Helsinki-Appell: kalte Blamage für das hese-Projekt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.02.2017, 12:02 (vor 1021 Tagen) @ H. Lamarr

Die erwähnten sechs Appelle und Initiativen waren ...

Da muss ich noch einmal nacharbeiten, denn es gibt deren Appelle und Resolutionen noch ein paar mehr. Substanzielle Änderungen erwarte ich von einer Aktualisierung jedoch nicht, denn es zeichnet sich schon ab, dass es abgesehen von den "Eintagsfliegen" eben doch nur immer wieder dieselben sind, die sich öffentlich laut zu Wort melden und immer wieder dieselben Bedenken zum Vortrage bringen.

Einer dieser von mir bislang nicht ausgewerteten Appelle ist der Helsinki-Appell aus dem Jahr 2005. Irgendwie meinte seinerzeit das hese-project, sich für diesen Appell stark machen zu müssen. Doch wer heute bei hese danach forscht, stößt nur auf eine magere Liste von "Erstunterzeichnern", die hese bei elektrosmognews verscharrt hat. Von Zweitunterzeichnern fehlt jede Spur. Und den Appell selbst hat hese diskret verschwinden lassen. Warum? Weil der Text, der noch auf elektrosmognews-Gründer und hese-Geburtshelfer Jörg W. zurückgeht, an Dilettantismus kaum zu überbieten ist. Dazu muss man wissen: Jörg W. ist Fremdsprachenübersetzer, er hat lediglich das englische Original aus Finnland im Auftrag von hese übersetzt. Von dem ominösen "EMF-team Finland", auf dessen Konto das Original geht, wurde nie wieder etwas gehört, gleichwohl wurde die einbeinige Sau (Helsinki-Appell) damals quer über den Globus durch die Dörfer der Mobilfunkgegner getrieben, auch das IZgMF war am Treiben beteiligt.

Mit dem Helsinki-Appell wollte hese die Abgeordneten des Europäischen Parlaments belästigen und schrieb am 1. Januar 2005 möglicherweise unter Alkoholeinwirkung einer durchzechten Silvesternacht und unter anderem (inklusive aller orthografischen Eigenheiten):

Wir appellieren an Sie als ein Mitglied des Europäischen Parlaments, sofort für die Festlegung neuer Sicherheitsstandards in der Europäischen Union einzutreten.

Desweiteren ist die REFLEX-Studie (Risk evaluation of potential environmental hazards from lowenergy electromagnetic field (EMF) = Risikobewertung potentieller Umweltgefahren durch Strahlungsexposition energiearmer elektromagnetischer Felder mittels sensitiver invitroVerfahren) von grosser Bedeutung, die von 12 Forschungsgruppen europäischer Universitäten und anderer Organisationen durchgeführt wurde.

Die REFLEX-Studie wie [sik!] beispielsweise gentoxische Effekte durch Mobilfunkstrahlung nach. Die EU hat das REFLEX-Projekt teilweise finanziert. Die REFLEX-Studie wurde von wissenschaftlichen Zeitschriften weder publiziert noch nachfinanziert. Es ist absolut erforderlich, dass das REFLEX-Projekt weitergeführt wird. Das Projekt sollte jedoch mehr auf die athermischen Effekte konzentriert werden, und es sollten die Forscher beteiligt werden, die bereits auf dem Gebiet der biologischen athermischen Effekte tätig sind. Die Europäische Union sollte sofortige Maßnahmen einleiten, um das NEUE REFLEX-Projekt zu finanzieren.

Franz Adlkofer hatte keine Bedenken, diesen Stuss zu unterzeichnen. Auch nicht ein gewisser ...

Volker Schorpp, physician, Breligheim, Germany ...

der in Wahrheit kein Mediziner ist (physician), sondern Physiker, und der auch nicht in Breligheim zuhause ist, sondern in Bietigheim, das – seufz, Treffer! – immerhin in Germany liegt.

Was das NEUE REFLEX-Projekt hätte werden sollen, darüber lässt sich nur spekulieren. Denkbar ist, dass Franz Adlkofer selbst den Helsinki-Appell über Strohleute in Finnland eingetütet hat, um seinem Reflex-Nachfolgeprojekt "Mophorad" in Brüssel den Weg zu ebnen. Sollte das der Plan gewesen sein, ging dieser gründlich schief: Denn a) blieb der dilettantische Helsinki-Appell im Rohr stecken und b) erhielt Mophorad 2008 nicht den Zuschlag durch die EU-Kommission. Ob dieser Pleite hegt & pflegt Franz Adlkofer seither das Gerücht von einer dunklen Verschwörung, die ihm den strahlenden Erfolg mit Mophorad versaut habe. Tatsächlich wurde von den Gutachtern der EU lediglich ein anderes Projekt (MobiKids) höher bewertet. Überraschend wäre, dass Adlkofer bereits Anfang 2005 versuchte, sein Reflex-Nachfolgeprojekt zu protegieren, damals war noch nicht einmal die umstrittene Wiener Reflex-Studie (Diem et al.) publiziert. Nicht überraschend ist, dass Adlkofer sich die Dienste von hese sicherte, hese ist noch heute ein Adlkofer-Sprachrohr, die spätere Alternative (Diagnose-Funk) machte 2005 noch in die Windeln.

Liest man sich den bescheuerten Helsinki-Appell aus der Sturm-&-Drang-Zeit der Anti-Mobilfunk-Szene heute durch, wird einem schnell klar, warum hese – sonst nicht zimperlich – diesen peinlichen Ausrutscher, der auffällig zugunsten des Reflex-Koordinators Franz Adlkofer ausgefallen ist, hat verschwinden lassen. Unklar ist, warum hese-Nachfolger Diagnose-Funk so grausam ist, die Blamage für hese weiterhin im Netz zur allgemeinen Belustigung feilzubieten, nicht nur als PDF, wie oben verlinkt, sondern auch als HTML-Seite.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Appell, Erstunterzeichner


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