Schmetterling, glauben Sie mir nicht? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.12.2007, 00:48 (vor 4394 Tagen) @ Schmetterling

Spatenpauli, weder Sie noch ich wissen in diesem Fall, was wirklich da los ist, welcher Art die Antennen sind, wer welche Interessen vertritt oder was damit erreicht werden soll. Eine Diskussion zu so wenig Handfestem lehne ich ab.

Mir ist es allein um den Ton des Hilferufs gegangen. Da scheint jemand Durchzudrehen, egal ob er mit 0,4, 4 oder 40 V/m bestrahlt wird, egal ob von W-LAN, GSM oder UMTS, egal ob ES oder Nicht-ES. Hier signalisiert ein Mensch große Angst. Warum? Denen, die für diese Panik verantwortlich sind ist dies meiner Erfahrung nach: egal. Die merken davon nicht einmal viel, weil sie so damit beschäftigt sind, die Leute "aufzuklären", dass für die unangenehmen Nebenwirkungen dieser Aufklärung kein Platz mehr da ist. Kein Schmu: Angehörige von angstanfälligen Opfern der "Aufklärer", die unter den unangenehmen Nebenwirkungen zu leiden haben, haben bereits Klage wegen Körperverletzung erwogen.

Nur, wer steht der Person dort nun bei, wer legt ihr die Hand auf die Schulter und sagt, mach mal langsam, die Masten sind nicht das Problem, sondern viel eher die Handys.

Mit dem Handauflegen warten wir vorsichtshalber noch ein wenig, denn für mich ist ein grundlegender Punkt nicht geklärt. Spatenpauli, beweisen Sie mir irgendwie anhand von Studien oder ähnlichem, dass das Handy wirklich schädlicher ist, als andere Funk- Techniken oder Anwendungen.

Besser: Beweisen Sie es sich selbst. Sichten Sie an Studien, was Ihnen gefällt und achten Sie auf die in den Studien verwendeten Immissionswerte. Zumeist werden diese bei Laborstudien als SAR-Werte genannt. Werte größer 0,08 W/kg bedeuten, dass es sich um eine Studie mit Feldern handelt, die außerhalb des Sicherheitsabstandes einer Mobilfunk-Basisstation nicht vorkommen dürfen (Ganzkörperimmission). Solche Studien betrachten dann also Handy-Immissionen, solange der Wert 2 W/kg nicht überschreitet. Mehr darf einer Privatperson nicht zugemutet werden, wer beruflich damit zu tun hat muss auch mal 4 W/kg aushalten. So, und nun gucken Sie sich z.B. mal die neue Prof. A.-Studie an oder die jüngste Salford-Studie oder die österreichische Auva-Studie oder ...

Es ist mir recht, wenn Sie da etwas gründlich vorgehen und etwas Belastbares vorbringen.

Pech gehabt, nun haben Sie die Arbeit :-).

Die Berechnung, die Sie hier eingestellt hatten, reicht nicht aus.

Ja klar, dies ist ja nur ein plakatives Beispiel. Bei Hausbesuchen hat es aber meist durchschlagende Wirkung, aufkeimende Panik wieder einzudämmen.

Sie macht in meinen Augen nur dann Sinn, wenn ein Wirkmodell sie komplettiertieren würde.

Sobald Sie Ihre ES reproduzierbar unter Beweis stellen können, sind wir auf dem besten Weg, ein anerkanntes Wirkmodell zu finden. Der umgekehrte Weg erscheint mir eher wie der Versuch, den Lotto-Jackpot zu knacken.

Wie sieht es mit W-Lan, mit DECT, mit der Umgebung von Antennen mit vergleichbaren Studien aus?

Schmetterling, da möchte ich Sie zurückverweisen auf die ältere Diskussion: Hier geht es nicht um Bauchweh, sondern um Krebs. Da wurde Ihre Frage meine ich plausibel beantwortet.

Mir fällt zu diesem Thema spontan die Studie aus Kairo ein.
( http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=9259&page=0&category=0&order=last_answer )

Ich mag da jetzt die sehr provokante Frage stellen: "Können wir es uns leisten, dass die Bevölkerung dümmer gemacht wird und ihre Leistungsfähigkeit verringert wird?"

