Antwort IZgMF vom 09.09.2007 (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 23.10.2008, 22:29 (vor 5719 Tagen) @ H. Lamarr

Sehr geehrte Frau Hentschel,

Ihrer Schilderung zufolge haben Sie möglicherweise das "Pech", zu den wenigen Menschen zu gehören, die unter Elektrostress leiden. Allerdings schreiben Sie in der Vergangeheitsform, so, als ob die Mobilfunkbelastung zwei Jahre angedauert hat, nun aber nicht mehr vorherrscht. Normalerweise, so berichten es Elektrosensible Personen, vergehen die Beschwerden wieder, sobald keine Exposition mehr stattfindet. In Ihrem Fall scheint es nun so zu sein, dass Sie auch auf andere Felder reagieren (NF-Felder) und deshalb die Symptome nicht abklingen, obwohl kein Mobilfunkmast in Ihrer Nähe ist. Konkrete Aussagen ließen sich nur machen, wenn bei Ihnen vor Ort eine fachkundig durchgeführte Messung stattfindet, die allerdings mit etwa 200 bis 400 Euro zu Buche schlagen dürfte und daher aller Voraussicht nach ausscheidet. Vielleicht sollten Sie auch noch den Gedanken zulassen, dass Ihre Beschwerden doch nicht von elektromagnetischen Feldern verursacht werden, und Sie bei der Suche nach anderen Verursachern möglicherweise fündig werden. Vermutlich haben Sie dies aber bereits für sich ausgeschlossen, deshalb:

Unter folgendem Link finden Sie Ärzte, die den Freiburger Appell unterzeichnet haben und der Thematik Elektrostress aller Voraussicht nach offener gegenüberstehen als andere Ärzte:

http://www.elektrosmognews.de/aerzteliste.htm

Ob Ihnen einer dieser Ärzte helfen kann, ist freilich ungewiß, denn weil es für Elektrostress kein anerkanntes Wirkungsmodell gibt, ist eine seriöse wirkungsvolle Behandlung im Grunde nicht möglich. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine mehrfache chemische Vorschädigung (MCS) die Empfindlichkeit für Elektrostress anhebt. Und diese chemische Vorschädigung lässt sich eventuell mit speziellen Medikamenten kompensieren. Dr. Hecht, Berlin, empfiehlt z.B. "Zeolith", ob es bei Ihnen etwas hilft, müssten Sie ausprobieren (Kontakt zu Dr. Hecht am besten über - http://www.hese-project.org/ - Herrn Matz knüpfen). Eine Alternative wäre Dr. Heinrich von der Fa. Labo-Tech (http://www.labo-tech.de/index_1.htm), der bei Ihnen zunächst eine Redoxanalyse machen könnte - auch hier ist ein Erfolg im vorhinein kaum zu prognostizieren, aber einen Versuch wäre beides wert.

Ansonsten kann ich Sie nur noch an den Verein für Elektrosensible, München, verweisen, der mit elektrosensiblen Personen in Deutschland wohl die größte Erfahrung hat und möglicherweise konkrete Hilfestellung leisten kann, z. B. durch Benennung von Kontaktpersonen in Ihrer Nähe. Leider hat der Verein nur eine gebührenpflichtige Telefonnummer:

Verein für Elektrosensible e.V.
Haus der Paritätischen Wohlfahrt
Düsseldorfer Str. 22
80804 München
Hotline Di+Do 9-12 Uhr :
0900 / 11 00 791 (90 Cent/min)

So, ich hoffe, diese Auskünfte helfen ihnen jetzt erst einmal ein bisschen weiter.

Viel Glück!
IZgMF

Stephan Schall


PS: Wenn Sie mögen, halten Sie uns doch auf dem laufenden, wie die Sache bei Ihnen weitergegangen ist.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Werbung, Empfehlung, MCS, Redox, Freiburger-Appell, Zeolith


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