Hans-U. Jakob: Die seichten Belege des Gigaherz-Präsidenten (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 17.08.2013, 22:52 (vor 3395 Tagen)

Gigaherz-Präsident Hans-U. Jakob behauptete unlängst, es gäbe "mehr als genug wissenschaftliche Nachweise", dass Schlafstörungen bei Werten um 2 mW/m² (Spitzenwert) an der Tagesordnung sind.

Auf Anforderung gab Herr Jakob nach einigem Gezicke dann doch noch folgende "Belege" für seine Behauptung preis.

Halten wir also erst einmal fest, der Gigaherz-Präsident verweist auf sieben Belege, sechs davon Eigenpamphlete, und er stellt keinen einzigen wissenschaftlichen Originalbeleg zur Verfügung. Das fängt schon wieder mal gut an.

1) In dem erläuternden Bericht des Buwal vom Dezember 1999 zur Schweizerischen NIS-Verordnung heißt es in der Tat: "Ebenfalls unberücksichtigt blieb der Befund der epidemiologischen Untersuchung beim Kurzwellensender Schwarzenburg, dass Schlafstörungen ab einer mittleren nächtlichen Belastung von ca. 0.4 V/m gehäuft auftraten." Worauf sich diese Angabe stützt ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Ein wissenschaftlicher Nachweis ist dieser eine Satz in einem bald 14 Jahre alten Dokument ohne Autorennennung mit Sicherheit nicht.

2) In diesem Eigenpamphlet vom März 2007 hyperventiliert Herr Jakob über eine seiner Meinung nach zu spät veröffentlichten Studie zum Sender Schwarzenburg. Bibliografischen Angaben/Links fehlen, wie fast immer bei Jakob wenn er nicht auf sich selbst verlinken kann. Ich muss deshalb vermuten, es handelt sich um diese Arbeit. Da aber Jakob ein Elektriker im Ruhestand ist, und kein Wissenschaftler, sind seine Ausführungen für mich völlig bedeutungslos. Die Dokumentationsstelle "Elmar" zeigt eine handliche Zusammenfassung der Studie (Suchen nach Autor "Abelin") und nennt auch deren Einschränkungen. Da eine unabhängige Replikation fehlt, darf auch bei dieser Arbeit nicht von einem wissenschaftlichen Nachweis gesprochen werden, sondern von einem Hinweis.

3) Herr Jakob äußert sich wie üblich beleglos zu einer Studie der Psychologin Tina Theml. Die fragliche Arbeit steht hier zum Download bereit. Über die Validität der Arbeit kann ich nichts sagen, da ich a) kein Wissenschaftler bin und b) sie nicht gelesen habe. Eine Veröffentlichung in der Zeitschrift UMG ist jedenfalls kein Qualitätsmerkmal, die Datenbank PubMed, die etwa 5500 biomedizinische Publikationen beobachtet, verzichtet auf die Beobachtung von UMG. Auch scheint Frau Theml die Arbeit ganz allein auf eigene Faust durchgeführt zu haben, ohne Rückhalt und fachliche Begleitung durch eine Universität oder dergleichen. Die wissenschaltliche Bedeutung dieser Studie ist jedoch nicht völlig offen, denn die Dokumentationsstelle Elmar meldet erhebliche Zweifel an (Suchen nach Autorin "Theml") und begründet diese auch.

4) Hier referiert Herr Jakob lediglich abermals über die Theml-Studie, siehe 3).

5) Belanglose Wiederholungen von Herrn Jakob über seine eigenen älteren Ausführungen.

6) Es zeugt von der ausgeprägten Beratungsresistenz des Gigaherz-Präsidenten, dass er mit der Santini-Studie aus dem Jahr 2001 noch immer versucht, zu punkten. Diese Studie musste von Santini wegen gravierender Mängel im Studiendesign 2003 wiederholt werden, ohne dass dadurch validere Ergebnisse zustande kamen. Details dazu nennt Elmar. Die wissenschaftliche Bedeutung der Erhebung von Santini (inzwischen verstorben) ist nahe Null.

7) Belanglose graphische Darstellung der Ergebnisse von Santini. Durch die netten bunten Kurven werden die eklatanten Mängel im Studiendesign nicht wettgemacht.

