5G-Messwerte aus Frankreich: Jakob bessert heimlich nach (Technik)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 20.05.2020, 00:01 (vor 986 Tagen) @ H. Lamarr

Das muss man sich mal vorstellen: Der Verein Gigaherz informiert die Öffentlichkeit bewusst falsch über die zu erwartenden 5G-Immissionen. Wider besseren Wissens ignoriert Jakob die tatsächlichen Messwerte aus dem ANFR-Messprotokoll und nennt z.B. für einen 5G-Sendemast in Mérignac eine Immission, die 4500 Prozent über dem tatsächlichen Messwert liegt!

Üblicherweise verdienen alte Menschen Respekt für ihre Lebensleistung. Jakob nicht. Er verdient Verachtung.

Ganz geheuer ist Gigaherz-Jakob sein eigener Text dann aber doch nicht gewesen. Am 19. Mai fügte der Gigaherz-Präsident nachträglich einen Absatz hinzu, ohne dass diese Änderung auf der Webseite in irgendeiner Weise kenntlich gemacht wurde. Diese Heimlichtuerei deutet darauf hin, Jakob selbst stuft seinen Eingriff als nicht ganz koscher ein. In folgendem Screenshot ist der neu hinzu gekommende Absatz gelb markiert.

Screenshot von Jakobs Beitrag über die ANFR-5G-Messungen, aufgenommen heute 22:50 Uhr
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Doch was will uns Jakob mit seiner Textergänzung sagen?
Ich meine, er weiß es selber nicht so ganz genau. Möglicherweise will er sich nach dem Vorbild des Barons am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, in den er sich selbst bugsiert hat.

Der neue Absatz ist semantisch wirr und befreit Jakob in keiner Weise von dem Vorwurf, die Schweizerinnen und Schweizer über die versuchsweise 5G-Exposition der Bevölkerung in Frankreich völlig falsch zu informieren. Berechnet hat einzig und allein Jakob etwas und seine Berechnungen gingen böse in die Hose, da war nichts "exakt". Gemessen hat allein die französische Funknetzagentur ANFR, was Jakob in dem Messbericht zu seinem großen Bedauern völlig übersehen hat. Jakob glaubte, ungestört eines seiner Märchen erzählen zu können, indem er aus der Zusammenfassung des Messberichts sorglos ein paar Messwerte herauspickte und diese laienhaft auf geringe Abstände zu 5G-Sendemasten hochgerechnet. Die Demütigung, völlig falsche Werte berechnet zu haben, hätte Jakob sich ersparen können. Er hätte nur den Messbericht durchblättern und die Grafiken betrachten müssen. Dort ist alles aus erster Hand erkennbar was man wissen muss – auch die unspektakulär schwache Exposition in geringem Abstand zu 5G-Sendemasten.

Jakob ist zweifelsfrei grober Desinformation überführt. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass er den Mumm aufbringt, seinen Fehler einzuräumen und zu berichtigen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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