Mosgöller: Mobilfunk führt nicht zu messbaren DNA-Schäden! (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 17.08.2016, 16:07 (vor 1452 Tagen)

Wilhelm Moßgöller, Wiener Arzt und ao Professor, hat erstaunliches herausgefunden:

"Nachdem das ATHEM-2-Projekt zeigte, dass eine akute
einmalige Exposition zu keinen messbaren bleibenden
DNA-Schäden führt, weil die DNA-Brüche repariert
werden können, sich gleichzeitig aber auch Hinweise
darauf ergaben, dass permanente DNA-Schäden kumulieren
könnten, macht es Sinn, die angeführten Präventionsmaßnahmen
zu beherzigen."

Quelle, Seite 19

Der verschraubte Satz ist wirklich bemerkenswert. Keine Effekte, trotzdem Prävention :no:

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

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DNA-Schäden, ATHEM-Projekt, Athem-2

Athem-2: 16 Stunden Exposition ohne bleibende DNA-Schäden

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.08.2016, 23:03 (vor 1452 Tagen) @ Alexander Lerchl

Der verschraubte Satz ist wirklich bemerkenswert. Keine Effekte, trotzdem Prävention

Beim ATHEM-2-Projekt ging es neben der Untersuchung von kognitiven Wirkungen darum, ob und wie die HF-EMF-Exposition Zellen des menschlichen Körpers verändert. Möglicherweise gibt die Projekt-Dokumentation (PDF, 188 Seiten, deutsch) darüber Auskunft, was Prof. Mosgöller gemeint haben könnte.

Die Zusammenfassung auf Seite 164 bringt allerdings auch kein Licht ins Dunkel, der Text ist mMn ziemlich unverbindlich und lässt allerlei Deutungen zu (Auszug):

[...] Zur Frage, ob die Empfindlichkeit von der Expositionsdauer abhängt, zeigte sich, dass bei 6 Stunden Exposition keine signifikanten DNA-Veränderungen auftraten. Unter Serum-Entzug, also unter stressenden Bedingungen, bestätigte sich, dass
Stress die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber HF-EMF verstärkt. Bereits nach einer Stunde Erholungszeit waren DNA-Brüche allerdings erheblich reduziert. Wie schon im Report des ATHEM-1 Projektes beschrieben, waren nach zwei Stunden Erholung die festgestellten DNA-Brüche nicht mehr messbar.

Um zu untersuchen, ob es bereits nach einer akuten Exposition bereits zur Ausbildung von Mikrokernen kommt (Hinweis auf akute permanente DNA-Schädigung) führten wir ein Kleinkern-Experiment durch und stellten fest, dass eine einmalige 16 stündige Exposition zu keinen bleibenden DNA-Schäden führt. [...]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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DNA-Schäden, Speichel, AUVA, ATHEM-Projekt, Versicherung, Mosgöller, Speicheltest, Endbericht, Athem-2

Athem-2 mit ungeeigneter DNA-Testmethode?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.08.2016, 23:38 (vor 1452 Tagen) @ H. Lamarr

Beim ATHEM-2-Projekt ging es neben der Untersuchung von kognitiven Wirkungen darum, ob und wie die HF-EMF-Exposition Zellen des menschlichen Körpers verändert. Möglicherweise gibt die Projekt-Dokumentation (PDF, 188 Seiten, deutsch) darüber Auskunft, was Prof. Mosgöller gemeint haben könnte.

Die Zusammenfassung auf Seite 164 bringt allerdings auch kein Licht ins Dunkel, der Text ist mMn ziemlich unverbindlich und lässt allerlei Deutungen zu ...

Dort heißt es:

Methodisch kam der sogenannte Standard-Comet-Assay zur Anwendung.

Prof. Primo Schär, Universität Basel, aber sagt:

So, COMET is not the right thing to look on EMF effects.

