Beim Jupiter, was brachte Ron Melnick zur IARC? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 15.10.2011, 23:09 (vor 3327 Tagen)

Die meisten Kommentare zum Fall des Reporters Marc T., der an einem Hirntumor erkrankt ist und glaubt, sein intensiver Handygebrauch wäre daran schuld, sind nicht der Rede wert. Unter den vielen Giftpilzen habe ich aber einen Steinpilz entdeckt, den Kommentar von "Jupiter" am Spätnachmittag des 15. Oktober. Der Unbekannte, der Insider sein muss, schreibt dort über das IARC-Monographie-Meeting vom Mai 2011:

"Jetzt wird übrigens erst bekannt, dass es in der Gruppe in Lyon tatsächlich einen gab (Ronald Melnick, Ron Melnick Consulting, LLC), auf den das Argument des Interessenkonfliktes wirklich zutraf. Er wurde aber nicht ausgeschlossen (so wie Anders Ahlbom), sondern gleich noch zum Leiter der Gruppe "Exposition" bestimmt! (Siiehe IEEE Antennas Propagation Magazine 53 (3), 202-203).

Da taucht also aus dem Nichts plötzlich ein neuer Name auf, den hierzulande kaum jemand auf dem Schirm haben dürfte: Ronald Melnick. Auf der Teilnehmerliste (PDF) des IARC-Meetings wird er ohne jede Fußnote geführt, wie sie etwa Martin Röösli zuteil wurde. Der Mann sollte also ganz & gar unverdächtig sein. Publiziert hat er laut Website "BiomedExperts" 70 Arbeiten, wir haben deren Titelzeilen alle durchsucht nach "field", "electromagnetic", "radiation", "magnetic", "mobile" und "phone" - ohne einen einzigen Treffer. Melnick erforschte, bevorzugt mit Ratten und Mäusen, welche Wirkung Butadiene und Karzinogene haben. Warum ausgerechnet er von der IARC eingeladen und mit dem Vorsitz der Arbeitsgruppe "Exposition" betraut wurde, erschließt sich anhand der Informationen von "BiomedExperts" in keiner Weise. Die "Bürgerwelle" (PDF) aber weiß: "Melnick, vormals höherer Beamter im Nationalen Toxikologieprogramm der USA bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren, entwarf die weltgrößte Studie zur Abklärung, ob Mobilfunkstrahlung Krebs in Ratten und Mäusen erzeugen kann. Deren Resultate
werden erst in ein paar Jahren erwartet." Naja, viel lässt sich auch damit nicht anfangen.

Der von "Jupiter" erwähnte Artikel hat den Titel "The peculiar circumstances of the iarc working group on radio-frequency electromagnetic fields and cellular telephones" (deutsch: "Die eigenartigen Umstände der IARC-Arbeitsgruppe über HF-Felder und Mobiltelefone"), erschienen bereits im Juni 2011 in dem IEEE-Magazin "Antennas and Propagation" (Antennen und Wellenausbreitung). Verfasser ist James C. Lin von der Univ. of Illinois in Chicago, der in Lyon nicht Teilnehmer am IARC-Meeting war, jedoch vom Fach ist, wie ein Blick ins EMF-Portal zeigt (dort einfach auf Schaltfläche "Starte Suche" klicken). Auch Melnick taucht im EMF-Portal auf, wird dort jedoch nur mit einer einzigen Studie aus dem Jahr 1982 gelistet.

Leider ist der Artikel von Lin nicht frei erhältlich, wer ihn lesen will muss bei der IEEE ein Konto anmelden und 30 Dollar für das Papier locker machen. Das muss ich mir erst noch mal überlegen. Bis auf weiteres bleibt es (hier) also im Dunkeln, was Lin an der Mitwirkung von Melnick am IARC-Meeting im Mai 2011 so gestört hat, dass er darüber mit einem Artikel an die Fachöffentlichkeit ging.

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IARC, Interessenkonflikt, Monographie, Melnick

Beim Jupiter, was brachte Ron Melnick zur IARC?

Doris @, Sonntag, 16.10.2011, 13:12 (vor 3327 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Doris, Sonntag, 16.10.2011, 15:35

Ein paar Fakten, die vielleicht ein wenig Licht ins Dunkle bringen....

