Tauchaer hält Trafo für gefährlich (Allgemein)

Gast, Samstag, 10.02.2007, 08:01 (vor 5840 Tagen) @ Gast

Stephan Spaarmann will neue Anlage von seiner Hauswand weg haben

Taucha. In der Graßdorfer Straße in Taucha wächst ein neues Wohngebiet. Eine Tafel wirbt damit, dass dort Häuser zum Wohlfühlen entstehen. Überhaupt nicht wohl füllte sich allerdings Stefan Spaarmann, ein Nachbar der neuen Wohnanlage. Den im Zuge der Erschließung und Veräußerung von Grundstücken hat der Energieversorger Enviam die Stromversorgung an dieser Stelle der Graßdorfer Straße neu organisiert. Ein altes Trafohaus wird außer Betrieb genommen und durch ein neues, kleineres ersetzt. Allerdings rückt dieses nun bis auf einen Meter an Spaarmanns Hauswand ran, während das alte in zirka zwölf Meter Entfernung steht. In so einer technischen Einrichtung wird die ankommende elektrische Energie von der Mittelspannung zu der für die Haushalte verwendbare Niederspannung herunter transformiert.

"Ich bin überhaupt nicht gefragt worden. Natürlich hätte ich mich gegen diesen Standort ausgesprochen, da von dem Trafo, wenn er in Betrieb geht, für mich und meine Familie eine Gesundheitsgefährdung ausgeht", empört sich der 68-Jährige. Der promovierte Physiker weist darauf hin, dass aufgrund des von dem Trafo ausgehenden magnetischen Feldes die dahinter liegenden Räumen in seinem Altbau nicht mehr nutzbar sind. [image]
Dem widerspricht Udo Stöckel. Der 44-Jährige ist bei der Enviam der Leiter der Netzregion Westsachsen: "Wir mussten auf Empfehlung der Stadtverwaltung den Trafo in mindestens einem Meter Abstand zum Haus errichten. Daran haben wir uns gehalten. Außerdem hält die Station die vom Bundesamt für Strahlenschutz gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte ein, beziehungsweise sie werden weit unterschritten. In einem Meter Entfernung ist dort ein magnetisches Feld messtechnisch schon gar nicht mehr nachweisbar." Der neue Standort sei gewählt worden, weil er der technisch und wirtschaftlich günstigste ist.

Spaarmann, der sich auch für umweltfreundlichen Mobilfunk und in der Ökologischen Demokratischen Partei engagiert, dagegen mein, die Grenzwerte seien zu hoch angesetzt und enthalten den Vorsorgegedanken nicht. "Enviam gibt ja selbst an, dass an der Hauswand zehn Mikro-Tesla erreicht werden. Im Grundgesetz ist das Vorsorgeprinzip gegen mögliche Gesundheitsschädigungen verankert und die Unverletzlichkeit der Privatsphäre in Wohnungen festgelegt. Dagegen wird hier verstoßen, deshalb wehre ich mich gegen diesen Standort. Es sei nicht üblich, Trafos so nah an Häuser zu bauen. "Warum spricht man nicht vorher mit mir?" fragt sich Spaarmann. Der Senior fühlt sich auch von der Stadtverwaltung im Stich gelassen, bei der er ebenfalls gegen den Trafo-Neubau protestierte. Bürgermeister Holger Schirmbeck dazu: "So ein Trafo ist nicht Bestandteil des Bebauungsplanes und muss nicht extra genehmigt werden. Er gehört zu den Dingen der öffentlichen Daseinsvorsorge und kann nicht verwehrt werden, wenn die Vorschriften eingehalten werden." Olaf Barth 07.02.2007

Tags:
Spaarmann, ödp, Einzelfall, Trafostation, Bild


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