Da pflichte ich Ihnen begeistert bei: Die größte Verblödungsmaschine ist mMn aber nicht der Mobilfunk, sondern das Privatfernsehen - und die Öffentlich-Rechtlichen schielen auch schon ziemlich stark.

(Warum gibt es nicht eine Wiederholung solcher Studien?)

Weil wir Kritiker Spendengelder lieber für fruchtlose Klagen aus dem Fenster werfen statt in sinnvollen Projekte zu investieren. Fragen Sie mal bei hese nach, was für die Hühnerembryonenstudie zusammengekommen ist. Das war trübe. Aber Klagen und Verlieren, dafür ist Geld da. Sogar immer wieder neu :no:. Dabei werden Klagen doch immerzu mit der Begründung abgewiesen, die Grenzwerte seien sicher, also stimmt da was an der Reihenfolge nicht: Erst Gefährdungen glaubhaft nachzuweisen versuchen und dann Klagen. Ja, ich weiß, der Nachweis ist teuer und die Labore kollaborieren gerne - aber wir haben's nie so richtig probiert, oder?

Recht sicher nachgewiesene, mögliche Krebsauslöser(Reflex) bedingen einen anderes Wirkmodell als ein gestörtes Kurzeitgedächtnis, Aufmerksamkeitsdefizite, eine niedrigere Leistungsfähigkeit, Depressionen, Schlafstörungen u.a. . Es gibt gewiss mehrere Wirkmodelle!

Keine Ahnung, was Sie sagen klingt aber plausibel.

Was wiegt schwerer, eine "leistungsgeminderte Bevölkerung", die wirklich zwangsbestrahlt wird oder Tumore, die die betroffene Person hätte vermeiden können?

Sagen Sie mal, auf welcher Seite stehen Sie eigentlich? Das eine ist ein Wirtschaftsfaktor, das andere Schicksal. Und beides ist nur These. Nehmen Sie doch was reales, z.B. KFZ: Da lässt sich die durch Benzol, Dieselruß, Kohlenmonoxid usw. leistungsgeminderte Bevölkerung sicherlich schon ausrechnen und dies müssen Sie dann nur noch in Relation zu den Verkehrstoten setzen, die selbst am Steuer saßen. Mehr als eine Randnotz auf Seite 3 wird das Ergebnis aber kaum schaffen, denn keiner will aufs Auto verzichten, ebensowenig wie aufs Handy. Also: nur ABM mit akademischen Wert.

Ich fürchte niemand wird dort helfen, der/die muss selber irgendwie mit seiner Angst klar kommen, ganz so wie "meine" Frau Semmelweis, die 1 Jahr lang Ihre Wohnung nur noch zum Übernachten nutzte und sich ansonsten bei ihrer Tochter aufhielt oder durch die Straße wanderte.

Ach bitte, spatenpauli, kein "Frau Semmelweis" mehr...

Was nervt Sie denn an meiner "Frau Semmelweis" so? Soll ich Ihnen lieber von der deutlich jüngeren Frau erzählen, in deren Schafzimmer ich 0,6 µW/qm gemessen habe und die dennoch mit Ihrer Familie solange in den Keller ziehen will bis das Haus verkauft ist? Auslöser der Panik ist ein neuer Sendemast nebenan, der noch nicht sendet. Und 3-mal dürfen Sie raten, woher die Leute ihre Angst her haben und den heißen Tipp, im Keller zu nächtigen. Oder soll ich Ihnen doch lieber von der Frau erzählen, die sich in eine schnuckelige Wohnung verknallt hatte, diese dann aber schweren Herzens und nach Wochen des Grübelns doch nicht genommen hat, weil der 700 Meter entfernte Sendemast zu nahe war. Oder soll ich ... Wie hätten Sie es denn gerne? Schmetterling, vielleicht sind diese "Fallschilderungen" für Sie genauso unangenehm wie mir diverse Fallschilderungen von ES den Adrenalinhaushalt durcheinanderbringen. Warum ist dies so? Glauben Sie mir etwa nicht?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Klage, Keller, Realos, Hühnerembryonen-Studie


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