Ronald Melnick war bzw. ist ein bedeutender Toxikologe und hat für seine Arbeiten 2007 in Amerika auch eine sehr bedeutende Auszeichnung erhalten.

---> Melnick Earns Rall Award for Environmental Health Advocacy

Bis zu seiner Pensionierung war er am National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) beschäftigt. Im letzten Jahrzehnt seiner 30-jährigen Karriere dort, war er mit der Planung des NTP (National Toxikology Program) Cell phone study beschäftigt, die/das heute durch Dr. Michael Wyde geleitet wird. Das NTP Projekt ist die größte "einzelne" Krebs Studie (largest single cancer study) mit einem Budget von 25 Millionen Dollar. NIEHS verbrachte 10 Jahre damit, das Projekt zu planen und eben das war das "Werk" von Ronald Melnick.

IT'IS Schweiz erhielt übrigens einen großen Auftrag für das Projekt und lieferte die Kammern für die Strahlungsexperimente. ---> hier

Auf dieses wirklich riesige Projekt wird übrigens immer wieder mal in diversen Videos, die es im Netz gibt, hingewiesen. Wenn ich mich nicht irre, werden die ersten Ergebnisse 2014 erwartet.

Ein weiterer interessanter Beitrag zu diesem Projekt gibt es hier

So, dies scheinen wohl die Gründe zu sein, warum Ronald Melnick in die IARC Gruppe geladen wurde und zwar als offensichtlich kompetenter Leiter der Untergruppe "Exposition"

Ob es wirklich ein Interessenkonflikt ist, in dem sich Ronald Melnick befindet/befand, kann ich nicht beurteilen. Er scheint ein Beratungsunternehmen zu haben, zu dem es wenig bzw. für mich keine auffindbaren Informationen im Netz gibt. --> RON MELNICK CONSULTING, LLC. Er hat dies nicht verschwiegen, sondern er steht so auch auf der Teilnehmerliste und er ist außerdem pensioniert.

Bei diesen ganzen Kritiken an den IARC Teilnehmern muss berücksichtigt werden, dass es da zwei Lager gibt. Es gibt die von der mobilfunkkritischen Seite, die sich bis zum Exzess ergötzen am Ausschluss von Dr. Lerchl. Es gibt den Ausschluss von Dr. Anders Ahlbom, der ja diese Zugehörigkeit bei der Firma seines Bruders nicht angegeben hat und übrigens von der schwedischen mobilfunkkritischen Journalistin Mona Nilsson zu Fall gebracht wurde. Aber es gibt im Gegenzug auch kritische Stimmen gegen den Ausschluss von Anders Ahlbom.* Dies sind Wissenschaftler, die vorwiegend ICNIRP angehören. Da wurde auch ein Brief an Dr. Wild diesbezüglich geschrieben und auf ebenfalls existierende Interessenkonflikte anderer Teilnehmer hingewiesen. Namentlich genannt wurde niemand, aber es soll sich um Lennart Hardell handeln. Die Kritik dieses Lagers scheint sich gegen Wissenschaftler zu richten, die kritischer der Technik gegenüber stehen.

Und James C. Lin, der Verfasser des im Juni 2011 erschienen Beitrages gegen Ronald Melnick gehört auch zu ICNIRP. Und die WHO Einschätzung und die ICNIRP Einschätzung zu Mobiltelefonen passen nun mal nicht zusammen.

Von James C. Lin (der übrigens auch eine beeindruckende Biografie aufweist) gibt es wohl nochmals einen Beitrag vom Oktober 2011, der sich auch mit der IARC Arbeitsgruppe auseinandersetzt. Aber ebenfalls nicht frei zugänglich.

Was nun James C. Lin an Ron Melnick stört und ob dies wirklich ein Interessenkonflikt ist, der berücksichtigt und zum Ausschluss hätte führen sollen, wissen wir nun zwar immer noch nicht. Sollte dazu in naher Zukunft was Informatives zur Verfügung stehen, stelle ich es ein. Ich werde die Sache im Auge behalten.