Fazit: Hans-U. Jakob kann seine Behauptung nicht glaubhaft belegen, um überhaupt auf sieben Belege zu kommen, muss er auf zweit und drittklassige Arbeiten ausweichen. Dabei gäbe es wissenschaftlich weitaus anspruchsvollere Arbeiten wie diese methodisch ausgefeilte Untersuchung im Rahmen des DMF. Die Beanstandungen von Elmar sind bei dieser Arbeit marginal. Warum Herr Jakob sie dennoch ignoriert liegt auf der Hand: Das Ergebnis ist für ihn niederschmetternd, es wurden keine Auswirkungen der Hochfrequenzexposition durch eine Mobilfunkbasisstation auf die subjektive oder objektive Schlafqualität beobachtet. Im 252-Seitigen Abschlussbericht der Arbeit wird "Schwarzenburg" gerade noch 2-mal erwähnt, einmal im Fließtext und einmal im Literaturverzeichnis. Das, was den Gigaherz-Präsidenten noch immer stark bewegt, nämlich "sein" Kurzwellensender an seinem Wohnsitz, ist für die Wissenschaft heute nur noch eine Randnotiz.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Jakob, Gerücht, Täuschung, Schweiz, Gernegroß, Irrtum, Beratungsresistent, Verbandszeitschrift, Bafu, Elektriker, Oberlaindern

Jakob: Danker-Hopfe-Studie ist wissenschaftlicher Betrug

H. Lamarr @, München, Sonntag, 18.08.2013, 22:44 (vor 3394 Tagen) @ H. Lamarr

Dabei gäbe es wissenschaftlich weitaus anspruchsvollere Arbeiten wie diese methodisch ausgefeilte Untersuchung im Rahmen des DMF. Die Beanstandungen von Elmar sind bei dieser Arbeit marginal. Warum Herr Jakob sie dennoch ignoriert liegt auf der Hand: Das Ergebnis ist für ihn niederschmetternd, es wurden keine Auswirkungen der Hochfrequenzexposition durch eine Mobilfunkbasisstation auf die subjektive oder objektive Schlafqualität beobachtet.

Dazu schreibt Hans-U. Jakob <hier>:

Uebrigens die vom Obermobber so hochgerühmte Danker-Hopfe-Studie, die angeblich keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Schlafstörungen gefunden hat, ist längstens als wissenschaftlicher Betrug entlarvt worden.
Siehe unter http://www.gigaherz.ch/1369

Womit der wild gewordene Elektriker im Ruhestand aus Schwarzenburg wieder einmal alle Grenzen des Anstands hinter sich gelassen hat.

Die Einwände des Gigaherz-Präsidenten gegen die Schlafstudie der Charité sind dilettantisch und deshalb leicht zu widerlegen. Herr Jakob stolpert zum x-ten male über die Selbstüberschätzung seiner eigenen Fähigkeiten. Beschämend ist, dass er sich der eigenen Inkompetenz in keiner Weise bewusst ist, und in seinem Wahn, es mit Wissenschaftlern aufnehmen zu können, Prof. Danker-Hopfe des wissenschaftlichen Betrugs bezichtigt. Keinem Wissenschaftler würde es einfallen, so unter die Gürtllinie zu schlagen, wie es der Schweizer Mobilfunkgegner Jakob tut. Dabei liegt auf der Hand: Der Gigaherz-Präsident hat das Design der Schlafstudie nicht verstanden, er konnte sie deshalb gar nicht substanziell kritisieren. Wer das nicht glauben mag, braucht nur den gut verständlichen Abschlussbericht der Studie punktuell lesen und darf sich anschließend wundern, warum dennoch einer, ein einziger in der Schweiz, damit nicht klar kommt.

Sollte es zeitlich drin sein, versuche ich die Komfortlösung zu bieten und zeige konkret, welche Latten an Jakobs Zaun fehlen.

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Jakob: Danker-Hopfe-Studie ist wissenschaftlicher Betrug

Dr. Ratto, Mittwoch, 21.08.2013, 09:41 (vor 3392 Tagen) @ H. Lamarr

Sollte es zeitlich drin sein, versuche ich die Komfortlösung zu bieten und zeige konkret, welche Latten an Jakobs Zaun fehlen.

Das wurde, zumindest was die Expositionsparameter betrifft, bereits in diesem Beitrag im IZgMF gemacht, leider ist weder Autor noch Datum angegeben.

