Kein Krebsrisiko: Simon Chapman vs. Llloyd Morgan (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 09.05.2016, 12:58 (vor 1806 Tagen) @ charles

Die Vollständigkeit halber, es gibt auch andere Kommentare:
Na ja, Statistiken und Interpretationen.

From Lloyd Morgan, the Environmental Health Trust:

Womit wir als Zaungäste der Wissenschaft wieder einmal in den Abgrund der Zweifel fallen, wer denn nun eigentlich recht hat: Chapman oder Morgan?

Um es vorweg zu nehmen: Ich finde diese Auseinandersetzungen prinzipiell in Ordnung und sehe sie wie Zeugenaussagen vor Gericht. Aber: Die Zaungäste mit diesen widersprüchlichen Aussagen allein zu lassen, halte ich nicht für zielführend, es muss von einer möglichst neutralen Instanz am Ende ein "Urteil" gesprochen werden. Üblicherweise erledigen diesen Job die wissenschaftlichen Fachkommissionen, die regelmäßig den Kenntnisstand der EMF-Forschung bewerten und die "Zeugenaussagen" gegeneinander abwägen sollten. So zumindest stelle ich mir das als Zaungast vor, um aus der lähmenden Stagnation zu entkommen, die aus der systematischen gegenseitigen Entwertung von Studien resultiert.

Problematisch ist die große Verzögerung, die bis zu den "Urteilen" der Kommissionen verstreicht. Zaungäste haben keine Geduld, monate- oder jahrelang zu warten, sie sind häufig schon weit weg, wenn die "Urteile" dann endlich hereintrudeln. Wenn es gelänge, diese Lücke sauber zu schließen, wäre dies mMn sehr hilfreich. Einen unsauberen Lückenschluss gibt es schon: Diagnose-Funk versucht mit unseriösen Methoden (sogenannten Studienrecherchen) die Deutungshoheit über Studien zu erlangen, noch bevor seriöse Kommissionen überhaupt den Mund aufmachen können. Fachleute fallen auf die Tricks des Vereins zwar nicht herein, Laien und für Populismus anfällige Politiker aber schon.

Für Chapman spricht aus meiner Sicht, dass er in der Schlacht um das Risiko Mobilfunk bislang nicht Partei ergriffen hatte, ich sehe ihn daher als ergebnisoffenen neutralen Forscher ohne Fraktionszwang. Ganz anders Lloyd Morgan: Er ist seit langem als Mobilfunkgegner bekannt und er greift regelmäßig Studien an, die kein EMF-Risiko melden. Studien die ein EMF-Risiko melden, lässt er in Ruhe, egal wie gut/schlecht sie sind. Das macht Lloyd Morgan für mich nicht erstklassig, er handelt offensichtlich unter Fraktionszwang und hat seine Ergebnisoffenheit verloren. Vielleicht haben auch Wissenschaftler ein Verfallsdatum, nach dessen Ablauf sie sich besser anderen Themen zuwenden sollten, wo sie noch nicht so verbissen und festgefahren sind.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Politik, Diagnose-Funk, Täuschung, Populismus, Deutungshoheit, Chapman, Studienrecherche


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