Franz Adlkofer auf Rubikon: drehen bis es passt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 26.05.2020, 12:15 (vor 390 Tagen) @ H. Lamarr

Alexander Lerchls dritte Irreführung besteht in dem Versuch, die Ergebnisse der inzwischen weltweit bekannten amerikanischen NTP-Studie als unglaubwürdig darzustellen (8) — ein Vorgehen, bei dem er auf seine beträchtliche Erfahrung als Verleumder zurückgreifen konnte (5). In dieser Studie wurde bei männlichen Ratten, die zwei Jahre lang der Mobilfunkstrahlung ausgesetzt waren, ein signifikanter Anstieg von Tumoren in Herz und Hirn festgestellt. Dass Hirntumore aufgetreten sind, unterschlägt Alexander Lerchl in seinem Vortrag. Dafür behauptet er, dass die bestrahlten Ratten wesentlich länger lebten als die nicht-bestrahlten Kontrolltiere — so als ob er seinen Zuhörern sagen wollte, dass die Mobilfunkstrahlung Leben verlängert. Auch diese Behauptung ist wahrheitswidrig. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Überlebensrate zwischen den männlichen Kontrollratten und den Strahlen-exponierten männlichen Ratten mit dem höchsten Vorkommen an Hirn- und Herztumoren. Bei keinem einzigen Kontrolltier wurden Gliazellhyperplasien, das heißt die Vorstufen von Hirntumoren, oder Herztumore festgestellt, während bei den bestrahlten Ratten Gliazellhyperplasien bereits in der 58. Woche und Tumore im Herz bereits in der 70. Woche nachzuweisen waren (8).

Als Tabaklobbyist war es Adlkofers Kunst, die Öffentlichkeit über die Risiken des Rauchens zu verunsichern. Die Tabakindustrie danke ihm seinen erfolgreichen Einsatz mit anerkennenden Worten.

In der oben zitieren Textpassage blitzt Adlkofers Know-how im Vernebeln wieder auf.

Lerchl zeigt in dem Video eine Grafik aus der klar hervorgeht, die befeldeten Versuchstiere lebten länger als die unbefeldeten Kontrolltiere. Adlkofer widerlegt nun nicht etwa diese Grafik, sondern pickt sich aus den zahlreichen Befunden der NTP-Studie einen einzigen heraus (höchstes Vorkommen an Hirn- und Herztumoren), bei dem die bestrahlten Ratten (angeblich) nicht merklich länger lebten als die Kontrolltiere. Um davon abzulenken, bringt er zusätzlich Gliazellhyperplasien ins Spiel, was im Kontext (Überlebensrate) jedoch ohne Belang ist.

Die Grafik, die Lerchl in dem Video zeigt, zeigte anlässlich der BioEM 2016 der NTP-Studiendirektor Dr. Michael Wyde einem staunenden Publikum. Aus dieser Grafik ist zweifelsfrei ersichtlich, dass die bestrahlten Tiere die Kontrolltiere um bis zu zehn Wochen überlebten. Doch die Grafik zeigt nur die Überlebensraten männlicher Ratten unter GSM-Befeldung. Wie aber sieht es mit UMTS-Befeldung (CDMA) und bei weiblichen Ratten aus? Kein Problem, in dieser Präsentation von Wyde sind auch diese Überlebensraten ersichtlich. Sogar Laien können anhand der Grafiken erkennen, dass im Allgemeinen die Kontrolltiere früher starben als die exponierten Tiere. Nur in einem von zwölf Expositionsversuchen war dies deutlich anders: Unter stärkster CDMA-Befeldung (6 W/kg) überlebten männliche Ratten die Kontrolltiere nicht, allerdings trifft auch dies nur in einem zeitlich begrenzten Abschnitt der 105 Wochen dauernden Exposition zu (siehe Grafik auf Seite 18 der Präsentation). Diesen "Ausreißer" von der Regel pickt sich Adlkofer heraus, um Lerchl "Wahrheitswidrigkeit" zu unterstellen.

Wer jetzt der "Böse" ist mag jeder selbst beurteilen.

Hirntumoren hat Lerchl mit Blick auf die NTP-Studie nicht unterschlagen, wie Adlkofer behauptet, sondern er sagt, NTP habe diesbezüglich keinen signifikanten Befund gezeigt. Das BfS weiß zu diesem NTP-Befund Genaueres zu berichten:

Gehirn: Bei männlichen Ratten wurden erhöhte Inzidenzen maligner Gliome in allen exponierten Gruppen im Vergleich zur Kontrolle bei GSM-Modulation [...] und ein signifikanter Trend mit zunehmender Exposition bei CDMA-Modulation [...] gefunden. Bei weiblichen Ratten traten nur in wenigen Expositionsstufen Erhöhungen der Inzidenzen maligner Gliome [...] auf, die alle nicht signifikant waren.

Erhöhte Inzidenzen einer Hyperplasie der Gliazellen (mögliche Krebsvorstufe des malignen Glioms) traten in den meisten exponierten Gruppen beiderlei Geschlechts auf, diese waren jedoch nicht signifikant.

Aus dem Text des BfS geht für mich nicht klar hervor, wer denn nun recht hat: Adlkofer, der von einem signifikanten Anstieg der Hirntumoren bei der NTP-Studie redet oder Lerchl, der eben diese Signifikanz bestreitet.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Entwertung, Adlkofer, Irreführung, Verleumdung, Ratten, NTP-Studie, Spaltung, Rubikon, Schlachtplan


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