Keine Baumschäden am IZgMF-Antennenstandort (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 03.09.2016, 13:44 (vor 2172 Tagen) @ H. Lamarr

Das Beste wird wohl sein, den Baum jetzt erst einmal eine zeitlang zu beobachten und weitere Informationen zu sammeln.

Im Mai 2012 war der Baum erstmals wegen der kahlen Astspitzen aufgefallen und wurde so zum Anlass für das beunruhigende Startposting. Im Archiv habe ich dazu ein bislang noch nicht veröffentlichtes Foto gefunden, das den Baum und seine Position zur Antenne verdeutlicht.

Besagter Baum am IZgMF-Antennenstandort, Foto vom 27. Mai 2012
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Im Mai 2014 sah der Baum dann richtig schlimm aus, Frau Dr. med. Waldmann-Selsam wäre entzückt gewesen, sie hätte ihn garantiert ihrer Bildersammlung einverleibt:

Derselbe Baum am IZgMF-Antennenstandort, Foto vom 6. Mai 2014
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Man muss kein Baumpathologe sein, um dem Baum die Diagnose schwerster Schäden zu bescheinigen, der radiale Transparenzgradient des Gehölzes ist wegen durchgängiger Freiluftbedingung im Geäst kaum noch messbar.

Doch da dieser Baum von unserem Wohnzimmer aus nicht in unmittelbarer Blickrichtung liegt, so wie der Testbaum unserer Langzeitbeobachtung, gerät er immer wieder in Vergessenheit und wird nicht regelmäßig fotografiert. Neulich aber war es wieder einmal so weit, als ich mich am 27. August 2016 des Gebrechlichen erinnerte, traute ich meinen Augen nicht:

Derselbe Baum am IZgMF-Antennenstandort, Foto vom 27. August 2016
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Der vermeintlich Todgeweihte zeigte mir die Nase, erstrahlte in sattem Grün, von kahlen Astspitzen oder schütterer Baumkrone ist nichts mehr zu sehen.

Die Ursachen der unerwarteten Genesung sind mir nicht bekannt. Möglicherweise war der Baum gar nicht krank, sondern wurde lediglich vor Einsetzen seiner vollen Vegetationsperiode, die später einsetzt als bei anderen Bäumen der Umgebung, von mir fotografiert. Die Fotos des augenscheinlich kranken Baums entstanden alle im Mai, das Foto des augenscheinlich gesundeten Baums hingegen im August.

Diese Beobachtung setzt die Bildersammlung der Wanderärztin Waldmann-Selsam in ein ungünstiges Licht, denn offensichtlich genügt es schon, zum "richtigen" Zeitpunkt auf den Auslöser zu drücken, um eigentlich gesunde Bäume als Schwerkranke abzubilden. Das Problem ist, dass Waldmann-Selsam und ich von Bäumen nichts verstehen und uns deshalb nur allzu leicht Fehldeutungen unterlaufen, die einem Botaniker nur ein müdes Lächeln entlocken können.

Wer genau hinschaut kann eine Veränderung bei den Antennen erkennen. Seit der Hochrüstung auf GSM-UMTS-LTE-Kombiantennen ist der Downtilt der Antenne, die dem Baum zugewandt ist, deutlich größer. Die Krone des Baum gerät damit zusehens in den Hauptstrahl der Antenne. Was meinen Sie, Frau Waldmann-Selsam: Ist der Baum vielleicht deshalb gesundet? Wie dem auch sei, die Situation bei diesem Baum ist inzwischen nicht weniger spannend, als bei unserem erklärten Testbaum. Ich werde mich künftig mehr um den Neuzugang kümmern, um auch dessen Befinden auf Dauer zu dokumentieren.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Hauptstrahl, Hintergrund, Baumschäden, München, Baumsterben, Testbaum


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