Garmisch-Partenkirchen: Aluhüte infizieren 22 Seppelhüte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.08.2020, 12:19 (vor 410 Tagen) @ Gast

Der 5G-Ausbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen schreitet voran.
Jetzt haben die Bürgermeister der 22 Gemeinden eine Resolution verabschiedet.
Die Telekom findet, die Vorwürfe sind nicht gerechtfertigt.

"Sie reden immer nur denen das Wort, die gegen Mobilfunk sind", kontert die Telekom gemäß golem.de vom 3. August 2020. Das IT-Portal zeigt zudem eine Verbindungslinie zwischen dem Sprecher der "aufständischen" Bürgermeister und der Anti-5G-Fraueninitiative stoppt-5g.jetzt.

Soweit ich mich erinnere, unterscheidet sich Kommunikation von einer Benachrichtigung dadurch, dass der Informationsaustausch in beiden Richtungen stattfindet. Deshalb fällt es mir schwer, die Bedenken der 22 Bürgermeister im Kreis Garmisch-Partenkirchen nachzuvollziehen. Bevor sie mit einer Resolution ihren Unmut Luft machten, hätten sie ja auch einmal selbst in Vorleistung gehen und ihre Sorgen und Nöte mit den Mobilfunkbetreibern besprechen können. Oder sich in einer ruhigen Minute an den PC setzen können, um sich beim BfS oder im IZgMF-Forum über den tatsächlichen Stand der 5G-Debatte zu informieren. Möglicherweise wäre ihnen dann klar geworden, dass das derzeit in Betrieb gehende 5G keinen Deut "risikoreicher" ist als z.B. LTE oder UMTS, auch wenn das die selbstgewisse, fachlich jedoch restlos überforderte Damenriege von stoppt-5g.jetzt absolut nicht einsehen möchte.

Der Bayerische Gemeindetag vertritt 2029 bayerische Gemeinden. Wenn 22 Gemeindehäupter sich nicht ausreichend informiert sehen, sind das 1,08 Prozent aller bayerischen Häuptlinge. Ich meine, dieses überschaubare Problem sollte sich bilateral z.B. im Wirtshaus zur Post bei ein paar Gläsern gepflegten Biers zwischen den Streitparteien so schnell und gut lösen lassen, dass der "Aufstand" unaufgeregt von der Normalität abgelöst wird und rückstandsfrei aus den Medien verschwindet. Zumindest aus der angeblichen "Lügenpresse".

Bürgermeister Scheuerer, Ohlstadt, beklagt, die Auswirkungen von 5G auf die Gesundheit von Mensch und Tier und die Auswirkungen auf die Umwelt seien noch nicht ausreichend erforscht. Diesen Unsinn kann er sich nur aus der regionalen Anti-Mobilfunk-Szene besorgt haben. Unsinn deshalb, weil das gegenwärtig installierte 5G mit Frequenzen um maximal 3,6 GHz bestens erforscht ist, kitzelig wird es erst, wenn irgendwann in der Zukunft Frequenzen über 28 GHz zum Einsatz kommen werden, obgleich es höchst fraglich ist, ob dies dann mit flächendeckendem Mobilfunk der Fall sein wird. Zudem haben Kommunalpolitiker aus nahe liegenden Gründen nicht über Gesundheitsrisiken des Mobilfunks zu befinden, dies ist allein Sache des Bundes.

Hintergrund
Bayerischer Gemeinderat fordert forcierten 5G-Ausbau

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Risikokommunikation, Garmisch-Partenkirchen, Kommunalpolitik, Anti-5G-Fraueninitiative


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