1894: elektrischer Sonnenstich & Telephonkrankheit (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 13.03.2024, 23:52 (vor 96 Tagen) @ H. Lamarr

Die Abendausgabe der Lübeckische Anzeigen vom Freitag, den 2. März 1894 bringt in der Rubrik Kunst, Literatur und Wissenschaft eine Rezension des Buches "Die Electricität im Dienste der Menschheit". Es ist eine populäre Darstellung der magnetischen und elektrischen Naturkräfte und ihrer praktischen Anwendungen nach dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaft. Bearbeitet wurde das über 1100 Seiten dicke Werk von Dr. Alfred Ritter von Urbanitzky.

Der Screenshot zeigt den Ausschnitt der Rezension, der belegt, dass in Deutschland der Begriff "Telephonkrankheit" bereits 1894 Buchwissen war, und nebenbei erfahren wir auch von dem in Vergessenheit geratenen elektrischen Sonnenstich.

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Quelle: Stadtbibliothek Lübeck

Google hat auch das Buch des Ritter von Urbanitzky digitalisiert, ein PDF davon gibt es hier unentgeltlich. Die Suchbegriffe "elektrischer Sonnenstich" und "Telephonkrankheit" konnte ich darin jedoch nicht auffinden, auch nicht im Stichwortverzeichnis. Schade, über den "elektrischen Sonnenstich", der mir in noch keiner Symptomliste "Elektrosensibler" begegnet ist, hätte ich gerne mehr erfahren.

Möglicherweise hat Google eine andere Ausgabe des Buchs digitalisiert, als die, welche in den Lübeckische Anzeigen rezensiert wurde. Oder bei der Digitalisierung mit OCR wurden die Begriffe verfremdet. Mich hat es ohnehin verwundert, dass das in Frakturschrift gedruckte Buch überhaupt digitalisiert werden konnte. Tipp: Wer sich mit dem Lesen der Frakturschrift schwer tut, Copy-Paste genügt, um die kopierte Textpassage in einer heute gängigen Schrift lesen zu können.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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