Swisscom nimmt Reimanns Anliegen ernst (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Samstag, 10.03.2018, 14:38 (vor 442 Tagen) @ Gast

In einer Stellungnahme wehrt sich Swisscom gegen diesen Vorwurf. «Wir nehmen Frau Reimanns Anliegen ernst ...»

Absurdes bereitwillig öffentlich ernst nehmen, das ist aus meiner Sicht ein folgenschwerer Fehler und mit ein Grund dafür, warum der Ständerat am 5. März gegen die Lockerung der Grenzwerte entschieden hat. Möglicherweise genießt Frau Reimann jedoch nur Privilegien wegen der politischen Rolle ihres Vaters in der Schweiz. Nationalrat Reimann ist der Lobbyist seiner Tochter, er versuchte mit einem Brief an den Ständerat dessen Entscheidung in Richtung "keine Lockerung der Anlagegrenzwerte" zu modellieren. Ob diese Intervention ausschlaggebend war weiß niemand, Tatsache ist, die 45 Mitglieder des Ständerats stimmten mit 1 Stimme Mehrheit gegen die Lockerung, wobei in den Redebeiträgen unmittelbar vor der Abstimmung erschreckende Kenntnisdefizite bei einigen Räten deutlich wurden.

Die Floskel "wir nehmen die Ängste und Sorgen der Bürger ernst" begleitet mich seit 2002, seit meinem Beitritt zur Mobilfunkdebatte. Anfangs noch strammer Mobilfunkgegner glaubte ich derartigen Beteuerungen. Nach ein paar Jahren aber war klar, es handelt sich dabei nur um Lippenbekenntnisse. Niemand nimmt Mobilfunkgegner (wirklich) ernst, ausgenommen andere Mobilfunkgegner. Nun muss man Mobilfunkgegner im Gegenzug vielleicht auch nicht gnadenlos verspotten, sondern einfach nur ihre Argumente immer wieder neu öffentlich auseinander nehmen. Dann löst sich der Popanz, der aus der Flasche kroch, über kurz oder lang in Luft auf. Unbeteiligte (Zeitungsleser) kriegen von alledem jedoch nur hier und dort einmal Bruchstücke aus den Medien mit, richtige Schlüsse lassen sich aus diesen Bruchstücken schwerlich ziehen. Dann aber kann es passieren, dass solche unglücklichen Botschaften hängen bleiben wie «Wir nehmen Frau Reimanns Anliegen ernst ...». Dass Swisscom nicht Frau Reimann ernst nimmt, sondern nur ihr Anliegen, eine solche Unterscheidung dürfte ein flüchtiger Leser kaum machen, dieser merkt sich stattdessen: Sogar Swisscom bestreitet nicht die Existenz von Elektrosmog-Kranken.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS, Lobbyismus, Popanz, Swisscom, Reimann, Lippenbekenntnisse


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