Der Schweizer ist seit spätestens 2012 der Ansicht, der Comet-Assay sei für EMF ungeeignet, weil dieser Test nach EMF-Einwirkung fälschlich DNA-Schäden anzeige, die in Wahrheit keine sind. Andererseits ist schwer vorstellbar, dass Prof. Mosgöller die Dokumentation des Seawind-Projekts der EU kennt und die darin geäußerten Bedenken gegenüber dem Kometentest bei Athem-2 einfach ignoriert hat.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Qualitätsmängel, ATHEM-Projekt, Comet-Assay, Mosgöller, Seawind-Projekt, Athem-2

Mosgöller - Sittenbild eines Verlierers

KlaKla, Donnerstag, 02.01.2020, 10:15 (vor 219 Tagen) @ Alexander Lerchl

Auf der Veranstaltung der Ko-Ini. in Mainz 2019 versucht Mosgöller sein Publikum auf Linie zu bringen.

... Es geht auch um Normen. Es wird immer behauptet, wir brauchen wissenschaftlich untermauerte Normen! Sag ich, so ein Blödsinn. In Österreich fahren wir 130km/h und ich möchte die Wissenschaft sehen, die uns von der deutschen Regelung unterscheidet. Die Fahren unendlich schnell mit ihren Porsches aber dann finden sich regionale Politiker wieder, die stellen die kleinen dummen roten Tafeln auf wo 100 oder 120 drauf steht.

Er scheint nicht gesehen zu haben, dass die deutschen Veranstalter kleine dumme rote Schilder aufstellten. Direkt vor dem Redner-Pult. Statt Zahlen ein Handy!

Er steigt ein mit seiner Arbeit Athem 1+2. Erklärt den Comet Assay um dann auf seine Kernbotschaft zu kommen. Es gibt eine Arbeit, die gekennzeichnet ist mit wissenschaftlichem Fehlverhalten aber wir sind nicht Schuld, schuld sind die anderen, die böse Industrie, die bösen Wissenschaftler, eine bestimmte Person, deren Name man nicht ausspricht aber wer lesen kann ...

ab Min. 24:14
Mosgöller sagt: ... Diesen Kerl, mit Klagen soweit zu zudecken, bis er endlich überführt wurde. Er hat dann selber unterschreiben müssen, das er auf weitere Angriffe verzichtet und das es mir erlaubt ist ihn Lügengeschichten-Verbreiter zu nennen. Ich bin weit davon entfernt davon reichlich Gebrauch zu machen. Ich möchte ihnen nur ein Sittenbild der Deutschen Gerichtsbarkeit nahe bringen.

In Anbetracht dessen, dass Fördermittel zurück gezahlt wurden, und man eben nicht in den gewünschten Genuss von Ruhm und Ehre kommt, keilt man aus. Ein Sittenbild eines Verlierers. Anerkennung ist ihm sehr wichtig. Wenn er diese nicht in Zirkel anerkannter Wissenschaftler bekommt, dann eben von Laien.

Hintergrund:
REFLEX: Die blockierte erste Replikation (2004)
Reflex muss zügig Laien präsentiert werden. 2004 - Anhörung im Bayr. Landtag
Reflex-Replikationen - Sammelstrang

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Meine Meinungsäußerung

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Verlierer, Tatsachenbehauptung, Mosgöller, Kolportage, Laienpublikum, Sittenbild

Entwertung anders Denkender

KlaKla, Mittwoch, 15.01.2020, 07:17 (vor 207 Tagen) @ KlaKla

Auf der Veranstaltung der Ko-Ini. in Mainz 2019 versucht Mosgöller sein Publikum auf Linie zu bringen.

ab Min. 24:14
Mosgöller sagt: ... Diesen Kerl, mit Klagen soweit zu zudecken, bis er endlich überführt wurde. Er hat dann selber unterschreiben müssen, das er auf weitere Angriffe verzichtet und das es mir erlaubt ist ihn Lügengeschichten-Verbreiter zu nennen. Ich bin weit davon entfernt davon reichlich Gebrauch zu machen. Ich möchte ihnen nur ein Sittenbild der Deutschen Gerichtsbarkeit nahe bringen.

