IEMFA: Neuer Globalisierungsversuch der EMF-Szene (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 17.08.2010, 14:05 (vor 3693 Tagen)

Über die Gründe, warum die EMF-Szene immer wieder mal versucht, eine Bündelung auf internationalem Parkett zustande zu bringen, lässt sich nur spekulieren. Bislang sind alle diese Versuche im Sand verlaufen. Ein plausibler Grund für den Drang sich zusammen zu schließen ist mMn das geringe nationale Potenzial, das einem das Engagement stets mit nur einer Handvoll der immerzu gleichen Beipflichter dankt. Aus der Globalisierung könnten sich auch gute geschäftliche Verknüpfungen des Helfergewerbes ableiten lassen, aus meiner Sicht ist dies die stärkste Kraft, mit der sich so eine Entwicklung erklären lässt. Das läuft wie bei den Schneeballsystemen, eine kleine Führungsriege sahnt kräftig ab, nach unten hin wird der Profit immer kleiner und ganz unten kommen die Profilneurotiker, die gratis für die "Organisation" mit allerlei Einsätzen unterwegs sind und in Medien und Foren beständig die Desinformation verbreiten: EMF macht irgendwie krank und keiner tut was dagegen.

Jüngster Anlauf zur Globalisierung ist die "International EMF Alliance" (IEMFA), in der sich die altbekannten Namen aus der hiesigen EMF-Szene wiederfinden, von A wie Aschermann bis W wie Warnke. Ein Geschäftsinteresse mit Produkten ist an der Seite (noch) nicht zu bemängeln. Das muss aber nichts heißen, mMn gut möglich, dass die Seite werbefrei bleibt und nur dem (vermeintlich seriösen) Schüren von Ängsten dienen soll - die Ernte wird dann erst ein paar Ecken weiter eingefahren.

Eine Umfrage auf der Seite zeigt nur verhaltenes Interesse der Netzgemeinde. Zum Stand 17. August 2010, 14:00 Uhr, haben sich 325 Besucher für die Site ausgesprochen, 11 dagegen und 4 sind unschlüssig. Dafür, dass für einen Besuch der Site seit Juni weltweit geworben wird, sind diese Zahlen wie gewohnt ernüchternd niedrig. Die Umfrage ist lediglich mit einem IP-Adressblocker gegen Mehrfachabstimmung geschützt und daher mühelos manipulierbar. Was die Umfrage angesichts der selektiven Zuläufe zu der Site überhaupt soll, bleibt das Geheimnis der Organisatoren. Ob die IEMFA jemals die kritische Masse erreichen oder das Schicksal ihrer unglücklichen Vorgänger teilen wird, wir werden es live miterleben können.

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Tags:
Warnke, Schneeballsystem, IEMFA, Aschermann

IEMFA fordert mit 10-Punkte-Programm Grenzwertsenkung

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 03.02.2011, 21:42 (vor 3522 Tagen) @ H. Lamarr

Mit folgender Presse-Information will die IEMFA auf sich aufmerksam machen. Spektakulär Neues ist nicht dabei, sogar die geforderte internationale Datenbank für "Mobilfunkkranke" ist alles andere als neu. Es gab sie bereits einmal, mit tausenden von Einträgen, zumindest behauptete dies Anfang 2002 der allseits bekannte George Carlo. Er nannte sein Projekt "Mobile Telephone Health Concerns Registry (MTHCR)" und spendierte dafür eine eigene Website. Aber schon Mitte 2002 siechte Carlos Website samt Datenbank ungepflegt vor sich hin, irgendwelche Inhalte sind bis heute nicht öffentlich geworden. Dabei hieß es 2002 noch auf seiner Seite: Every quarter, the aggregate information collected through the Registry will be studied through a standard analysis protocol.

World Health Urgently Needs lower EMF Standards

Oslo, Norway, February 3, 2011. The International EMF Alliance (IEMFA) today announces a new published report and scientific Consensus Statement concerning health hazards of electromagnetic fields (EMFs). Led by Olle Johansson, PhD of the Karolinska Institute, the report published by a consortium of international scientists urges global governments to adopt significantly lower human exposure standards for electromagnetic fields. The recommendations are based on the latest body of evidence in biological sciences, and the public-health implications of the unprecedented global exposures to electromagnetic fields from telecommunications and electric power technologies. The scientists recommend specific exposure limits for different frequency fields, including microwaves, used in wireless communications, and ELF electric fields and magnetic fields.

