Kein Wirkmodell ohne Wirkung ▼ (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 02.02.2009, 16:03 (vor 5051 Tagen) @ Doris

Ich sehe keinen Anlass, von meiner Wertung "viel Wind um Nichts" Abstand zu nehmen. Herr Zwerenz glaubt, der Widerstand von Bürgern hätte die Industrie zum Einlenken in Richtung strahlungsarme Technik gebracht.

So deute ich seine Überschrift nicht.

Ihr gutes Recht. Ich hätte noch erwähnen sollen, dass ich mit Zwerenz telefonierte ...

Bei dem Interesse an evtl. gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Dauerstrahlung, welches in der Öffentlichkeit herrscht, glaube ich weniger, dass Umstellung auf eine neue, in dem Fall strahlungsarme Technologie der große Hit sein wird.

Immerhin hat das Umwelt-Bundesamt mit der kürzlichen Einführung eines blauen Engels für DECT dafür gesorgt, dass die Anbieter mit ihren strahlungsarmen DECTs jetzt eine Punktlandung hinlegen können. Das wird der Nachfrage nach Strahlungsarm sicher nicht schaden.

Da glaube ich schon eher, dass die Industrie sich hier den Forderungen des BfS beugt, da die Diskussionen um Elektrosmog eben nach all den Jahren doch nicht abgerissen sind.

Gut vorstellbar! Nur, warum soll etwas nicht mehrere ineinander greifende Ursachen haben?

Ich habe eher den Eindruck, dass da vorsorglich gehandelt wird um Elektrosmog zu verringern. Und es macht bei DECT und WLAN ja auch wirklich keinen Sinn, warum die "strahlen" müssen, wenn sie nicht in Betrieb sind.

Ja genau, Vorsorge. Was da aber hineininterpretiert wird, das geht auf keine Kuhhaut. Das kommt mir so vor, dass einem Brückenbauer, der seine Konstruktion um den Faktor 5 stabiler gebaut hat als unbedingt nötig, vorgeworfen wird, er halte es für möglich, seine Brücke könnte einstürzen. Und die Presse schweigt dazu!

... Einem athermisch begründeten Effekt liegt ja dann wohl ein Wirkmechanismus zugrunde, der zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht vorstellbar ist ...

Die Herren Carlo, Mutter, Warnke und diverse andere haben, wie Sie wissen, durchaus so ihre Vorstellungen. Nur: die sind halt nicht maßgebend. Stellenweise möchte ich sagen: Gottseidank!

Die Bereitschaft zur professionellen (teuren) Suche nach einem Wirkmechanismus ist mMn eine Funktion aus Risikopotenzial x Anzahl Betroffener x Zeit. Soll heißen: Wegen der exorbitant hohen Anzahl der Menschen (rd. 3 Mrd.), die die GSM/UMTS-Funktechnik nutzen, müssten sich trotz der relativ kurzen Nutzungsdauer (<17 Jahre) langsam auch wissenschaftlich anerkannte Zusammenhänge herauskristallisieren (z.B. Rauchen --> Lungenkrebs), meinetwegen noch schwach, aber eben doch erkennbar mit Trend nach oben. Soviel ich weiß, ist dies weltweit jedoch nicht der Fall. Und mit Blick auf ES kann ich auch keinerlei Wachstum erkennen, die Anzahl der schweren Fälle (Extrem-ES, die sich an die Öffentlichkeit wenden) verharrt trotz enormer Netzverdichtung seit vielen Jahren auf konstantem (einstelligen) Niveau. Aus alledem schließe ich, dass der geheimnisvolle Wirkmechanismus sich der Aufdeckung möglicherweise auch in den kommenden Jahren noch hartnäckig widersetzt, weil es ihn gar nicht gibt. Ja, inzwischen halte ich selbst dies für nicht ausgeschlossen, wobei mir durchaus klar ist, dass ein paar Unentwegte aus dem Kreis der 1G-Kritiker auch in 30 Jahren noch suchen werden, wenn Gebrechen der eher greifbaren Art sie nicht daran hindern werden. Das hat dann aber die Qualität einer Suche nach Ufos, Yetis, Atlantis ...

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=28751

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Risikokommunikation, Wirkmodell, W-LAN, Wirkmechanismus


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