Es geht nur darum, dass viele Medien/Bürger das aufgreifen und einsetzen. Und wie man hier nachlesen kann, funktioniert es. Die Gegner (keine Namen) werden geschützt und Lerchl entwertet.

Auszug OÖ-Nachrichten: Mobilfunkstandard 5G: Die Branche versucht, Bedenken rund um gesundheitliche Risiken und neue Handymasten zu zerstreuen.

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, für Zeiträume von mehr als zehn Jahren reiche die Datenlage noch nicht aus. Sie hat hochfrequente elektromagnetische Felder im Mai 2011 als "möglicherweise krebserregend" eingestuft.

... Begleitet wurde die heutige Pressekonferenz von Gegnern, die Lerchl vorwerfen, ein "Lügengeschichten-Verbreiter" sowie "Gefälligkeitsforscher" zu sein. Lerchl selbst sah das eher gelassen: "Es wird immer kritische Stimmen geben", sagte er. Es gebe viele irrationale Ängste.

Auszug Die Presse: Lerchl: "Warnungen vor 5G sind reine Panikmache"
... Begleitet wurde die heutige Pressekonferenz von Gegnern, die Lerchl vorwerfen, ein "Lügengeschichten-Verbreiter" sowie "Gefälligkeitsforscher" zu sein. Lerchl selbst sah das eher gelassen: "Es wird immer kritische Stimmen geben", sagte er. Es gebe viele irrationale Ängste.

Auszug Die kleine Zeitung: Vorwurf des "Gefälligkeitsforschers"
... Begleitet wurde die heutige Pressekonferenz von Gegnern, die Lerchl vorwerfen, ein "Lügengeschichten-Verbreiter" sowie "Gefälligkeitsforscher" zu sein. Lerchl selbst sah das eher gelassen: "Es wird immer kritische Stimmen geben", sagte er. Es gebe viele irrationale Ängste.

Auszug Kronen Zeitung: „Lügengeschichten“
... Begleitet wurde die Pressekonferenz am Dienstag von Gegnern, die Lerchl vorwerfen, ein „Lügengeschichten-Verbreiter“ sowie „Gefälligkeitsforscher“ zu sein. Lerchl selbst sah das eher gelassen: „Es wird immer kritische Stimmen geben“, sagte er. Es gebe viele irrationale Ängste.


Ich erinnere hier mal an die Gleichschaltung der Medien vergangener Zeiten.

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Meine Meinungsäußerung

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Unterstellung, Entwertung, Gefälligkeitsforscher

Mosgöller: Mobilfunk führt nicht zu messbaren DNA-Schäden!

kabriz, Dienstag, 11.02.2020, 13:17 (vor 179 Tagen) @ Alexander Lerchl

Ich kann die Verwunderung nicht nachvollzehen. Im AUVA Report wurden die in vivo Probanden logischerweise HF_EMF exponiert, welche unter den SAR Grenzwerten lag. Anderes würde jeder Ethik widersprechen.

Die Formulierung (vgl. Kurzusammenfassung S. 7 ):
„...Dieser Befund bestätigt einerseits, dass DNA-Schäden aufgetreten sind, und stützt andererseits die Annahme, dass diese repariert werden können. Solcherart entstandene Veränderungen an der DNA sind nach ca. zwei Stunden verschwunden.
Keine der gefundenen Wirkungen lassen den Schluss auf direkte gesundheitsschädliche Wirkungen zu. Allerdings begründen sie ein potentielles Risiko für exponierte Personen. ...”