According to the international scientists, called the Seletun Scientific Panel, it has become obvious that new, biologically-based public exposure standards are urgently needed to protect long-term public health worldwide. Current public-safety EMF-exposure guidelines used world wide, based on physics models and calculations, currently only protect for damage generated by a heating effect. With respect to prolonged, low-intensity exposures that nowadays frequently occur, but do not have a heating effect, the guidelines, say the scientists, are inadequate and obsolete.

An 18 minutes video of Olle Johansson, PhD of the Karolinska Institute, Chair of IEMFA’s Seletun Scientific Panel that issued the report is available here: http://vimeo.com/18018440

The report and consensus statement, published in the journal Reviews on Environmental Health http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21268443 include ten Key Points:

1. The global Populations are insufficiently protected, thus currently at Risk;
2. Sensitive Populations are extra vulnerable;
3. Government Actions are urgently warranted now, based on Evidence of serious Disruption to Biological Systems;
4. The Burden of Proof for the Safety of radiation-emitting Technologies should fall on Producers and Providers, not Consumers;
5. EMF Exposures should be reduced in advance of complete Understanding of Mechanisms of Action;
6. The current operative measure of Radiation Risk - the specific absorption rate (SAR) - is inadequate, and misguides on Safety and Health Risks;
7. An international Disease Registry is needed to track Time Trends of the incidence of Illnesses to correlate the Illnesses with Exposures;
8. Pre-market health Testing and Safety Demonstration is needed for all radiation-emitting Technologies;
9. Parity is needed for occupational Exposure Standards, compared to those for the General Public;
10. Persons with Electrohypersensitivity need the classification Functionally Impaired.

The International EMF Alliance has rapidly grown in 2010 into a global collaboration of over fifty health advocacy groups focused on electromagnetic fields ( www.iemfa.org). Its principle aim is to disseminate coherent, health-oriented information and advice to the public worldwide on the ever-expanding body of knowledge on biological disruptions observed in living tissues after acute and long-term exposure to non-ionizing electromagnetic fields. The Alliance benefits from the support of a large number of life scientists and medical experts from fifteen countries who collaborate worldwide to address emerging threats to public health.

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IEMFA bescheingt sich rapides Wachstum

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 03.02.2011, 22:16 (vor 3522 Tagen) @ H. Lamarr

Eine Umfrage auf der Seite zeigt nur verhaltenes Interesse der Netzgemeinde. Zum Stand 17. August 2010, 14:00 Uhr, haben sich 325 Besucher für die Site ausgesprochen, 11 dagegen und 4 sind unschlüssig. Dafür, dass für einen Besuch der Site seit Juni weltweit geworben wird, sind diese Zahlen wie gewohnt ernüchternd niedrig.

Ein knappes halbes Jahr später zählt die Seite bescheidene 641, die abgestimmt haben, wahrscheinlich werden es die kommenden Tage sprunghaft mehr, wegen der Presse-Information der IEMFA vom 3.2.2011. Und in der heißt es ja ...:

The International EMF Alliance has rapidly grown in 2010 into a global collaboration of over fifty health advocacy groups focused on electromagnetic fields

Dazu habe ich meine eigene Meinung: Rapidly grown in 2010 (2010 schnell gewachsen) ist tatsächlich die Anzahl der "Mitglieder" der IEMFA, die sich anscheinend von der Vereinigung Vorteile erhoffen im Sinne einer breiten Ankurbelung der Investitionsbereitschaft in der Bevölkerung. Aus meiner Sicht ist die IEMFA ein Vehikel zur diskreten Geschäftsanbahnung. Die Branche leidet unter dem Problem, dass vielen Anbietern nur wenig Nachfrage gegenüber steht (Oligopson) und deshalb immer wieder neu versucht wird, zuweilen mit Kampagnen, das Geschäft zu beleben.

Die oben genannte Zahl zeigt ziemlich unmissverständlich, dass die Kundschaft der Allianz noch nicht so recht mitziehen will und sich die Begeisterung über die Allianz in sehr sehr engen Grenzen hält.

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