Gebäudeenergiegesetz: "Elektrosensible" protestierten scharf (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.07.2020, 22:45 (vor 383 Tagen) @ H. Lamarr

Am 24. Juni träumte der "Elektrosensiblen"-Verein Weiße Zone Rhön:

Entgegen zahlreicher Einwände hat der Bundestag das GEG-Gesetz beschlossen - Die digitalen Zähler wurden nicht thematisiert.

Auch der Verein für Elektrosensible, München, legte sich vergeblich ins Zeug. Am 1. März 2020 versuchte der Verein mit einer sogenannten Pressemitteilung die Öffentlichkeit zu mobilisieren, doch die Presse sah unisono darüber hinweg. Allein dem BUND in Konstanz ist es zu verdanken, dass das Papier überhaupt zu verlinken ist. Wer wissen möchte, warum erst die Presse und dann das Parlament den "Elektrosensiblen" die kalte Schulter zeigte, findet die Antwort in folgendem Auszug aus der sogenannten Pressemitteilung, der einen eklatanten Mangel an Fingerspitzengefühl erkennen lässt:

[...] Namentlich viele elektrosensible Menschen sind verzweifelt, weil dieses Gesetz sie womöglich in die Obdachlosigkeit abdrängt. Und für diejenigen, die ihre Wohnungen aufwändig abgeschirmt haben, tut sich eine inhumane, oft geradezu als Folter empfundene Strahlen-Zumutung auf, weil die Schirmung die unerwünschte gepulste Strahlung – vielleicht im Standby – von innen reflektieren würde.

Wir fragen: Wie kann es sein, dass trotz der Krebswarnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2011 hinsichtlich der möglichen Gesundheitsschädigung durch Mobilfunkstrahlung und zahlloser Ärzte-Appelle der Staat diese umstrittene Technologie gegen den Willen vieler Bürgerinnen und Bürger in Privatwohnungen zwingen will?

Deshalb protestieren wir scharf gegen die bewusste Ignoranz biologischer und allenfalls sekundär psychischer, also gesundheitlicher Auswirkungen des Mobilfunks. Es geht hier um die Einhaltung von Grund- und Menschenrechten, die auch das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung umfassen. Wir fordern ein voraussetzungsloses Widerspruchsrecht für Mieter und Eigentümer und ein Recht auf analoge Zähler. [...]

Wie vernagelt die Münchener "Elektrosensiblen" sind, zeigt die in dem Textfragment gestellte Suggestivfrage, die ich mir erlaube zu beantworten. Derweil die Verfasser in ihrer Frage die Mobilfunktechnologie fälschlich mit der von Funkzählern gleichsetzen, beziehe ich mich in meiner Antwort auf den emissionstechnisch weitaus bdeutsameren Mobilfunk.

Zunächst ist festzuhalten, dass "der Staat" von den Mobilfunknetzbetreibern aus der Versteigerung der 5G-Lizenzen rd. 6 Mrd. Euro eingenommen hat, was auf Gigantomanie versessene Dimensionskünstler der Anti-Mobilfunk-Szene wohl mit 6000 Mio. Euro oder 600'000 Mio. Cent dramatisieren würden. Das Geld wurde an die Bundeskasse überwiesen, damit dürfen die Netzbetreiber die ersteigerten Lizenzen gemäß den Lizenzbedingungen auch nutzen. Darauf hätten die "Elektrosensiblen" mMn auch selber kommen können.

Die WHO hat 2011 auch keine Krebswarnung ausgesprochen, sondern elektromagnetische Felder von körpernah betriebenen Emissionsquellen mit der schwächsten (2B, "möglicherweise krebserregend") der ihr zur Verfügung stehenden Eingruppierungen des Krebsverdachts belegt.

Für die "Elektrosensiblen" scheinen Ärzte noch immer Halbgötter in Weiß zu sein. Nicht so für einen Wissenschaftler, der über das Know-how von Ärzten über Elektrosmog schrieb:

Es ist eher einzigartig, dass es einen derartig weit verbreiteten Widerspruch zwischen den Meinungen von Ärzten und der anerkannten nationalen und internationalen Risikobewertung gibt. Angesichts der Häufigkeit der Begegnung mit dieser Thematik zeigen die Ergebnisse einen dringenden Handlungsbedarf auf.

Womit wir auch die zahnlosen Ärzte-Appelle als belanglose Meinungsbekundungen zu den Akten legen können.

Richtig bleibt allein, die Mobilfunktechnologie (zurzeit besonders 5G) ist umstritten. Bei allen, die keine Ahnung von 5G haben. So umstritten wie etwa in den 1970-er Jahren der Sicherheitsgurt in Autos oder heutzutage üppiges Sonnenbaden unter UV-Lampen von Solarstudios. Auf der einen Seite stehen fachlich überforderte Laien, auf der anderen Seite stehen anerkannte Experten, die eindringlich auf die Vorteile der Gurte hinwiesen, vor häufigen Besuchen in Solarstudios warnen und ebenso eindringlich bekunden, von einer neuartigen Gefährdungslage durch 5G könne bei den jüngst versteigerten 5G-Frequenzen keine Rede sein. Das Theater um 5G erinnert stark an die Anfeindungen, die der Blitzableiter im 18. Jahrhundert über sich ergehen lassen musste. Damals war die Kirche maßgeblich am Widerstand gegen die "Ketzerstangen" beteiligt, heute ist es ein bunt zusammengewürfeltes Bündnis aus Wutbürgern, Spinnern, Geschäftemachern, Pseudowissenschaftlern, Staatsfeinden und Profilneurotikern, die sich mit bemerkenswerter Inbrunst an 5G abarbeiten.

Statt sich seit 30 Jahren erfolglos um politisch ungelegte Eier zu kümmern, sollten die "Elektrosensiblen" das alberne und leicht zu durchschauende Spielchen mit der Ablenkung endlich aufgeben und sich einzig und allein darum bemühen, ihr existenzielle Kernfrage zu lösen – bevor es andere tun: Ist "Elektrosensibilität" die unerwünschte seltene Eigenschaft eines Menschenkörpers oder ist sie eine seltene Erkrankung der Psyche von Betroffenen? Die Wissenschaft tendiert zuletzt klar in Richtung Psyche. "Elektrosensible" ignorieren diese Entwicklung sträflich, sie ziehen es vor, wegen der völlig belanglosen Funkimmission von Funkzählern "scharf zu protestieren" und andere Scheingefechte zu führen, die bislang ausnahmslos verloren gingen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Elektrochonder, Alternativmedizin, Aerzteappell, Aerztearbeitskreis, Meinungsbekundung


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