Das IZgMF, die heimliche Supermacht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 24.03.2019, 00:02 (vor 239 Tagen)

Die ehemals deutsche Website elektrosmognews.de hat zwar noch immer die Top-Level-Domain ".de", doch zuletzt totkrank und deshalb nicht begehrenswert ist sie Anfang 2019 in die Hände des Schweizer Anti-Mobilfunk-Vereins Gigaherz.ch geraten. Dies hatte für das Impressum absehbare Konsequenzen – sowie eine nicht absehbare. Seit der Übernahme springt einem auf der hässlichen Visitenkarte von elektrosmognews eine Warnung vor dem IZgMF in roter Alarmfarbe entgegen:

Warnung

Die europäischen Mobilfunk- und Stromkonzerne betreiben in München unter dem Namen IZgMF ein internationales Mobbing-Zentrum gegen kritische Wissenschaftler und gegen Elektrosmog-Betroffene sowie deren Schutzorganisationen. Negativmeldungen über kritische Wissenschaftler oder Gigaherz und andere Schutzorganisationen haben zu 99% ihren Ursprung bei diesen Berufsmobbern. Die bisher 8 gerichtlichen Verurteilungen wegen Verleumdung und Rufmord steckten diese bei diesem gewaltigen finanziellen Hintergrund locker weg.

Ich bin hingerissen von unserer Erfolgsquote: 99 Prozent aller Meldungen über Pseudowissenschaftler, Geschäftemacher, Profilneurotiker und Selbstdarsteller, die sich in der Anti-Mobilfunk-Szene tummeln, gehen aus Sicht von elektrosmognews auf unser Konto. Wer hätte das gedacht, wir sind eine Supermacht – in der Schneekugel! Dabei sind wir doch nur Zwei: meine Frau, nein Ehefrau, und ich. Wobei das nicht ganz stimmt, im IZgMF-Forum wirken noch eine handvoll tapferer Recken daran mit, die Anti-Mobilfunk-Szene in den D-A-CH-Ländern ordentlich aufzumischen. Viele Recken waren es nie, doch von den wenigen sind leider viele schon gefallen. Womit ich meine, sie haben sich entnervt vom Acker gemacht. Ja, man muss wohl wirklich einen Knall haben, mehr als zehn Jahre lang Tag für Tag unbelehrbaren Besteigern des "Mount Stupid" ihre Grenzen aufzuzeigen. Aber: Der kluge Jean-Paul Sartre wusste:

Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen.

Schon deshalb sollte eine Verteidigung gegen die üblen Unterstellungen eigentlich hinfällig sein. Weil die behauptete Anzahl von acht Verurteilungen jedoch unverschämt hoch gegriffen ist und wir auf unsere bescheidenen zwei Verurteilungen auch noch ziemlich stolz sind, möchte ich Zweifler sicherheitshalber auf diese Verteidigung aufmerksam machen.

Hintergrund
Besitzerwechsel bei elektrosmognews.de
Feindbildüberhöhung: Ein Knirps gegen Giganten

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Querulant, Rufmord, Ex-Tabaklobbyist, Cyber-Mobbing, Elektrosmognews, Verurteil

... machen sich Leute über Diagnose-Funk lustig ...

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.03.2019, 12:39 (vor 236 Tagen) @ H. Lamarr

Nur selten nehmen Unbeteiligte erkennbar Notiz von den Auseinandersetzungen zwischen Mobilfunkgegnern und ihren Kritikern. Hin und wieder aber passiert es doch. Auszug aus giga.de vom 19.03.2019:

[...] Das dürfte den Wortführern des Vereins diagnose:funk e.V. auch schwerfallen, da sich unter ihnen keine Fachleute befinden. Dafür werden sie gerne von Firmen zitiert, die Schutzkleidung und Messgeräte gegen Funkwellen und Handystrahlungs-sichere Unterwäsche verkaufen will.

Stattdessen werden esoterische Beweisführungen wie diese verbreitet:

0,98 Hz entspricht etwa der menschlichen Herzschlagrate, die 17,6 Hz der Endgeräte liegen im Bereich der Beta-Wellen des Gehirns und die 70,6 Hz der Sender bewegen sich im Bereich der elektrischen Muskelaktivität.