belegen dies. Liest man noch
Aus der Projekt – Zusammenfassung des Koordinators Prof. Dr. W. Mosgöller (vgl. S. 165ff) direkt zitiert:
„ Dieser Befund kann bedeuten, dass die Zelle einen Schutzmechanismus aktiviert,
nachdem die DNA-Läsionen auftreten und „bemerkt“ werden. Es ist aber auch ein
stimmiger Nachweis, dass es durch die HF-EMF Exposition tatsächlich zu DNA–Läsionen
kam, einfach weil es sich bei der Aktivierung des jeweiligen Reparatursystems um eine sehr spezifische Reaktion auf vorhandene DNA-Läsionen handelt. Das verwendete Experimentsystem erlaubt auch zu messen, welches der spezifischen DNA-Reparatursysteme aktiviert wird, nämlich entweder die Reparatur von DNA-Basen oder die Reparatur von so genannten DNA-Nukleotiden (siehe Abschnitt 6.3.8).” (Aus: Abs. 7.4.8 /S.170)

„ In diesem Projekt sind sowohl bei den Untersuchungen zu Kognition wie auch
zellbiologisch betrachtet signifikante Wirkungen der Exposition gegenüber HF-EMF
aufgetreten. Darüber hinaus beobachteten wir wesentliche zelluläre Mechanismen,
die die DNA-Läsionen als plausibel bestätigen können. Die wichtigsten
Beobachtungen sind:
1. Exposition mit hochfrequenten Feldern kann zu oxidativen Läsionen der DNA
führen
2. Es kommen in der Folge hochspezifische Reparaturmechanismen zum Einsatz

Die Expositionsexperimente an freiwilligen Probanden erbrachten Hinweise, dass die
Exposition zelluläre Veränderungen bewirkt. Die Veränderungen waren bei
Probanden die eher viel telefonieren stärker ausgeprägt. Dies kann als Hinweis für
die Akkumulation von HF-EMF expositionsbedingten Zellveränderungen gelten. Die
Maßnahmen zur Reduktion eines damit verbundenen möglichen Risikos, werden im
folgenden Abschnitt 0 [8] diskutiert." (Aus: 7.5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK, S171)

Es gibt meßbare DNA-Schädigungen, diese werden aber repariert, weil eine Reparatur notwendig ist. Weitere Untersuchungen dieser athermischen Wirkungen über längere Zeiträume sind wohl spätestens jetzt angesagt, um dauernde Schädigungen ausschließen zu können.

Können Athem und Athem-2 die weltweite Forschung inspirieren?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 12.02.2020, 23:56 (vor 178 Tagen) @ kabriz

Ein gutes Posting ist Ihnen da gelungen, "kabriz", unaufgeregt und sehr sachlich. In der emotional aufgeladenen Mobilfunkdebatte ist das eher selten. Dennoch habe ich ein paar Einwände, die sich weniger auf die Details der Athem-2-Ergebnisse beziehen als auf die Einordnung dieses Forschungsberichts der AUVA in der Landschaft der Wissenschaft.

Ich kann die Verwunderung nicht nachvollzehen. Im AUVA Report wurden die in vivo Probanden logischerweise HF_EMF exponiert, welche unter den SAR Grenzwerten lag. Anderes würde jeder Ethik widersprechen.

Stimmt, aber Athem-2 besteht zum kleineren Teil aus Exposition von Menschen, der größere Teil befeldete Zellkulturen.

[...]
Es gibt meßbare DNA-Schädigungen, diese werden aber repariert, weil eine Reparatur notwendig ist. Weitere Untersuchungen dieser athermischen Wirkungen über längere Zeiträume sind wohl spätestens jetzt angesagt, um dauernde Schädigungen ausschließen zu können.

Wieso ausgerechnet jetzt? Athem(-1) war 2009, Athem-2 war 2016. Was mögen die Gründe sein, dass beide Athem-Projekte nur schwache Fußabdrücke in der Wissenschaft hinterlassen haben? Aus meiner Sicht liegt dies daran:

► Wer sich die ersten 20 Treffer zum Suchbegriff "Athem Auva" ansieht, landet nicht bei der Wissenschaft, sondern bei einem Sammelsurium von Websites aller Couleur, darunter Sites, die mit der irrationalen Angst der Menschen vor EMF Geschäfte machen.

