Je reicher, desto Hirntumor (Forschung)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 21.06.2016, 16:53 (vor 1239 Tagen) @ Dr. Ratto

Hochschulabsolventen erkranken häufiger an Gehirntumoren...

Typisch Presse, klingt als ob lernen das Gehirn kaputt machen würde. Das ist Blödsinn.

Einspruch Frau Doktor: Tausende und abertausende Studenten haben sich z.B. am Studium der Maxwellschen Wellengleichungen den Kopf zerbrochen.

In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen Hirntumoren und dem Sozioökonomischen Status untersucht. Dazu gehört neben Bildung auch Beruf, Einkommen, familiäre Verhältnisse. Es zeigte sich ein Zusammenhang mit fast allen Parametern, nicht nur Bildung.

Spielverderberin ;-).

[...]

Sollte dieses Ergebnis zutreffend sein, wäre bei epidemiologischen Hirntumorstudien ein abweichender Bildungsstand zwischen Probanden und Kontrollen ein unerwarteter Störfaktor.

Das mit Sicherheit nicht, in ordentlich durchgeführen epidemiologischen Studien werden Fälle und Kontrollen grundsätzlich so gut wie möglich "matched", weil so etwas für einen Epidemiologen überhaupt nicht unerwartet sondern täglich Brot ist und Confounder heisst. Beispiel Interphone:

Ja, schon, aber was ist mit den unordentlich durchgeführten Studien von Laien? Unseren "Charles" und seine undokumentierten "Studien" meine ich damit nicht. Sondern konkret den Baubiologen Joachim Weise, der sich bekanntlich eine "Bürgerinitiative" hält (Netzwerk Risiko Mobilfunk Oberfranken e.V., kurz NRMO). Herr Weise lässt auf dieser NRMO-Webseite das Volk wissen:

Zur Erforschung der gesundheitlichen Risiken des Mobilfunks ist offensichtlich kein Budget vorhanden. NRMO fördert deshalb kleinere Forschungsvorhaben von Privatinitiativen. Die Ergebnisse werden vorzugsweise in der medizinischen Fachzeitschrift Umwelt-Medizin-Gesellschaft (UMG) veröffentlicht.

Nunja, möglicherweise meint Herr Weise mit kleineren Forschungsvorhaben auch nur das Studium der Fernsehzeitung. Und der UMG-Verlag sollte inzwischen sein Leben als Publikationsplattform für Hobbyforscher ausgehaucht haben. Dennoch ist das Risiko epidemiologischer Laienstudien aus der Provinz nicht ganz gebannt, denken Sie nur an Naila, Selbitz, Rimbach, Ruhstorf, Hennen und an Zwerenz' verschollene EHS-Studie. Zugegeben, das Risiko, dass solche Laienstudien in der Mobilfunkdebatte noch einmal Konjunktur haben werden ist gering (ohne UMG äußerst gering), doch Null isses nicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Baubiologe, Amateur, Netzwerk, Weise, Pseudowissen, NRMO


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