Bündelung transparent machen (Allgemein)

M. Hahn, Donnerstag, 18.01.2007, 15:41 (vor 4712 Tagen) @ H. Lamarr

In welcher Broschüre steht etwas von 2 oder 3 Watt und wie kommt man daraus (oder überhaupt) auf 80.000 Watt? Das ist Unsinn, in mehrerlei Hinsicht.

Der Mann wollte hier sicher auf die Diskrepanz zwischen eingespeister Sendeleistung und wirksamer Strahlungsleistung aufmerksam machen.

Dieses Thema liefert in diversen Abstufungen vom leichten Missverständnis bis zur gezielten Lüge nicht enden wollenden Verwirr-Stoff.

Wenn in eine Antenne x Watt eingespeist werden, dann können auch nur höchstens x Watt wieder abgestrahlt werden.
Und mehr als abgestrahlt wird, kann auch nicht wirksam werden.

Die genannte größere Leistungszahl y ist ein fiktiver Wert. Diese Leistung müsste man einspeisen, wenn
- die Antenne nicht in eine bestimmte Richtung bevorzugt strahlen würde, sondern gleichmäßig in alle Richtungen
- wenn man am Messort damit dennoch die gleiche Feldstärke erzielen wollte wie mit der gerichtet sendenden Antenne und der Leistung x.

Das nennt sich zwar technisch: Antennengewinn. Aber real gewonnen ist damit genausowenig, wie man eben nicht noch mehr spart, wenn man noch mehr kauft.

Das kann man sich gedanklich klar machen am Beispiel einer Taschenlampe mit Reflektor und der Frage, wieviel stärker die Glühbirne leuchten müsste, wenn die Taschenlampe keinen Reflektor hätte und es bei mir am Punkt P dennoch gleich hell sein soll. Der Frage also, ob die von der Glühbirne im Fall 2 mehr ausgesendete Leistung für mich am Punkt P auch nur irgendetwas bedeutet. Antwort: Nein.
Die einzig interessante Frage ist die nach der Lichtstärke am Punkt P, ob sie stark genug ist oder vielleicht zu stark. Wenn es an griffigen Argumenten dafür fehlt, wieso die von der 3-Watt Lampe bei mir ankommende Lichtstärke angeblich zu stark ist, dann erzählt man, dass ohne Reflektor für dieselbe Lichtstärke
- bei mir
- am Ort der Lampe
eine 100-Watt-Lampe brennen müsste. D.h. das erzählt man natürlich nicht, denn erstens stimmt es, klingt aber holprig, und der eine oder andere könnte vielleicht fragen "na und, wo ist mein Problem dabei? Muss ich den Strom bezahlen?".
Man sagt ganz einfach griffig, aber schlicht falsch: "Unten gehen zwar nur wenige Watt hinein, oben kommen aber 80.000 Watt heraus."

Es verwundert nicht, dass die Geschichte der wundersamen Leistungsvermehrung, also eine vom perpetuum mobile, ausgerechnet in einer esoterik-Zeitschrift steht.

P.S.:
Falls einer der Herren fragt, wieso die Taschenlampe nicht bei mir in der Hand sondern woanders ist, oder was das für eine komische Taschenlampe ist, mit 100 Watt...
noch ein Beispiel für die Damen:
Ich bin die Blume im Garten und brauche Wasser. Ein freundlicher und sparsamer Gärtner stellt einen Regner hin, der ganz gezielt nur in meine Richtung sprüht. Soviel Wasser, dass es gerade richtig ist für mich.
Der Regner geht kaputt, und der Gärtner muss den alten nehmen, der gleichmäßig überall hin sprüht. Er stellt ihn so ein, dass bei mir wieder die gleiche Wassermenge ankommt. Damit verbraucht er mehr Wasser als mit dem anderen Regner. Aber Frage: Ist das für mich, die Blume, ein Problem?

Tags:
Lügen


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