REFLEX, warum sind die Studien noch immer zitierbar? (Allgemein)

Kuddel, Montag, 20.05.2013, 14:54 (vor 2713 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Montag, 20.05.2013, 15:11

Darf eine Zeitschrift sich dem Retaktionswillen eines Autors über Jahre hinweg widersetzen?

Verlage sind kommerzielle Unternehmen, die von Veröffentlichungen und Meinungfreiheit "leben" und Wissenschaftsverlage im Speziellen "leben" von ihrer Reputation.
Wie auch bei den Tageszeitungen, verfolgen Verlage verschiedene Strategien.
Die einen legen den Schwerpunkt auf Qualität, die anderen auf einen möglichst hohen "Impact Factor", wichtig ist beides, denn die Qualität bestimmt den Preis, der genommen werden kann.
(Der Impact Factor gibt zwar Aufschluss über die Häufigkeit von Zitierungen, jedoch nicht über die „handwerkliche“ (methodische) Qualität einer Fachzeitschrift.)

Eine Retraktion gleich mehrerer Studien würde vermutlich nicht nur ein schlechtes Licht auf die Autoren werfen, sondern auch auf den Verlag.

Manche Leser könnten sich fragen, wie die zurückgezogenen Arbeiten denn jemals das vielgerühmte "Peer-Review" bestehen konnten, wenn schon ein einfacher Statistik-Plausibilitäts-Check Ungereimtheiten aufzeigt (Stichwort: ungewöhnlich niedrige Standardabweichungen) und eine Ethik-Komission für wissenschaftliches Fehlverhalten feststellt, daß nicht nachvollziehbar sei, wie die Daten und daraus abgeleiteten Ergebnisse entstanden sind => Hinweis auf unzureichende Dokumentation.

Da könnte die Strategie lauten "bloss nicht unnötig Staub aufwirbeln".

K

Tags:
Impact Factor


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