt zusammengeschlossen und danach auch die Blickrichtung geändert. Diesen Einfluss habe ich auf die Gruppe genommen, da ich die einzige bin, die regelmäßig im Internet recherchiert und so auch den neuesten Stand der Dinge weitergibt. Ich habe zum Glück die seriösen Leute der BI voll und ganz hinter mir, allerdings ist der Akteur der "alten" BI mit unserer neuen Denkweise nicht einverstanden und sieht in uns die Vernichtung seiner Weltanschauung. Wir haben uns dann ein Messgerät angeschafft (übrigens das gleiche wie Frau Dr. Waldmann-Selsam) und haben bei unseren bisherigen Messungen eindeutig die Erfahrung gemacht, dass von den bedrohlichen Sendern bisher in keinem einzigen Haushalt hohe WErte ankamen. Die Werte kamen immer vom DECT oder WLAN, selbst von dem des Nachbars. Die Leute sind dankbar und vor allen Dingen erleichtert, wenn sie sehen, dass sie gar nicht so hoch belastet sind und wenn, dass sie dann selber diese Störquelle ändern können.

Kann sein. Aber fragen sie mal junge Leute, ob sie die Technik wirklich so nutzen. Sowie ich mitbekommen habe eher nicht. Und gerade junge Leute lassen ihr Handy auch gerne zu hause liegen, weil sie die Kontrolle von den Eltern oder Freund/Freundin nicht unbedingt wollen.

Da habe ich eine ganz andere Erfahrung. Ich beobachte vorwiegend junge Leute, die egal wo sie sind, ständig das Handy am Ohr haben. Und wie bereits im Nachbarforum aufgeführt, erlebe ich im Bekanntenkreis meines Sohnes, dass doch einige mittlerweile solche Handyverträge nutzen, wo man u.a. kostenlos ins Festnetz telefonieren kann. Und da kommen Gespräche vom Handy (sicherlich aus dem eigenen Zimmer geführt und nicht im Freien) bei uns rein, die eine bedrohliche Länge haben. Das längste Gespräch war 1.45 min. Und das sehe ich als sehr kritisch an.

mfg
Doris

Tags:
Vortrag, Langzeiteffekte


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