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* Anders Ahlbom, der Vorsitzender der Schwedischen Strahlenschutz Behörde Expertengruppe EMF- und HF-Strahlung war, hat laut "micoravenews" aus der Sache übrigens die Konsequenzen gezogen und ist im Juni 2011 von dem Posten zurückgetreten. Wer Nachfolger sein wird, ist nicht bekannt.

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ICNIRP, WHO, IARC, Interessenkonflikt, Hardell, NTP-Studie, Nilsson, Ahlbom, Melnick, Wyde

Ergänzung - NTP Projektbeschreibung

Doris @, Sonntag, 16.10.2011, 18:02 (vor 3327 Tagen) @ Doris

Einzelkrebsstudie für Singles

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.10.2011, 22:46 (vor 3326 Tagen) @ Doris

Das NTP Projekt ist die größte "einzelne" Krebs Studie (largest single cancer study) mit einem Budget von 25 Millionen Dollar.

Die vermeintliche "Einzelkrebsstudie" :no: wird im Artikel von J. C. Lin deutlicher, er schreibt dort:

"Largest single animal cancer study"

Wie ich diese Verkettungen im Englischen doch liebe! Weil "Einzeltier-Krebsstudie" nicht nur doof klingt, sondern auch inhaltlich falsch wäre (25-Mio.-Dollar-Studie mit 1 Maus), würde ich vorschlagen:

"Größte tierexperimentelle Krebsstudie", oder so ...

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James C. Lin: IARC-Ausschluss von Ahlbom war ungerecht

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.10.2011, 22:17 (vor 3327 Tagen) @ H. Lamarr

Bis auf weiteres bleibt es (hier) also im Dunkeln, was Lin an der Mitwirkung von Melnick am IARC-Meeting im Mai 2011 so gestört hat, dass er darüber mit einem Artikel an die Fachöffentlichkeit ging.

Es wurde Licht.

Lin stört sich an der Ungleichbehandlung, die die IARC gegenüber dem Schweden Anders Ahlbom und dem Amerikaner Ron Melnick an den Tag legte. Ahlbom habe in seiner Erklärung zu Interessenkonflikten nicht verheimlicht, dass er zeitweise für die Beratungsfirma seines Bruders als Direktor arbeite (was sich ganz anders liest als die Meldungen von einer Enttarnung Ahlboms durch Mona Nielsson). Dafür sei Ahlbom von der Teilnahme an dem wichtigen Meeting ausgeschlossen worden, wogegen Ron Melnick, der Alleininhaber einer Beratungsfirma sei, nicht nur nicht ausgeschlossen wurde, sondern sogar noch mit der Leitung der Arbeitsgruppe "Exposition" betraut worden sei. Dabei sei die IARC auf den ziemlich offensichtlichen kommerziellen Interessenkonflikt von Melnick hingewiesen worden, Nicolas Gaudin, in Lyon Leiter der Kommunikationsabteilung, habe daraufhin noch von einer "ernsten Angelegenheit" gesprochen. Passiert sei jedoch nichts.

Lin schildert in seinem Artikel die Rolle von Ron Melnick im Großen und Ganzen so, wie sie von Doris schon hier beschrieben wurde. Neu ist die Information, dass das NTP-Programm (siehe Posting von Doris) nicht mehr beim NIEHS liegt, sondern von Melnick im Alleingang vertraglich ans IITRI, Chicago, gebunden wurde. Chef des IITRI ist David McCormick, der wiederum beim IARC-Meeting im Mai ebenfalls mit dabei war.

Melnick ist jetzt Inhaber der Beratungsfirma "Ron Melnick Consulting, LLC" und es sei selbsterklärend, so Lin, dass diese Firma kein Wohltätigkeitsunternehmen sei und auch nicht aus purer Menschenliebe heraus an der Erforschung biologischer Effekte infolge Funkeinwirkung interessiert sei. Vielmehr handle es sich um ein Wirtschaftsunternehmen, das gegen gutes Geld professionelle Dienstleistungen erbringe. Mehrfach benutzt James C. Lin im Zusammenhang mit Melnick den Begriff "sole-sourced", womit er auf die alleinstellende Rolle des Mannes bei dessen Unternehmungen hinweisen will.

