Begünstigt 5G Hautkrebs? (II) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.02.2018, 20:45 (vor 991 Tagen) @ H. Lamarr

Fortsetzung von Teil I


Einfach mal so daher gesagt: Behauptung ohne Begründung

Der komplette Infektionsweg lautet nun: Peter Kälin – Devra Davis – Ron Melnick – Ben-Ishai. Doch der erste in dieser Kette, der von Hautkrebs redet ist nicht etwa Ben-Ishai, sondern der Amerikaner Ron Melnick. Wie der aus den Ausführungen des Israeli den Bogen zu Hautkrebs spannen konnte, bleibt sein Geheimnis. Und Peter Kälin interpretiert wiederum Melnick vorsichtig, indem er nicht behauptet, 5G-Funkwellen könnten zu Hautkrebs führen, sondern nur die Frage aufwirft, 5G könne Hautkrebs begünstigen. Doch selbst diese vorsichtige Formulierung ist in der vorgetragenen Form aus meiner Sicht abwegig, denn vom fehlenden Wirkmodell abgesehen sollten die Wendelantennchen in der Haut von Menschen nicht bei beliebig schwachen 5G-Signalen irgendein biologisches Unheil anrichten können. Beispielsweise durch mikroskopisch kleine SAR-Hotspots über Grenzwert. Doch weder Melnick noch Kälin machen Angaben zur Feldstärke, was in etwa so präzise ist wie die Warnung vor H2O, ohne über die Menge Wasser Auskunft zu geben, die man besser nicht schlucken sollte. Da sich 5G-Anwendungen bei den Frequenzen, die in Resonanz zu den von Gewebe stark bedämpften Wendelantennchen in der Haut stehen, aller Voraussicht nach bei sehr geringen Sendeleistungen abspielen werden, sehe ich in den leichtfertig daher gesagten Äußerungen von Melnick und Kälin lediglich zwei entwichene akademische Dampfblasen. Erwähnenswert nur deshalb, weil der eine hinaus posaunte was der andere auf der Seite einer beseelten Mobilfunkgegnerin vor sich hin murmelte. Verantwortungsvoller Umgang mit den Sorgen und Ängsten der Bevölkerung wegen Elektrosmog sieht mMn anders aus. Da die Katze aber nun mal aus dem Sack ist, darf davon ausgegangen werden, dass an den Lagerfeuern der Mobilfunkgegner das Märchen von 5G und schwarzem Hautkrebs mit rollenden Augen weiter kolportiert wird.

Milchmädchenrechnung

Wer genau hinschaut und den Artikel im "Beobachter" mit den Darbietungen auf der verlinkten Seite der umstrittenen Devra Davis vergleicht, kann sich des Eindrucks einer Übernahme weiterer Inhalte nicht erwehren. Dies erklärt zum einen schlüssig die tendenziöse Ausrichtung des Artikels und weckt andererseits die Sorge, ob die schweizerischen Leitmedien an einer objektiven unvoreingenommenen Berichterstattung anlässlich der geplanten Lockerung der Anlagegrenzwerte interessiert sind. Denn zu glauben, mit einer Schaukelstrategie aus ebenso vielen Pro- wie Kontra-Artikeln der Gerechtigkeit Genüge zu tun, das ist, wie bereits mehrfach dargelegt, wegen der Missachtung der tatsächlichen wissenschaftlichen Kräfteverhältnisse eine Milchmädchenrechnung.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Davis, Copy-Paste, Beobachter, Kolportage, Büchi


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