Lerchl hat Adlkofer in der Zwickmühle: Mosgöller kommentiert (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 05.12.2015, 22:34 (vor 3124 Tagen) @ Alexander Lerchl

Nun beteiligt sich auch Herr Mosgöller mit etwas seltsamen Beiträgen:

"Ich würde gerne wissen, woher die Energie kommt, um nach so vielen vergeblichen Jahren (seit 2008) noch immer so zu tun, als wüßte man es besser als alle professionellen Prüfer bisher; es gab immerhin drei Fach-Kommissionen 2008-2010, zwei Journale die die 2 angeworfenen Arbeiten rehabilitierten, und einiges mehr. Soll die Erde wieder eine Scheibe werden ? Wozu?"

"Primär gehts hier eher um kuriose Fälschungsvorwürfe die Grundlagen-Forschung stören. Wir hören nur wiedergekaute Argumente, die mehrere Fachkommissionen und zuletzt ein Hamburger nicht überzeugt haben. Übrigens: In den neunziger Jahren gab es nur Jahre mit unter 500 Fällen, und ab 2000 sind es durchgehend über 600 Fälle. (Quelle: Statistik Austria)"

Tja, das ist stellenweise tatsächlich ziemlich kryptisch.

Wenn ich das so lese, was Herr Mosgöller über Gentoxische EMF-Wirkungen in der Grundlagenforschung schreibt, dann frage ich mich, wie das mit diesem Statement zusammen passt (rote Hervorhebung von mir):

Trotz einer Reihe neu publizierter Arbeiten wurden im Berichtszeitraum keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Die Frage möglicher gentoxischer Wirkungen bedingt durch Mobilfunk ist nach wie vor in Diskussion und nicht endgültig geklärt. Bisher liegt kein gesicherter Nachweis einer gentoxischen Wirkung in-vitro und in-vivo vor.

Der Text entstammt dem WBF-Elektrosmog-Gutachten 2013. Er (der Text) wurde als Konsensmeinung des WBF veröffentlicht. Herr Mosgöller war seinerzeit als externer Experte stimmberechtigtes Mitglied im WBF, also am Konsens beteiligt.

Was Herr Mosgöller komplett ausblendet, ist die Serie der gescheiterten Reflex-Replikationsstudien (Wiener/Berliner HF-Studien), die letztlich den Untergang von Reflex besiegelt haben. Und er hat übersehen, dass seine eigene Uni, die MUW, von der EU erhaltene Forschungsgelder für Reflex nach Bekanntwerden der Fälschungsvorwürfe an die EU zurück erstattet hat.

Da passt einiges nicht zusammen. Wenn ich mich recht entsinne, hat Herr Mosgöller jedoch auch persönliche Beweggründe, gegen Lerchl besonders beherzt zu Felde zu ziehen.

Ich würde von Herrn Mosgöller gerne wissen, was aus dieser 2012 groß angekündigten und unter dubiosen Begleitumständen leidenden Großstudie geworden ist, deren wissenschaftliche Leitung er innehatte. Inzwischen sind mehr als drei Jahre ins Land gezogen, von der Großstudie fehlt seit Ankündigung jedoch jede Spur.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Mitglied, Interessenkonflikt, In-Vitro, Motivation, Mosgöller, WBF, Rückerstattung


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