► Die AUVA ließ 2016 die Medien in einer Presseaussendung u.a. wissen:

Kein stundenlanges Telefonieren. Benützen Sie für lange Gespräche besser das Festnetz und gönnen Sie sich expositionsfreie Pausen.

Dieser Rat ist insofern kurios, da Athem doch den bemerkenswerten Befund meldet, dass unterbrechungsfreie Exposition (Dauertelefonate) weniger biologische Wirkungen zeigt als Serien von 5-Minuten-Telefonaten mit 10 Minuten Pause dazwischen. Originaltext aus dem Athem-2-Report:

Beim ATHEM-1 Projekt wurde festgestellt, dass die intermittierende Exposition mehr biologische Wirkung hat, als die Exposition mit kontinuierlichen Feldern. Darum wurden die Zellexperimente im ATHEM-2 Projekt durchgehend mit intermittierender Exposition (5 Min. „an“, 10 Min „aus) durchgeführt.

Sie werden es wohl anders sehen, für mich aber passt der Rat der AUVA, Dauertelefonate mit dem Handy zu vermeiden und stattdessen "intermittierend" zu telefonieren, überhaupt nicht zu den Ergebnissen der Athem-Projekte.

► Die AUVA vermarktet beide Athem-Projekte mit Image-Eigenwerbung in Gestalt von je einem Werbefilm, in denen die weltweite wissenschaftliche Community, die sich mit EMF beschäftigt, allein auf Wien reduziert wird. Beide Filme adressieren wieder die oben bereits genannten Laienkreise. Dies erinnert auffällig an die Vermarktungsstrategie des Ex-Tabaklobbyisten Franz Adlkofer für sein "Reflex"-Projekt. Die AUVA hatte auch keine Hemmungen, für die Regie des zweiten Werbefilms den hier im Forum bestens bekannten Klaus Scheidsteger zu engagieren. Athem-2 wirkt damit auf mich insgesamt weniger wie ein sprödes wissenschaftliches Projekt, das üblicherweise erstrangig an neuen Daten für die Gemeinschaft der Bioelektromagnetiker interessiert ist, sondern als Projekt einer Gruppe bekennender Mobilfunkkritiker, welche die Bevölkerung beeindrucken und fachlich überforderte Anti-Mobilfunk-Vereine mit Munition versorgen wollten. Alle diese Indizien deuten für mich darauf hin, dass die Athem-Projekte möglicherweise Ablenkungsforschung sind, auch wenn ich diesen Verdacht nicht beweisen kann.

AUVA Werbefilm für Athem(-1)

AUVA-Werbefilm für Athem-2

► Die Ergebnisoffenheit ist bei drei von fünf maßgebenden Athem-Herren fragwürdig: Molla-Djafari, Mosgöller und Kundi.

► Soweit ich weiß, entsprang den beiden Athem-Projekten nur jeweils ein (privater) Forschungsbericht, jedoch keine Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift. Damit entziehen sich die beiden Projekte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Dies bestätigen die oben erwähnten Top-Treffer auf Google. Warum die wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterblieben, darüber will ich jetzt nicht spekulieren.

► In großen wissenschaftlichen EMF-Reviews wie der IARC-Monographie 102 von 2011, der SCENIHR-Opinion von 2015 oder dem Report der schwedischen Strahlenschutzbehörde von 2018 führt der Suchbegriff "Athem" jeweils zu 0 Treffer. Dies stützt meine Behauptung, dass die Athem-Forschungsberichte zwar in Laienkreisen kursieren, hingegen der weltweiten Wissenschaft fremd sind.