Im einem einzigen Punkt hat Herr Jakob recht, es handelte sich um 10 Standorte mit ca. 3000 Einwohnern, davon ca. 300 Testpersonen. In der Folie von Frau Moser hätte es also heißen müssen:
- 3000 inhabitants, living....
oder
- 300 volunteers, living....
Solche Fehler können zwar vorkommen, sollten Mitarbeitern von Strahlenschutzbehörden aber nicht passieren, denn sie werden ungeprüft abgeschrieben und weiter verbreitet. Wie die Geschichte mit Eisen im Spinat.

Im Abschlussbericht der Charité stehen die genauen Zahlen:
Die Teilnehmer an der Informationsveranstaltung wurden darüber aufgeklärt, dass die Studie nur dann in ihrem Ort durchgeführt werden könne, wenn sich mindestens 30 Einwohner zur Teilnahme bereit erklärten, die die in Kap. B 3 aufgeführten Kriterien erfüllten. Bei weniger als 30 Teilnehmern war der enorme mit der Studie verbundene personelle und Kostenaufwand nicht zu rechtfertigen. Bei mehr als 40 Freiwilligen wurde die Datenerhebung vor Ort auf zweimal zwei Wochen ausgedehnt. In einem Durchgang konnten aufgrund der begrenzten Anzahl zur Verfügung stehender Registriergeräte maximal 36 Personen teilnehmen. (S. 79)

Wie bereits erwähnt (Kap. B 2.1) wurde die Studie an 10 Orten in fünf Bundesländern durchgeführt. Die 10 Studienorte hatten insgesamt 2856 Einwohner wobei die Einwohnerzahl zwischen 125 und 652 variierte. Von den 2856 Einwohnern waren 2329 im geeigneten Alter (> 17 Jahre). Von den 2329 Personen haben 397 (17,05%) initial an der Studie teilgenommen (vgl. Tab. 30). (S.128)

G. Ratto

Cocktail für Herrn Jakob

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 22.08.2013, 00:51 (vor 3391 Tagen) @ Dr. Ratto

Sollte es zeitlich drin sein, versuche ich die Komfortlösung zu bieten und zeige konkret, welche Latten an Jakobs Zaun fehlen.

Das wurde, zumindest was die Expositionsparameter betrifft, bereits in diesem Beitrag im IZgMF gemacht, leider ist weder Autor noch Datum angegeben.

Das ist eine Kritik des Physikers M. Hahn vom Februar 2009. Der Gigaherz-Präsident hatte wegen dieser Bloßstellung seiner Inkompetenz Hahn seither auf der schwarzen Liste. Zwei Jahre später konnte er auf eine Weise Rache nehmen, die den schlechten Ruf von Mobilfunkgegnern eindrucksvoll bestätigte.

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Betrugsvorwurf: Wuff stützt Hans-U. Jakob

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.08.2013, 11:16 (vor 3390 Tagen) @ H. Lamarr

Der Gigaherz-Präsident hat das Design der Schlafstudie nicht verstanden, er konnte sie deshalb gar nicht substanziell kritisieren.

Jetzt meldet sich "wuff" der Dauernörgler zu Wort, und versucht sich ebenfalls an einer Kritik der Danker-Hopfe-Studie. Abgesehen davon, dass die technischen Kompetenzen des "wuff" dazu nicht ausreichen, genügt schon ein kurzer Blick in sein Werk, um feststellen zu können: Auch er hat das Design der Studie nicht verstanden :no:.

Der Mann faselt erst ausgiebig von "unnatürlichen" Signalen der eingesetzten GSM-Basisstation und meint dann, dies könne "als experimenteller Betrug qualifiziert werden".

Herr Wuff liefert mit seinem Beitrag ein wunderschönes Beispiel dafür, dass er die Verdünnungsstrategie der Tabakindustrie, die er häufig zum Schein beklagt, lieben gerne selber praktiziert. Das Motiv ist klar: Jakob selber ist nicht (mehr) imstande sich zu wehren und seine freche Behauptung, die Danker-Hopfe-Studie sei wissenschaftlicher Betrug, zu untermauern. Also schwallt "wuff" ersatzweise über Details der GSM-Signale, die schätzungsweise 90 Prozent der Giagaherz-Leser technisch hoffnungslos überfordern, und deshalb bei diesen Leuten den vagen Eindruck hinterlassen, an dem "experimenteller Betrug" könne womöglich doch etwas dran sein.

