Er hat sich schon wieder gejakobbt (III) (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 14.03.2016, 13:09 (vor 1920 Tagen) @ H. Lamarr

Studie untersucht Einfluss von Elektrosmog – Teilnehmer gesucht

Hans-U. Jakob, Ex-Präsident des schweizerischen Baubiologen-Vereins Gigaherz und treuer Stammleser im IZgMF-Forum, hat sich zu der Studie an der Uni Mainz in gewohnt humorvoll-qualifizierter Weise geäußert.

Es ist frappierend: Herr Jakob behauptet, die Studie an der Uni Mainz wolle mit untauglichen Mitteln "Elektrosensible" feststellen. Das aber ist völliger Blödsinn, die geplante Studie hat mit "Elektrosensibilität" nichts zu tun. Erkennbar schon daran, dass der Studienleiter nicht nach selbstdiagnostizierten "Elektrosensiblen" sucht, sondern nur nach gesunden Probanden. Was daran so schwierig zu begreifen ist, will mir nicht einleuchten.

Auch Jakobs Gefasel über die "Kitzelmaschine" aus Graz entbehrt jeglicher Substanz. Prof. Leitgeb verwendete vor vielen Jahren einmal Handelektroden, mit denen Probanden schwacher 50-Hz-Wechselstrom appliziert wurde. Das Ergebnis war, einige feinfühlige Probanden spürten den Wechselstrom (Kribbeln) bei deutlich schwächeren Werten als andere. Mit "Elektrosensibilität" im heute üblichen Sinn (sensibel gegenüber Mobilfunk) hatte dieser Versuch nichts zu tun, dennoch wurde Leitgebs Test auch so missverständlich kolportiert, dass der Eindruck entstehen konnte, er habe gegenüber HF empfindliche Leute gefunden.

Was Herr Jakob aus alledem macht ... – nunja, Papier und Monitore sind geduldig. Im Elektrosmog-Zirkus gibt es mMn keinen Hochseilartisten, der mehr Schwindel erregende Stories auf Lager hat als er. Niemand versteht selbst einfachste Sachverhalte so gründlich falsch wie mein alter Freund aus Schwarzenburg.

Hintergrund
Forschung: Elektrosensiblenstudie wartete 21 Monate auf Veröffentlichung

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehlinterpretation, Kolportage, Elektriker


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