Indymedia hat Herrn Breunig geantwortet (Allgemein)

AnKa, Samstag, 21.10.2006, 20:00 (vor 4968 Tagen) @ Helmut Breunig

Nehme an dass die Ideologen dort noch nicht wahrgenommen haben, für welche Interessengruppen die Arbeit von M.R. bei der WHO eine Qualifikation für wohldotierte Pensionärstätigkeit darstellt.

UiUiUi, da hat es ja auf Indymedia posthum eine Antwort gesetzt. Nicht mal eine schlechte, aber der Herr Breunig wirds anders sehen. Und man beachte den Nachspann:

Die Neigung zur Denunziation

Morbus Clone 21.10.2006 - 13:20
Die auf der bekannten Mobilfunkgegnerseite IZGMF(*) unter dem Link...

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=8613&page=0&order=last_answer&descasc=DESC&category=0

...getroffenen Aussagen beziehen sich auf den obigen Artikel und illustrieren ihn zugleich treffend: "Dass dieser Abgesang auf M.R. ausgerechnet von dieser Seite (indymedia) kommt, ist obskur", wird dort behauptet.

In der Mobilfunkgegner-Szene ist die Neigung, nicht den Vorgang zu kritisieren, sondern statt dessen die Person anzugreifen, an vielen Stellen erlebbar. Die Repacholi-Kampagne ist dafür nur ein, wenn auch wegen der Popularität hervorstechendes, Beispiel.

Vielfach erkennbar ist das Bedürfnis, die Namen hinter den Betreibern von Webseiten oder hinter Beiträgen zu veröffentlichen. Auf diesem Wege, garniert mit im Verschwörerton präsentierten wolkigen Vermutungen, wird die Denunziation der Person eingeleitet. Es soll nicht um das vermittelte Wort, das Argument, die Aussage gehen. Es soll gegen die Person gehen.

Abstrus und zugleich verhetzend ist darüber hinaus die im verlinkten Beitrag angewendete Methode, die wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass Niedrigstrahlung körperimmanente Heilungskräfte in Gang zu setzen vermag, in einer Weise zu präsentieren, als werde dadurch der Tschernobyl-Gau gerechtfertigt. Auch die Präsentation eines durch die Tschernobyl-Strahlung schwer geschädigten Kindes im Zusammenhang mit der Diskussion um die angebliche Gefahr des Mobilfunks liegt auf dieser Wellenlänge rechtsextrem verhetzter Diskussionskultur. Es ist, nebenbei bemerkt, ein maßloser Vergleich.

Dies nämlich macht den Unterschied aus - zwischen linker Wissenschaftskritik auf der einen, und rechtem, wissenschaftsfeindlichem Populismus auf der anderen Seite:

Die Linke kritisiert die Verhältnisse, diskutiert etwa, wenn nötig am Beispiel Mobilfunk (es gibt allerdings interessantere Beispiele), den dahinterstehenden Ökonomismus. Dies im Bewusstsein, dass unter dem Prinzip der kapitalistischen Wirtschaftsweise Zwänge auf die Gesellschaft wirken, die nicht von einzelnen Personen oder Personengruppen initiiert worden sind. Die Linke legt an ihre Analyse wissenschaftliche Maßstäbe an.

Die Rechte hingegen kritisiert nicht die Verhältnisse, sondern ist stets auf der Suche nach personifizierten Schuldigen, nach "Lobbys" (ein Lieblingswort in den Veröffentlichungen der Mobilfunkgegnerszene), nach Geldgebern und Banken. Die Rechte seziert die Gesellschaft also nicht analytisch. Sondern sie inszeniert letztlich das Bauchgefühl des Kleinbürgers, der sich stets nach oben (wo er die "Drahtzieher", die "Lobbys" wähnt) wie nach unten (wo die "Unterschicht" ihren Sitz zu haben hat) abgrenzen muss, um sich die eigene Identität zu bewahren. Wohin diese Sicht der Dinge führt, kann man sich ausrechnen. Verschwörungstheorien sind niemals harmlos, sind es nie gewesen.

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(*) IZGMF ist übrigens unter der Mobilfunkgegner-Seiten eine der besser moderierten Seiten, dies soll nicht versäumt sein mitzuteilen.

(Na gezz saachma bloß!) ( :rotfl: )

Tags:
Verschwörung, Repacholi, Denunzieren, Populismus, Pseudowissenschaft, Mitläufer, Rechte Szene, Pensionär, Gesinnung


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