Aus meiner Sicht ist das, was Lin in seinem Artikel gegen Melnick vorbringt, nicht unbedingt der große Brüller. Aber darauf wollte Lin vermutlich auch gar nicht hinaus. Sein Artikel stellt vielmehr nachvollziehbar die Entscheidung der IARC infrage, den Amerikaner in Lyon im Spiel zu belassen, den Schweden aber aus dem Spiel zu nehmen.

Da der Epidemiologe Ahlbom von Sendemastengegnern ganz gerne heftig kritisiert wird, ist davon auszugehen, dass er in Lyon ein Skeptiker gewesen wäre, der die 2B-Wertung möglicherweise nicht mitgetragen hätte. Auf der anderen Seite Ron Melnick. Er ist Vater eines millionenschweren EMF-Krebs-Forschungsprojekts, das noch in Arbeit ist, und dessen Bedeutung mit Sicherheit geschwunden wäre, hätte die IARC im Mai 2011 die IV-Wertung (wahrscheinlich für Menschen nicht krebserregend) verabschiedet. Da fällt es mMn nicht schwer zu erraten, für welche Wertung Melnick gestimmt hat. Allerdings möchte ich auch nicht bei der IARC für die Auswahl der Meeting-Teilnehmer verantwortlich gewesen sein, aus dem begrenzten Kreis der fachlich qualifizierten Kandidaten alle diejenigen auszusortieren, die über zwei, drei oder vier Ecken herum möglicherweise versucht waren, aufgrund nicht-wissenschaftlicher Erwägungen in Lyon abzustimmen. Diesen Job kann man wahrscheinlich nur falsch machen.

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Ahlbom, Melnick, Lin

James C. Lin: IARC-Ausschluss von Ahlbom war ungerecht

Doris @, Sonntag, 16.10.2011, 23:26 (vor 3326 Tagen) @ H. Lamarr

Neu ist die Information, dass das NTP-Programm (siehe Posting von Doris) nicht mehr beim NIEHS liegt, sondern von Melnick im Alleingang vertraglich ans IITRI, Chicago, gebunden wurde. Chef des IITRI ist David McCormick, der wiederum beim IARC-Meeting im Mai ebenfalls mit dabei war.

Dazu gibt es bei WIK auch tatsächlich aus dem Jahr 2010 einen vierseitigen Bericht.

Nur das mit dem Alleingang von IITRI, das irritiert mich. Denn von was spricht Michael Wyde ebenfalls im Jahr 2010, denn dann hier so ausführlich?

Kein Alleingang des IITRI

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.10.2011, 23:36 (vor 3326 Tagen) @ Doris

Nur das mit dem Alleingang von IITRI, das irritiert mich.

Nicht IITRI machte den Alleingang, sondern Melnick. Nachfolgend der englische Originaltext der relevanten Passage aus Lins Artikel:

"Melnick spent the last decade of his career at NIEHS planning the NTP/NIEHS cellphone animal-exposure project, and then sole-sourced it through a contract to IITRI in Chicago. The project currently is ongoing, and results will not be available until some years from now."

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Melnick

Kurt Straif (IARC) und Ron Melnick erwidern auf James C. Lin

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 20.10.2011, 00:09 (vor 3323 Tagen) @ H. Lamarr

Lin stört sich an der Ungleichbehandlung, die die IARC gegenüber dem Schweden Anders Ahlbom und dem Amerikaner Ron Melnick an den Tag legte.

Wie Doris entdeckte, hat der Juni-Artikel von James C. Lin ein Nachspiel gehabt. In der Oktober-Ausgabe des "IEEE Microwave Magazine" erschien der Artikel von Lin noch einmal, diesmal aber mit Stellungnahmen von Kurt Straif (IARC) und Ron Melnick.

