Warum klingelt ein Handy im Mikrowellenofen? (Allgemein)

Kuddel, Mittwoch, 27.01.2010, 23:58 (vor 4752 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Donnerstag, 28.01.2010, 00:23

Hier gibt's ne recht gute Erklärung

Die Erklärung ist schon ganz gut.
Eine "Leckquelle" ist, wie im Fachartikel schon erwähnt, die durchsichtige Scheibe.
Auch Charles dürfte mit seiner Dämfungsangabe von 15dB (bei Mobilfunkfrequenzen) nicht ganz daneben liegen.

1.) Die Mikrowelle ist mitnichten ein perfekter Faradaykäfig.
Dazu müßte nämlich die Tür einen umlaufenden metallischen Kontakt mit dem Garraum haben...hat sie aber nicht. Es gibt, außer vielleicht an den Türangeln, gar keinen Kontakt. Mitunter gibt es sogar einen Luftspalt von einigen zehntel Millimetern zwischen Tür und Rahmen des Garraums.

2.)
Wie in dem von Doris verlinkten Artikel korrekt festgestellt wurde, ist die Dämpfung frequenzabhängig. Warum ?

3.)
Um sich eine aufwändige (und schmutzanfällige) Türdichtung mit Kontaktzungen zu sparen, greift man zu einem Trick:
Die Tür "überlappt" den Rahmen des Garraums umlaufend. Sowohl die Tür, als auch der Spalt zwischen Tür und Garraum ist dabei von den Maßen der "Überlappung" derart optimiert, daß der Spalt bei 2,45GHz (die Betriebsfrequenz der Mikrowelle) eine (Serien-)Resonanz hat und damit annähernd wie eine metallische Verbindung zwischen Tür und Rahmen wirkt.

Dieser "Trick" funktioniert jedoch nur für eine Frequenz (und deren ungeradzahligen Vielfachen). Je stärker die Frquanz von 2,45GHZ abweicht, umso schlechter der "Spalt-Kurzschluß".

=> Der häusliche Mikrowellenherd ist also nur für 2,45 GHz (annähernd) ein Faradaykäfig, nicht aber für andere Frequenzen.


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