Aufklärung mit der Angst (Allgemein)

KlaKla, Montag, 30.10.2006, 13:44 (vor 5883 Tagen) @ Doris

Wie könnte oder sollte Ihrereits die Aufklärung durch Frau Dr. Waldmann-Selsam erfolgen? Ich denke, sie misst bei den Leuten, stellt dementsprechende Werte fest, sieht dies als akute Gefährdung und bringt dies vermutlich den Leuten so rüber.

Sie stellt es so dar, dass bewiesen ist, dass die Bürger durch Mobilfunkstrahlung krank werden. Es ist aber nur eine Hypothese, die Sie auf Vermutungen stützt. Ich spreche aus eigener Erfahrung wenn auch mit anderen Akteuren. Ich hab mal einen Vortrag von S. Zwerenz und Ch. Scheiner besucht. Sie haben in dem Vortrag behauptet, die Missbildung bei Kindern nimmt drastisch zu. Ihre Aussagen haben das Gefühl der Angst hinterlassen. Aus meiner Erfahrung in einer BI, habe ich die Erkenntnis, das nur wenige Bürger sich die Mühe machen sich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen. In der Regel wird dem Referenten geglaubt. Wenn sie die Aussage des Referenten kritisieren, werden sie als nichtwissend hingestellt. Krasses Beispiel: Entkräftung von Titscher´s Kampagne

Die Werte, die sie da gemessen hat, sind zumindest aus baubiologischer Sicht recht hoch.

Da stimme ich Ihnen zu aber man darf dabei nicht vergessen, warum gerade Baubiologen 1 µW/m2 als Vorsorgewert empfehlen. Denn dadurch sichern die Baubiologen den Verkauf ihrer Produkte.

Mir als Leser stellen sich dazu folgende Fragen: Sind nun die Bürger die dicht zu einer Antenne leben stärker betroffen und haben die auch ähnliche Krankheitssymptome?

Wenn man das mit den "biologischen Fenstern" berücksichtigt, dann hat die Nähe zur Antenne bzw. auch die Höhe des gemessenen Wertes ja anscheinend nicht immer was zu sagen. Allerdings kenne ich mich da nicht besonders gut aus. Außerdem sind Menschen, die recht dicht an einer Antenne wohnen, die zudem noch weiter oben ist, oft wenig belastet, da sie im Funkschatten liegen.

Das kann so oder so sein. Aber wo sind die Fakten? Frau Waldmann-Selsam macht nur wage Angaben. Sie ordnet ihren Kasuistiken mal eine Sendeleistung zu und mal eine Entfernung zur Antenne zu. Der Informationsfluss ist mangelhaft. Wichtige Informationen werden nicht weiter gegeben und unwichtige Informationen aufgespielt. Keine klare Linie, wirkt alles etwas dilettantische.

Denn einige Vertreter der Grünen ließen in der Presse verlauten, dass bei einer Grenzwertausschöpfung bis zu 5 % (225 mW/m² GSM) ihrer Meinung nach keine Gesundheitrisiken für die Bevölkerung nach sich ziehen.

Woher wissen das die Grünen? Die nehmen sich doch dem Thema anscheinend überhaupt nicht an. Wie und durch was kommt man auf so eine Zahl. Und was bedeuten die 225 mW? Soll das bedeuten, dass es bedenkenlos ist, in einem Schlaf- oder auch Kinderzimmer 225mW Dauerbelastung zu haben? Dann wären doch die Dauerstrahler DECT auch total harmlos. Und über 5 % soll es dann bedenklicher werden. Wieso setzen sich dann die Grünen nicht kritischer gegen Mobilfunk ein. Durch ein Handytelefonat hat man diese Belastung doch durchaus mal locker am Kopf und zwar verstärkt Jugendliche, unsere Hoffnungträger der Zukunft, die das exzessivste Handyverhalten an den Tag legen. Also diese angebliche Aussage "unter 5 % ist es harmlos" irritiert mich doch gewaltig.

Diese Fragen sollten Sie mal an die Grünen stellen.

So wie Sie Ihre Informationen unter's Volk schmeißt, schadet Sie allen Bemühungen der sachlichen Aufklärung bzgl. Mobilfunk.

Wie sieht Ihrer Meinung nach sachliche Aufklärung bzgl. Mobilfunk aus?

Es gibt Hinweise auf Gesundheit gefahren. Durch umsichtigen Gebrauch oder Verzicht die Technik zu nutzen ist es jedem Bürger möglich, die persönliche Strahlenbelastung zu Minimieren.
Eine Basisstation ist was anderes aber dadurch das die Technik genutzt wird, müssen auch Basisstationen errichtet werden.
Wie auch Sie schon erkannt haben, haben die Bürger oft, mehr Strahlung von DECT-Telefon in ihrem persönlichem Wohnumfeld als von einer Basisstation in 200 m Entfernung. Ich hab die Erfahrung gemacht, das die Bürger dann immer recht schnell eine Begründung finden warum sie das DECT-Telefon weiter im Haus behalten möchten. Aber gegen die Basisstation kämpfen sie weiter. Fragen sie warum, dann kommt oft das Argument, weil die Bestrahlung durch die Basisstation fremd bestimmt ist. Ziemlich mau und aus meiner Sicht nicht ganz schlüssig.

Meiner Meinung nach gibt es ein Risiko aber ich denke es ist klein.

Wie kommen Sie darauf? Was hat Sie zu dieser Überzeugung gebracht?

Durch die unterschiedlichen Informationen die man zum Thema Mobilfunk finden kann. Und durch den Austausch, auch im Forum.

Wieso engagieren Sie sich dann eigentlich "mobilfunkkritisch", wenn Sie das Risiko für klein halten. Dann ist doch wirklich die Zeit viel zu schade, die man investiert.

Stimmt, daher hab ich meine Aktivität stark eingeschränkt. Aber ich sehe, was manche Leute für einen Schaden anrichten, wenn sie einer Oma erzählen, die Mobilfunkstrahlung verursacht Krebs. Die arme Frau glaubt das wirklich. Dann frage ich, ob Sie irgendwelche Befindlichkeitbeschwerden hat, nein aber ... hat bei mir gemessen sie hat 320 µW/m2 in meiner Wohnung ohne DECT gemessen. Ich muss doch abschirmen. Wie wollen sie der Frau die Angst nehmen? Das ist schwer wenn nicht sogar aussichtslos.
Und ich ärgere mich darüber, dass manche Mobilfunkkritiker die Bürger verarschen, und ihnen die Zeit stehlen, wie man mir diese Zeit auch gestohlen hat. Aber jetzt das Handtuch zu schmeißen und sie weiter machen lassen, ohne Kommentar wäre aus meiner Sicht falsch. Diesen Weg haben viele andere vor mir gewählt. Und es gibt ja ein kleines Risiko.

Meinen Sie mit dem "im Freien" telefonieren, weil da ein besserer Empfang ist und somit das Handy nicht mit voller Leistung arbeiten muss.

Ja, weniger Leistung beim Handy und bei der Basisstation.

Durch die Handy Flatrate Verträge wird es zukünftig aber umso verstärkter passieren, dass man gerade im Haus, bei evtl. nicht ganz so tollem Empfang und das noch über einen langen Zeitraum tut.

Kann sein. Aber fragen sie mal junge Leute, ob sie die Technik wirklich so nutzen. Sowie ich mitbekommen habe eher nicht. Und gerade junge Leute lassen ihr Handy auch gerne zu hause liegen, weil sie die Kontrolle von den Eltern oder Freund/Freundin nicht unbedingt wollen.

--
Meine Meinungsäußerung

Tags:
Wohnumfeld


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