Die Tricks von Diagnose-Funk: Auf vielfachen Wunsch von BIs (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 05.04.2020, 23:22 (vor 378 Tagen) @ H. Lamarr

Der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk will unbedingt wahrgenommen werden, sucht deshalb als selbsternannte "Umwelt- und Verbraucherorganisation" mit allen Mitteln Wege in die Öffentlichkeit und geht dazu auch verschlungene Pfade. Zum Beispiel über das dubiose Internetprojekt Extrem News der Trutherszene, wie hier zu sehen ist. Aus meiner Sicht eher ein Armutszeugnis für den Verein. Was sich auf dem Portal wie ein Bericht von Extrem News über einen Vortrag von Peter Hensinger in Freiburg liest, ist in Wahrheit ein Text, den Diagnose-Funk selbst verfasst und bei dem Portal eingereicht hat. Warum der Verein acht Monate und zwei Wochen benötigte, um einen Mitschnitt dieses belanglosen Vortrags öffentlich zu bewerben, will ich gar nicht wissen. Ich könnte mir vorstellen, der Verein kramte das alte Video hervor, weil er derzeit wegen Corona-Kontaktverbot live zum Schweigen verurteilt ist. Ganz sicher geschah dies nicht wie behauptet "auf vielfachen Wunsch von Bürgerinitiativen", denn wer sollte sich schon quälend lange 1:35 Stunden dafür interessieren, was ein gelernter Drucker im Ruhestand über die biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung zu erzählen weiß? In wem nur ein Funke Medienkompetenz glüht, der weiß seine Zeit besser zu nutzen. Dass in Freiburg dennoch laut Diagnose-Funk "über 300 BesucherInnen" (also 301 :-)) dem Drucker zuhörten ist leicht zu erklären: Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Da seinerzeit in Freiburg Bürgerinitiativen fleißig Woche für Woche gegen 5G hetzten, ist es den 301 BesucherInnen nicht zu verübeln, wenn sie den bequemen Weg gewählt haben, sich von einem Dilettanten "informieren" zu lassen, statt den steinigen Weg zu gehen, sich selbst bei kompetenten Quellen kundig zu machen. Aber: 228'843 Freiburger besuchten Hensingers Vortrag nicht. Gut so, dies rettet die Ehre der Breisgauer Hauptstadt.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, wie ein missionarischer Eiferer seine autodidaktische Sicht auf biologische Wirkungen der Mobilfunkstrahlung anderen Laien vermittelt, kann es sich mit einer Flasche Bier oder einem Glas Wein vor dem Monitor gemütlich machen und das Video starten. Mein Tipp: Kein Wort glauben, sondern sich an die Schmerzgrenze herantasten, dann stoppen und die eine oder andere Behauptung Hensingers mit kritischer Internetrecherche auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen. Dies sollte zu dauerhafter Immunität gegen jede Form von Gehirnwäsche mit Mitteln des Populismus führen. Doch machen wir uns nichts vor: Populisten sind erfolgreich, weil sie Sachverhalte grob vereinfachen und dabei in ihrem Sinne verzerren. Die Mobilfunkdebatte aber ist nicht einfach zu durchschauen.

Hintergrund
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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Freiburg, Hensinger, Trick, Aufmerksamkeit, 5G-Tea-Party, Dilettant, Trutherszene


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