4,2-V/m-Vorsorgewert: Die Spur führt zu W. Maes (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 15.05.2016, 11:36 (vor 1276 Tagen) @ H. Lamarr

Zwar ist nicht völlig auszuschließen, dass es irgendwo doch noch ein unbekanntes Papierchen gibt, auf das sich das Umweltinstitut berufen kann, die Wahrscheinlichkeit dafür sehe ich jedoch in der Nähe von Null.

In der Nähe von Null ist nicht gleich Null. Bei der weiteren Suche nach dem ominösen Vorsorgewert bin ich mit dem Suchwort "Richtwert" ein Stück weiter gekommen und bei niemand anderem als Wolfgang Maes gelandet. Der Altvater der Baubiologie weiß sogar von zwei Richtwerten des "Oberster Sanitätsrat" zu berichten, allerdings nicht aus dem Jahr 2010, sondern 2002:

45 mW/m² (900 MHz)
90 mW/m² (1800 MHz)

Auf elektrische Feldstärke umgerechnet ergeben die 45 mW/m² ziemlich genau die gesuchten 4,2 V/m. Und weil es dem Umweltinstitut München darum geht, möglichst dramatisch niedrigere Werte im Vergleich zu den geltenden Grenzwerten zu nennen, ließ es den höheren Richtwert der Österreicher für die E-Netze (1800 MHz) unter den Tisch fallen, sonst hätten dafür rd. 5,8 V/m in die Tabelle eingetragen werden müssen.

Nun ist Wolfgang Maes, wie hier im Forum dokumentiert, jedoch alles andere als eine belastbare Quelle. Zwar finden sich noch andere Sekundärquellen, die von EMF-Richtwerten des Oberster Sanitätsrat der Österreicher berichten, die Suche nach der Primärquelle, der erst uneingeschränkt zu trauen ist, erwies sich jedoch unerwartet schwierig. Denn die Empfehlungen des Oberster Sanitätsrat, der entfernt so etwas ist wie die deutsche Strahlenschutzkommission für das Bundesamt für Strahlenschutz, wurden in "Mitteilungen der österreichischen Sanitätsverwaltung" verbreitet (offizielles Organ des Bundesministeriums für Gesundheit und Umweltschutz). Nach gut 100 Jahren wurden 2008 diese Mitteilungen (Druckschriften) jedoch zugunsten eines "Public Health Newsletter" :-( eingestellt. Das wäre nicht weiter schlimm, gäbe es ein Online-Archiv, in dem man sich gescannte ältere Ausgaben anschauen kann. Das aber konnte ich nicht finden, wer in älteren Mitteilungen lesen will muss in Bibliotheken gehen.

So ist die volle Wahrheit über den EMF-Richtwert der Österreicher und was das Umweltinstitut München daraus gemacht hat, vorerst nur wie durch Milchglas zu erkennen. Frei erfunden haben die Münchener den Wert nicht, doch warum sie ihn von 2002 ins Jahr 2010 verlegt haben ist ebenso unklar wie die personelle Zusammensetzung des damaligen Sanitätsrates sowie die Bedeutung dieses Richtwertes und dessen Gültigkeit heute.

Hintergrund
Oberster Sanitätsrat im Bundesministerium für Gesundheit

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Baubiologie, Maes, Oesterreich, Feldstärke, IBN, VB, EMF-Richtwert


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