Erklärung von Kurt Straif

Straif macht deutlich, dass es Voraussetzung für eine Einladung zu den Monographie-Meetings der IARC ist, dass ein interessierter Wissenschaftler die “WHO Declaration of Interests” vorlege. Ein "Ja" dort würde einen Kandidaten nicht automatisch für die Teilnahme disqualifizieren. Prof. Ahlbom habe die gewünschte Erklärung abgegeben und wurde daraufhin zur Teilnahme eingeladen. Eine Woche vor dem Meeting sei von Ahlbom dann eine umfassendere Erklärung zu seinen Interessenkonflikten gekommen, in der er angab, in der Beratungsfirma seines Bruders als Vorstandsmitglied tätig zu sein. Die Firma berate auf EU-Ebene auch kommerzielle Unternehmen der Telekommunikationsbranche. Und in einem der deklarierten Projekte seinen die Großen der Telekommunikationsbranche Geschäftspartner gewesen. Wegen dieses Interessenkonflikts habe die IARC Ahlbom vorgeschlagen, (nur) als "eingeladener Spezialist" an dem Meeting teilzunehmen (welche Einschränkungen dies für Ahlbom bedeutet hätte ist in der Teilnehmerliste nachzulesen). Der Vorschlag sei mit dem Schweden in einigen langen Telefonaten diskutiert worden, doch Ahlbom habe letztlich auf eigenen Wunsch von der Teilnahme gänzlich Abstand genommen. Gemäß Straif habe die IARC Ahlbom zuletzt so verstanden, dass er seinen Vorstandsposten in der Firma seines Bruders inzwischen aufgegeben hat.

Kurt Straif äußert sich auch zu Ron Melnick. Der Amerikaner habe erklärt, als wissenschaftlicher Berater für ein von der EU finanziertes Forschungsprojekt tätig zu sein. In dem Projekt ginge es um die Beurteilung der Exposition und des Risikos von funktechnischen Geräten. Derart informiert habe die IARC Melnick dennoch eingeladen. Während des Meetings sei Dr. Lin per E-Mail an die IARC herangetreten, "Ron Melnick Consulting" sei ein nach Gewinn strebendes Unternehmen mit besonderem Interesse an den biologischen Wirkungen von HF-Signalen und an biologischen Reaktionen auf Handys. Die IARC sei daraufhin unverzüglich in Kontakt zu Lin getreten, der aber habe lediglich gemeint, seine E-Mail hätte Offensichtliches zur Sprache gebracht. Die IARC diskutierte daraufhin mit Melnick dessen Erklärung zu Interessenkonflikten, zu weiterführenden Schritten, etwa einen Ausschluss, sah sie jedoch keinen Anlass.

Erklärung von Ron Melnick

Ronald Melnick schreibt, er habe nach seinem Ausscheiden (Pensionierung) beim amerikanischen National Institute of Environmental Health Sciences (National Institutes of Health), eine kleine Beratungsfirma gegründet mit sich als einzigem Mitarbeiter. Im Gegensatz zu der Geschäftstätigkeit der Beratungsfirma von Ahlboms Bruder habe seine Firma jedoch nie Kunden in Energie- und Umweltfragen bezüglich Telekommunikation beraten. Weder er noch irgendein Mitglied seiner Familie hätten je Zahlungen aus kommerziellen Quellen erhalten, die im Zusammenhang mit dem Ergebnis des Meetings in Lyon stünden. Melnick geht davon aus, dass es dieser Unterschied zum Fall Ahlbom ist, der die IARC dazu bewogen hat, den von Lin gemeldeten Interessenkonflikt zu verwerfen. Nebenbei bestätigt Melnick in seinen Ausführungen, dass die 2B-Wertung der IARC für Handys gelte ("mobile phones"). Ebenfalls erhellend ist das, was Melnick über das von ihm initiierte Handystrahlung-Forschungsprojekt sagt. Dies sei vermutlich die größte Gesundheitsstudie, die je im Rahmen des NTP gelaufen sei (National Toxicology Program). Ursache dafür wäre, dass völlig neue Expositionskammern entwickelt und erprobt werden mussten, um in angemessener Weise der Hypothese auf den Grund zu gehen, nichtthermische Exposition könne unter kontrollierten Laborbedingungen keine chronischen Wirkungen wie etwa Krebs zeigen.

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Interessenkonflikt, Expositionskammer, 2B, Monographie, Fachkreisen, Ahlbom, Melnick, Straif, Environmental Health

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