Österreich: Metastudie keine Argumentationshilfe für 5G-Gegner (Medien)

H. Lamarr @, München, Samstag, 21.11.2020, 00:00 (vor 745 Tagen) @ H. Lamarr

Die vom Österreichischen Parlamentsbeirat an das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergebene Studie liegt jetzt vor. Hinter dem sperrigen Titel "5G-Mobilfunk und Gesundheit: Die aktuelle Einschätzung des Evidenzstandes zu möglichen Gesundheitsrisiken von elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks durch anerkannte wissenschaftliche Gremien" verbirgt sich eine Literaturstudie, die meiner ersten Einschätzung nach gut gemacht ist und strittige Sachverhalte treffsicher auf den Punkt bringt.

Meine positive Einschätzung der Literaturstudie "5G-Mobilfunk und Gesundheit" teilt der promovierte österreichische Astronom und Skeptiker Stefan Uttenthaler nicht. Allerdings betrachtet er die Arbeit aus einem speziellen Blickwinkel. In einem Essay, erschienen auf Science Blogs, will Uttenthaler auf naturwissenschaftlicher Basis begründen, weshalb die Literaturstudie, die für ihn eher ein "Bericht" ist, nicht als Argumentationsgrundlage für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch 5G und damit gegen den Ausbau der Technologie taugt. Anlass für das Essay ist eine Bürgerinitiative gegen 5G in der Heimatgemeinde des Sternenguckers, die sich auf die besagte Literaturstudie beruft.

Der Suchbegriff "5G-Mobilfunk und Gesundheit" führt bei Google gegenwärtig zu 57 Treffern, darunter einige bei organisierten Mobilfunkgegnern, auch die Bibliothek des Deutschen Bundestages hat sich Mitte 2020 das Papier einverleibt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Science Blogs


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