Studienboykott durch ES ▼ (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 13.07.2008, 17:34 (vor 4118 Tagen) @ KlaKla

Halten sie sich daher damit zurück, behindern sie [sic!] ihre "Anerkennung".
Quelle: Gigaherz

Helmut Breunig ruft hier zum Boykott von ES-Studien durch ES auf. Aus meiner Sicht ist dies ebenso kurzsichtig, wie der Aufruf zu einem Wahlboykott, denn schließlich erlangen dadurch diejenigen, die doch hingehen, eine sehr große Bedeutung. Und wenn einer schon unter Verfolgungswahn leidet, dann muss ihm auch diese Überlegung einleuchten, die einen Boykott widersinnig erscheinen lässt: Die Industrie ist emsig darum bemüht, die Existenz von ES zu leugnen und sie schreckt daher auch nicht davor zurück, Studien zu manipulieren. Eine höchst simple Form der Manipulation wäre nun die, eigene Leute zu ES-Studien zu schicken, welche die lediglich vorgeben ES zu sein und deshalb bei jedem Test mit Pauken und Trompeten durchfallen. Wenn nun "echte" ES zukünftig alle Studien boykottieren, wird das Feld allein den "unechten" oder sogar "falschen" ES überlassen - wohin dies führt brauche ich glaube ich nicht weiter ausmalen.

Also, aus meiner Sicht ist der Boykott-Aufruf von Helmut Breunig für die Interessen der ES hochgradig schädlich (ein Aspekt, den er mit [sic!] vorsorglich und kräftig verschlüsselt in seinen Aufruf eingearbeitet hat). Statt sich in Höhlen zu verschanzen sollten ES sich um Studiendesigns bemühen, die auch in den Augen der ES faire Testbedingungen nach wissenschaftlich anerkannten Massstäben schaffen. Für ein solches Konzept ließe sich dann mit Sicherheit auch eine zufriedenstellende Realisierung finden, denn das Monopol auf Laborausstattung scheint allmählich aufzuweichen. Den ES muss allerdings klar sein: Ein derartiger Studienzyklus wäre so etwas wie das letzte Aufgebot - führt auch dieses nicht zu den erhofften Ergebnissen, wird naheliegenderweise das (öffentliche) Interesse an einer weiteren Erforschung der ES gegen Null gehen.

So gesehen hat Breunigs Boykottaufruf dann doch wieder einen Sinn: Nämlich den Mythos von der Elektrosensibilität so lange wie nur irgend möglich aufrecht zu erhalten (wenn sich ES wegen des Boykotts nicht weiter erforschen lässt, bleibt nur der Mythos von ES übrig). Wenn dabei wenigstens noch eine positive Perspektive zu erkennen wäre, dann könnte ich das ja noch verstehen. Diese aber sehe ich trotz angestrengter Suche nicht, denn das Thema ES dümpelt nun schon seit Jahren in Stagnation der Bedeutungslosigkeit entgegen zumal den sogenannten ES-Verbänden offensichtlich nichts besseres einfällt, als 1-mal im Jahr mit ermüdend langweiligen Aufrufen einen von 365 Tagen im Jahr zum handyfreien Tag auszurufen. Notiz nimmt davon niemand. Aber das merken die Verantwortlichen in Ihrer Seifenblase offenbar schon lange nicht mehr.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=22878

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
sekundärer Krankheitsgewinn, Eskalation, Seifenblase, Boykott


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