Zweifel säen, das ist das Geschäft von "wuff". Sein Mittel zum Zweck ist, sich überall dort, wo Laien das Publikum sind, ungefragt zu Wort zu melden und Zweifel zu hinterlassen.

Wer sich von dem Geschwätz der Herren Wuff und Jakob nicht einlullen lässt, kann dem Schweizerischen Desinformatenduo ziemlich einfach die Hosen runter lassen. Dazu muss man lediglich den Abschlussbericht der Studie studieren, nicht alles, denn der Bericht hat 236 Seiten, sondern nur die relevanten Stellen.

Dann wird deutlich: Die "Unnatürlichkeit" der Signale, um die sich "wuff" so bemüht, ist völlig bedeutungslos. Denn die Signale hatten auf die objektive und subjektive Schlafqualität keine Wirkung. Im Gegensatz dazu führte jedoch die Sorge um die Gesundheit zu einer signifikant schlechteren Schlafqualität, obwohl die GSM-Basisstation gar nicht nicht in Betrieb war!

Die technischen Parameter des GSM-Signals, an denen sich "wuff" abarbeitet, sind also unerheblich. Dass bei der Studie überhaupt versucht wurde, mit einem realitätsnahen GSM-Signal zu arbeiten, dessen Existenz jedoch nicht mühelos mit einem Handy festgestellt werden konnte (Manipulationssicherheit), ist trivial: Zu Beginn mussten die Forscher noch davon ausgehen, dass das GSM-Signal eine Wirkung hat, erst im nachhinein wurde deutlich, dass dem nicht so ist.

Unverständlich ist, warum sich Dauernörgler "wuff" nicht um die Perlen der Danker-Hopfe-Studie kümmert. Damit meine ich die statistischen Ausreißer, die im Abschlussbericht ihre Spuren hinterlassen haben und so förmlich darum betteln, von unserem selbsternannten Großkritiker "auseinander genommen" zu werden. Als da wären ...

Seite 137: ... wobei ein Proband einen sehr auffälligen Score von 23 erreichte.
Seite 181: Unter Exposition gibt es einen Probanden, der einen deutlichen Ausreißerwert sowohl im arithmetischen Mittel (Einschlaflatenz 233 min) als auch im Median (Einschlaflatenz 285 min) aufweist.
Seite 186: Wie Abb. 110 erkennen lässt, nimmt die auf der Basis subjektiver Angaben berechnete Schlafeffizienz bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Probanden einen Wert über 100% an. Dies bedeutet, dass die Probanden angeben, länger geschlafen zu haben, als sie überhaupt Zeit im Bett verbracht haben.
Seite 208: Ein Proband (Pbd. 60) mit einer signifikant verlängerten Latenz zu Stadium 1 unter Exposition hatte auch prozentuell mehr Wachanteil am Gesamtschlaf und eine signifikant geringere Schlafeffizienz ...

[Editiert am 03.11.2015]

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Instant-Experte, Anonymling, Prahlhans, Blendwerk, Anonym, Tabakindustrie, Verdünnungsstrategie, Vernebeln, Bedeutungslos, Sendung

Hans-U. Jakob: der Irrtumsgenerator

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.08.2013, 12:32 (vor 3390 Tagen) @ H. Lamarr

Fazit: Hans-U. Jakob kann seine Behauptung nicht glaubhaft belegen ...

Er kann es nicht und er konnte es nicht. Hier noch ein anderes Beispiel, wie sich der Gigaherz-Präsident vehement an eine von ihm verbreitete Desinformation klammert. Es geht um die Reflex-Replikation von Primo Schär. Jeder weiß, dass Schär über den HF-Teil dieser Studie nichts publiziert hat (nur über den NF-Teil), dennoch bestand Jakob noch im Oktober 2011 auf seiner Verwechslung von NF und HF. Eine mündliche Aussage zu seinen HF-Experimenten traf Schär 2009 auf einer Wissenschaftlertagung in Davos, zu der Herr Jakob nicht eingeladen war, und da sieht das alles ganz anders aus, als es der Gigaherz-Präsident gerne hätte. Dem Berichterstatter Dr. Gollnick vetraue ich schon deshalb viel mehr als Jakob, weil er a) vom Fach ist und weiß wovon er redet und b) er noch einen Ruf zu verlieren hat.

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