Private Ansichten eines Physikdozenten werden Lehrmaterial (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 29.06.2015, 20:24 (vor 1481 Tagen) @ H. Lamarr

Das IZgMF hat sich die von Herrn Scheler noch an der Hochschule ausgearbeiteten pädagogischen Unterrichtseinheiten "Wirkungen und Gefahren von Handy- und Mobilfunkstrahlung" besorgt (7. bis 10. Schuljahr) und mit sehr gemischten Gefühlen angesehen.

Da diese Unterrichtseinheiten von Dr. Scheler nicht als PDF im www herumschwirren, ist es für Außenstehende nur mit Mühe möglich nachzuvollziehen, ob meine Kritik an Schelers Werk berechtigt ist oder nicht.

Es gibt jedoch noch einen anderen Weg, sich über die Ansichten des Physikers zu informieren, ein einfacher, unentgeltlicher und bequemer Weg, der ins www führt zu einer Präsentation des Physikers aus dem Jahr 2013:

Mobilfunkstrahlung – eine unterschätzte Gefahr? (PDF)

So lautet der Titel der Präsentation, die sich der Entwicklung von Bewertungskompetenz zur Mobilfunkstrahlung in Projektseminaren des naturwissenschaftlichen Fächerverbunds verschrieben hat. Ein scheinheiliger Titel, denn Scheler lässt in seinem 48-Seiten-PDF nicht den geringsten Zweifel, dass er anstelle des Fragezeichens im Titel viel lieber ein Ausrufezeichen setzen würde. Der Autor verwurstet so ziemlich alles, was in Anti-Mobilfunk-Kreisen an Alarmen, Scheinalarmen und Fehlalarmen kolportiert wurde. Und Scheler kopiert die Praxis der Anti-Mobilfunk-Vereine, den wissenschaftlichen Kenntnisstand völlig verzerrt abzubilden, indem er aus dem Pool zigtausender Studien gezielt Alarmstudien herauspickt ohne die zugehörigen Entlastungsstudien auch nur zu erwähnen. Adlkofer wird zitiert, Lerchl kennt er nicht. Schülerarbeiten serviert der Physiker als wären sie wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse.

Die 48 Seiten sind aus meiner Sicht der indiskutable Versuch eines Mobilfunkgegners, mit unterschwelliger Beeinflussung das dilettantische Dogma der Anti-Mobilfunk-Szene zu verbreiten: Mobilfunk macht krank. Indiskutabel aus zwei Gründen: Zum einen wegen der einseitig auf Alarm getrimmten Darstellungsweise, zum anderen weil Kinder und Jugendliche in aller Regel leichter zu manipulieren sind als Erwachsene, der Zugriff auf diese Zielgruppe mMn daher nach strengeren Anstandsregeln stattfinden sollte, was ich bei Herrn Scheler jedoch in keiner Weise erkennen kann. Die eigene verzerrte Meinung über das Risiko Mobilfunk als Unterrichtsmaterial zu verkleiden und zu verbreiten kann nicht gewollte Aufgabe eines Physikdozenten an der PH Heidelberg gewesen sein. Ich meine dies wäre eher Anlass für eine Untersuchung der Frage: Wie konnte so etwas überhaupt passieren, wie lässt es sich künftig verhindern?

Herr Scheler meidet das IZgMF, obwohl es ihm fachlich eigentlich auf den Leib geschneidert ist. Kennt er es womöglich gar nicht? Doch, er kennt es. Die Fotos auf Seite 20 seines PDFs belegen es. Üblicherweise ist es ein ungeschriebenes Gebot der Fairness, von privaten Webseiten unautorisiert abgegriffene Fotos wenigstens mit einem Quellenhinweis zu versehen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
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