Mobilfunk in Tamm: Großer Wasserturm gefahrlos zu besteigen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 21.08.2016, 15:52 (vor 2838 Tagen) @ KlaKla

Laut EMF-Datenbank, ist in der Junkerstraße, Tamm, aber nur ein Standort (Standortbescheinigungs-Nr.: 720361 Datum der Erteilung: 21.04.2016). Demnach gibt es auf dem kleinen Turm nichts mehr.

[image]Du bist auf der falschen Spur, du betrachtest den Wasserturm im Industriegebiet. Die beiden Türme, um die es hier geht, stehen aber in der Ulmer Str./Tübinger Str. Die EMF-Datenbank der BNetzA weist dort aus, dass alle Antennen in 24 bis 26 Meter Höhe sind [Stand: 21.08.2016]. Da der kleine Wasserturm laut Wikipedia 22 Meter hoch ist, der große jedoch 61 Meter, besagen die Angaben der BNetzA: Die Antennen sind offensichtlich auf dem Dach des kleinen Turms. Doch auf dem Dach des großen ist ebenfalls viel Funktechnik zu erkennen - auch Mobilfunk. Dass diese Antennen nicht in der EMF-Datenbank der BNetzA auftaucht (erkennbar am Fehlen von Montagehöhen von 60 Metern und höher, Stand: 21.08.2016), ist aus meiner Sicht ein beträchtlicher Fehler in der Datenbank, der für die Betrachtung hier jedoch keine Rolle spielt.

Damit sieht es jetzt so aus, dass der kleine Turm den Fuß des großen "bestrahlt". Durch eben diesen Fuß müssen Besucher jedoch den großen Turm besteigen, das heißt, auf ungefähr halber Höhe geraten Besucher mitten in den Hauptstrahl einer oder mehrerer Antennen des kleinen Turms. Ob überhaupt und wenn ja welche Antenne den Fuß bestrahlt, lässt sich mit der IZgMF-Winkelscheibe bestimmen. Doch selbst bei diesem Szenario droht keine Gefahr.

Die Mittelachsen beider Türme liegen 20 Meter auseinander, der maximale horizontale Sicherheitsabstand der Antennen beträgt jedoch nur 4,38 Meter. Heißt: Selbst bei einer Außentreppe am großen Wasserturm wären Besucher noch recht weit außerhalb des Sicherheitsabstands. Der Turm hat jedoch eine Innentreppe, was wiederum bedeutet: Zwischen Besuchern und Antennen ist nicht nur Luft, sondern eine dicke Barriere aus Stahlbeton, der EMF ziemlich gut dämpft.

Sollte dieses Szenario jetzt das richtige sein, können Besucher unbesorgt den großen Turm besteigen, ohne dass die Mobilfunk-Station abgeschaltet werden muss. Eltern in Tamm mit einem anonymen Brief unnötig Angst einzujagen, halte ich für infam. Die Idee des Bürgermeisters, die Mobilfunkantennen immer dann stillzulegen, wenn Besucher den großen Wasserturm besteigen, halte ich für abwegig.

Hintergrund
IZgMF-Winkelscheibe

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Sicherheitsabstand, BNetzA, Wasserturm, Dämpfung, infarm


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