Verzicht auf EMF-Vorsorgewerte bringt 2,6 Mrd. € mehr Gewinn (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 02.01.2019, 21:57 (vor 941 Tagen) @ H. Lamarr

Schweiz
Fläche: 41'285 km²
Anzahl Mobilfunkstandorte: 18'252 (Ende 2016)
Standortdichte: 0,442 Standort/km² (berechnet)
Bevölkerungsdichte: 205/km²
[...]

Ergebnis

[...]

Dreht man den Spieß um und wendet die schweizer Standortdichte von 0,442 Standort/km² auf Deutschland an, hätten wir hierzulande nicht 74'155 Mobilfunkstandorte, sondern 158'084. Nimmt man jetzt sehr konservativ an, dass ein Standort im Mittel 200'000 Euro Investitionskosten mit sich bringt, dann haben die deutschen Netzbetreiber durch den Verzicht Deutschlands auf einen Vorsorgewert 83'929 Mobilfunkstandorte nicht errichten müssen und dadurch 16,8 Mrd. Euro eingespart. Zu diesem stattlichen Betrag kommen noch die eingesparten jährlichen Mietkosten hinzu.

Wenn die deutschen Netzbetreiber überschlägig betrachtet rd. 17 Mrd. Euro eingespart haben, weil die deutsche Bundesregierung auf die verpflichtende Einführung von Anlagegrenzwerten nach schweizer Muster verzichtet hat, wie sieht es dann bei den Österreichern aus, die ebenfalls ohne Vorsorgewerte auskommen?

Kommt, schauen wir mal nach!

Österreich
Fläche: 83'879 km²
Anzahl Mobilfunkstandorte: 11'000 (Ende 2016; Ergebnis einer Anfrage beim FMK)
Standortdichte: 0,131 Standort/km² (berechnet)
Bevölkerungsdichte: 105/km²

Mit der schweizer Standortdichte von 0,442 Standort/km² gerechnet, gäbe es in Österreich nicht rd. 11'000 Mobilfunkstandorte, sondern rd. 37'000. Den Netzbetreibern Österreichs blieb also der Bau von 26'000 Mobilfunkstandorten erspart. Da aber die Bevölkerungsdichte in Österreich nur rd. halb so groß ist wie in der Schweiz, berücksichtigen wir dies mit dem Reduzierungsfaktor von 1/2=0,5 für die Anzahl der eingesparten Standorte. Denn bei weniger potenziellen Teilnehmern pro Funkzelle gerät eine Zelle weniger schnell an ihre Kapazitätsgrenze (weniger Handlungsdruck für Einrichtung einer Entlastungsfunkzelle). Bleiben immerhin noch 26'000 x 0,5 = 13'000 eingesparte Standorte übrig. Mit der konservativen Annahme, ein Standort koste einen Netzbetreiber im Mittel 200'000 Euro, lässt sich die Einsparung durch den Verzicht auf Vorsorgewerte in Österreich auf mindestens 2,6 Mrd. Euro beziffern.

Weil Zahlenwerte gerne eine vermeintlich hohe Beweiskraft ausstrahlen, hier noch einmal explizit der Hinweis, dass es sich bei der genannten Einsparung nur um eine überschlägige Berechnung mit unbekanntem Fehlerausmaß handelt!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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