Die Zahlen sollen Laien beeindrucken – beweisen tun sie nichts. Ebenso wenig wie die immer wiederholten Behauptungen, dass durch Funkantennen irgendein Ereignis eingetreten sei („Die Singvögel sind verschwunden.“) oder noch eintreten wird.

Das Hauptproblem dieser Argumente liegt darin, dass sie zwar mit Elan, aber ohne wirkliches Fachwissen vorgetragen werden. Dementsprechend machen sich Leute darüber lustig, die tatsächlich Ahnung von der Materie haben. Allerdings dürften der Verein und seine Unterstützer diese Argumente weder glauben noch verstehen. [...]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Diagnose-Funk und esoterische Lebensängste

Gast, Freitag, 18.10.2019, 08:02 (vor 31 Tagen) @ H. Lamarr

Die unerklärliche Angst vor der Technik
Bürger­initia­tiven, wie die in Stutt­gart ansäs­sige diagnose:funk, vermi­schen nach­voll­zieh­bare Kritik mit esote­rischen Lebens­ängsten.

von Henning Gajek

Angst vor neuer Technik ist nichts Neues. Als die erste Eisen­bahn zwischen Nürn­berg und Fürth gestartet wurde, wurde das hohe Tempo von 30-40 km/h als "lebens­gefähr­lich für die Passa­giere" beur­teilt. Hätte man den Kriti­kern vorher­gesagt, dass rund 180 Jahre später der ICE zwischen Frank­furt und Köln mit 300 km/h fährt oder der fran­zösi­sche TGV mit 330 km/h (tech­nisch wäre noch mehr möglich) - sie wären schreiend davon gelaufen.

Das aktu­elle Aufreger Thema ist 5G-Mobil­funk.
diagnose:funk - Angst vor Strah­lung

In teilweise gut gemachten Flugblättern stellen die Mobilfunkgegner ihre Argumente vor und vermischen geschickt Fakten mit Esoterik. Funda­mentale Kritiker meldeten sich in Fell­bach (bei Stutt­gart) vor der Unter­schrift unter die Verträge zum Koope­rati­onspro­jekt beim Eintreffen des Minis­terprä­sidenten draußen vor der Tür zu Wort. Eine Initia­tive trägt den origi­nellen Namen diagnose:funk. Wir haben einmal einen Blick auf ihre Argu­mente geworfen...

Tren­nung von Indoor und Outdoor?

Bei den Argu­menten zum Fest­netz können viele Beob­achter noch folgen, doch dann fordert die Initia­tive eine Tren­nung von "Indoor und Outdoor"-Funk­versor­gung, um die Wohnungen "vor Strah­lung zu schützen". Nur Funk­wellen machen an der Wohnungstür nicht halt, das ist schon rein physi­kalisch gar nicht möglich. "Klein­zellige Netze" müssten für weniger Elek­trosmog sorgen, fordert die Initia­tive. Das klingt für Laien noch logisch, wer sich mit Funk­technik auskennt, runzelt die Stirn.

Eine "Tech­nikfol­genab­schät­zung" sei Pflicht, fordert die "diagnose", die durch eine "indus­trie- und regie­rungs­unab­hängige" Kommis­sion erfolgen solle. "Indus­trie- und regie­rungs­unab­hängige" Fach­leute zu finden, dürfte ein Ding der Unmög­lich­keit sein - und das ist wohl auch so gewollt. Mit einer "Beweis­last­umkehr" solle schließ­lich bewiesen werden, dass 5G unschäd­lich sei. Bis diese Kommis­sion gefunden wäre und nach­geforscht hätte: Bis dahin dürften Jahre ins Land vergehen, wo einfach gar nichts passieren würde.

Der Forde­rung nach "nur einem Mobil­funk­netz für alle" (statt dem aktu­ellen Modell konkur­rierender Netz­betreiber) könnte man viel­leicht noch folgen, wobei dann mangelnder Wett­bewerb erst Recht zu stei­genden Preisen oder zu einem "lustlos ausge­bauten" löch­rigen Netz führen könnte.

Schließ­lich stellt die Initia­tive eine Forde­rung nach einem "Recht, analog leben zu können" und nach der "Schaf­fung und dem Erhalt von mobil­funk­freien Zonen" auf. Bewohner in Regionen ohne Internet oder vernünf­tiger Mobil­funk­versor­gung geraten heute schon wirt­schaft­lich ins Hinter­treffen und dürften das wahr­schein­lich anders sehen...

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