► Wie das IZgMF aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, zahlte die Medizinische Universität Wien (MUW) bereits 2009 das Honorar für die berühmt-berüchtigte UMTS-Studie (Reflex-Nachfolgestudie, Schwarz et al.) in voller Höhe an den Auftraggeber AUVA zurück (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Österreich). mehr ...

Mein Fazit: Ob die Athem-Projekte überhaupt echte athemische Wirkungen dokumentiert haben oder nur vermeintliche, das mögen kompetente Wissenschaftler beurteilen, ich kann es nicht. Die AUVA hat es jedoch, warum auch immer, versäumt, die Athem-Befunde der Wissenschaft bekannt zu machen, stattdessen hat sie, warum auch immer, fachliche Laien ins Visier genommen. Solange die AUVA diesen groben Fehler, wenn es denn einer ist, nicht korrigiert, werden die Athem-Befunde die Bioelektromagnetik weder jetzt noch später zu einer Verifizierung inspirieren.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Seilschaft, Adlkofer, AUVA, ATHEM-Projekt, Kundi, Mosgöller, Scheidsteger, Molla-Djafari

Können Athem und Athem-2 die weltweite Forschung inspirieren?

kabriz, Donnerstag, 13.02.2020, 16:24 (vor 177 Tagen) @ H. Lamarr

Danke für Ihre ausführliche Beschäftigung mit meiner e-mail.
Ich werde diese noch gründlicher durcharbeiten, mit allen Querverweisen recherchieren; speziell auch die Verweise auf den Umgang mit der Studie selt 2016.

Hier in Kürze:
Warum viele/die meisten Wissenschaftler die Studie nicht berücksichtigen kann vielfältige Gründe haben, vielleicht auch, dass dafür keine Gelder zur Verfügung gestellt werden oder kein Renommee zu gewinnen ist? Ist aber rein spekulativ. Genau hier wäre auch die Politik gefordert, dem nachzugehen. Immerhin nennt die SwissRe in ihrem SONAR 2019 den weiteren Ausbau des Mobilfunks mit 5G auch den gesundheitlichen Aspekt. ( 5G off the leach)

Was doch angebracht wäre, wie Sie in Ihrem Fazit selber ansprechen:

Eine tatsächliche Unterstellung athermischer Wirkungen, wie es die Studie äußert (und nicht ihre Auftraggeber), müsste doch Anlass sein, genau das konkret weiter zu untersuchen.
Andere Expositionssettings, Langzeitstudien, kombinierte Effekte von HF-EMF, Umweltgiften, usw. Auch eine wunderbare Möglichkeit, dass kritische Wissenschaftler direkt mit den ATEM-II Autoren in eine fruchtbare wissenschaftliche Debatte gehen?

Mal soweit

kabriz

Können Athem und Athem-2 die weltweite Forschung inspirieren?

Gustav, Donnerstag, 13.02.2020, 19:52 (vor 177 Tagen) @ kabriz

Warum viele/die meisten Wissenschaftler die Studie nicht berücksichtigen kann vielfältige Gründe haben, vielleicht auch, dass dafür keine Gelder zur Verfügung gestellt werden oder kein Renommee zu gewinnen ist? Ist aber rein spekulativ.

Auch eine wunderbare Möglichkeit, dass kritische Wissenschaftler direkt mit den ATEM-II Autoren in eine fruchtbare wissenschaftliche Debatte gehen?

Herr Lerchl schreibt:

Soweit ich weiß, entsprang den beiden Athem-Projekten nur jeweils ein (privater) Forschungsbericht, jedoch keine Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift.

Statt dessen wird mit Hilfe eher zweifelhafter Protagonisten ein Youtube Video gedreht.

Meiner Meinung nach ist die Sachlage recht einfach: Die Autoren von Athem wollen überhaupt keine (kritische) Auseinandersetzung mit anderen Wissenschaftlern. Sie müssten sich sonst anders verhalten.

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