Trick 18: Mit Zuwarten für immer auf der Erfolgsspur (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 21.08.2014, 19:42 (vor 1981 Tagen) @ H. Lamarr

Eva W. aus O. in M. war über einen Artikel in der Süddeutschen empört, und wandte sich deshalb an den Presserat.

Und noch etwas ist mir aufgefallen.

Die Beschwerde von Frau W. datiert vom 29. März 2014.

Am 3. Juni gab der Presserat der Beschwerde statt und am 19. August veröffentlicht Frau W. die ganze Geschichte im Gigaherz-Forum. Die Verzögerung zwischen Ratsentscheid und Veröffentlichung ist nicht von Belang, sie kann viele Gründe haben.

Bemerkenswert ist mMn etwas anderes: Sonst extrem mitteilsam hat Frau W. über ihre Beschwerde vorab öffentlich nichts verlauten lassen. Ich habe mich gefragt, warum sie diese Information so lange zurück gehalten hat und ich habe ein plausible Antwort: Sie wollte abwarten, wie der Presserat entscheidet, um bei einem abschlägigen Bescheid nicht als Verliererin dazustehen, wie mir das bei meiner Programmbeschwerde gegenüber dem NDR passiert ist.

Mit simplem Zuwarten gelingt es Frau W., Misserfolgsmeldungen diskret unter den Tisch fallen zu lassen, und allein mit Erfolgsmeldungen zu glänzen. In dieser Disziplin ist sie dem Literaturprofessor Karl Richter voraus, der am 27. August 2007 eine Programmbeschwerde beim WDR einreichte und vollmundig darüber auf der Website der sogenannten Kompetenzinitiative berichtete. Doch dann kam es anders, als von Richter erwartet, der WDR-Rundfunkrat wies seine Beschwerde ab. Richter behielt dieses unrühmliche Ende seines Vorstoßes für sich, berichtete nicht darüber, sondern steckte den Kopf in den Sand und schwieg. Als das IZgMF bemerkte, dass da eine Geschichte ohne Ende im www stand, holten wir das nach, was Richter versäumte.

Der Vorfall zeigt, wie schwer es einem Frontmann der vereinigten Mobilfunkgegner gefallen ist, einen Misserfolg offen einzugestehen. Er ist natürlich nicht der einzige Mobilfunkgegner, der damit seine liebe Not hat, das hese-Project etwa steht ihm mit der unseligen Hühnerembryonenstudie in keiner Weise nach. Doch inzwischen hat sich die Methode "Zuwarten bis das positive Ergebnis fest steht" in der Szene herum gesprochen, gefühlt ist deshalb die Anzahl empfindlicher Pleiten geringer geworden - nein, sie ist nicht geringer geworden, es werden dank der Zuwartung lediglich weniger Pleiten bekannt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Misserfolg, Trick, Goethe-Experte


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