Die Kunst der Darstellung ist die halbe Karriere

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.04.2004, 23:37 (vor 7363 Tagen) @ Raylauncher

Liebe Heike,
da haben Sie die Ausführungen von Herrn Prof. Wuschek aber gründlich missverstanden. Bei den Messungen, die im Auftrag der Stadt Nürnberg durchgeführt wurden ist ganz klar herausgekommen, dass auch innerhalb von Bahnen und Bussen die Feldstärken durch telefonierende Fahrgäste kaum höher liegen, wie in vergleichbaren Situationen außerhalb. Die Messwerte 132 mW/m² bzw. 70 mW/m² sind keinesfalls erschreckend. Es handelt sich dabei um die Spitzenwerte. Die Mittelwerte sind beim Handy um den Faktor 8 geringer (Tastverhältnis 1:8!). Insgesamt betrachtet liegen die Felder also um mehr als den Faktor 250 unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte!
Ihr Raylauncher

Lieber Raylyncher,
Sie sind schon ein Meister Ihres Fachs: Da tadeln Sie Heike der missverständlichen Interpretation, nur um dann ihrerseits missverständlich zu interpretieren - ohne dabei allerdings Heike auch nur ansatzweise zu widerlegen. Das, lieber Raylyncher, verdient durchaus Anerkennung. Zur Sache möchte ich jedoch anmerken:
a) Laut Wuschek ist im Bus in den Additionszonen der Reflexionen die Feldstärke nicht "kaum höher", sondern doppelt so hoch wie im Freifeld.
b) Was haben Sie gegen die Spitzenwerte und die damit verbundene Worst-case-Betrachtung? Dies ist doch bei der Risikoabschätzung gang & gebe. Auch die RegTP z. B. berechnet die Sicherheitsabstände um Basisstationen nach diesem Muster, um auf Nummer sicher zu gehen. Wollen Sie sagen, die RegTP macht da was falsch?
c) Der Maximalwert von 132 mW/m² resultiert aus einem einzigen in Bus mit voller Leistung sendenden Handy. In so einen Bus passen aber je nach Bauart gut und gerne 60, 80 oder mehr Leute. Wissen Sie was im Bus für Maximalfeldstärken auftreten können, wenn jetzt zehn Leute gleichzeitig unter ungünstigen Empfangsbedingungen telefonieren? Ich glaube Sie ahnen's zumindest, und deshalb haben Sie diesen Punkt in Ihrer Entgegnung so dezent unterschlagen.
d) Wuschek hat in einem Bus ohne metallbedampfte Scheiben gemessen. Ich glaube Sie wissen sehr gut was das heißt, zumal die Wärmeschutzverglasung auch bei Bussen im Vormarsch ist.
Ihr spatenpauli

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Messung, Freifeld, Linienbus


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum