Lennart Hardell: eigene Interessenkonflikte vergessen? (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 30.08.2017, 21:30 (vor 835 Tagen) @ H. Lamarr

Dass Lennart Hardell kein Freund der ICNIRP ist weiß jeder. Die Intensität der Vorwürfe hat in den vergangenen zwölf Monaten jedoch deutlich zugenommen und erreichte in Hardells Rückblick World Health Organization, radiofrequency radiation and health - a hard nut to crack einen Höhepunkt. Hardell ist Teil einer Gruppe von Mobilfunkgegnern, die der ICNIRP Industrienähe vorwirft und deshalb zwischen WHO und ICNIRP einen Keil treiben möchte. Bislang hält sich die WHO in ihrer Haltung zu biologischen Risiken elektromagnetischer Felder eng an die Empfehlungen der ICNIRP.

In seinem online im Juni 2017 erschienenen Beitrag wiederholt Hardell einen Vorwurf, der erstmals im Dezember 2016 an die Öffentlichkeit drang:

It should be noted that the Ethical Board at the Karolinska Institute in Stockholm, Sweden concluded already in 2008 that being a member of ICNIRP may be a conflict of interest that should be stated officially whenever a member from ICNIRP makes opinions on health risks from EMF (Karolinska Institute diary number: 3753-2008-609). No statement of such conflict of interest can be found in the WHO draft of the Monograph on RF radiation.

Frei übersetzt: Die Ethik-Kommission des Karolinska-Instituts (Schweden) erkannte schon 2008, die Mitgliedschaft bei ICNIRP könne einen Interessenkonflikt bedeuten, auf den immer dann offiziell hinzuweisen ist, wenn sich ein ICNIRP-Mitglied zu Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Felder äußert (Karolinska Institute diary number: 3753-2008-609). Ein solcher Hinweis fehlt in dem Entwurf der WHO-Bewertung zu HF-Immissionen.

Der Mann fabuliert über Interessenkonflikte? Ernsthaft? Hat er vergessen, was seine eigene Geschichte angeht??

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
Wissenschaft, Interessenkonflikt, Hardell, Wissenschaftliches Fehlverhalten, Forschungsskandal, Geldgeber


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