Baumschäden durch Mobilfunk, mal wieder ... (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 26.07.2015, 15:23 (vor 1594 Tagen)

Im Gigaherz-Forum machen sich zwei "Baumexperten" daran, das alberne und eigentlich abgefrühstückte Thema "Baumschäden durch Mobilfunk-Basisstationen" mit ernster Attitüde in den Vordergrund zu turnen. Mal wieder.

Den Anfang machte Teilnehmer "GöttingerSieben" mit darbendem Wein an den Fassaden der Uni Göttingen, ihm beispringen tut Teilnehmer "HKB" mit üblichen Bildern kranker Bäume, wie sie von einigen Mobilfunkgegnern wie YuGiOh-Karten gesammelt werden. Das Ganze teils dargereicht mit wissenschaftlich klingenden Begrifflichkeiten wie "radialer Transparenzgradient sehr gering", die anscheinend geballte Kompetenz vermitteln sollen.

Die beiden Teilnehmer geben sich alle Mühe seriös zu wirken. Zum Beispiel "GöttingerSieben" mit dem folgenden Hinweis, dass angeblich sogar echte Profis ratlos sind:

Für die häufig beobachtete inhomogene Schadensverteilung in den Baumkronen (s. Punkt 7 im Schreiben der Ärzteinitiative an Wissenschaftler der LMU München vom 12.02.15: http://www.gigaherz.ch/wp-content/uploa ... Selsam.pdf) hatten befragte Botaniker keine Erklärung.

Da ich weiß, dass Mobilfunkgegner liebend gerne manipulieren, indem sie z.B. Sätze aus dem Zusammenhang reißen oder Zitate verfälschen, bezweifle ich die Behauptung über die Botaniker in der dargelegten Form. Außerdem stellt sich die Frage, woher "GöttingerSieben" über den Inhalt einer Antwort der LMU an Frau W-S Bescheid wissen will. Publiziert wurde eine Antwort nicht, "Göttinger Sieben" sollte daher entweder mit Frau W-S identisch sein oder zu deren Klüngel organisierter Mobilfunkgegner gehören.

"HKB" möchte mit leisen Selbstzweifeln das Bild vom ergebnisoffenen Mobilfunkgegner zeichnen:

Ungleichmässigkeit der Kronengestalt und Immssionsrichtung entsprechen sich. Ein Ursachenbeweis ist allein hierdurch nicht gegeben. Welche Faktoren könnten eine solches Bild verursachen?

Weitere Details erspare ich mir, die grundsätzliche Vorgehensweise von "GöttingerSieben" und "HKB" ist hinlänglich von den drei bekannten "Baumexperten" der Anti-Mobilfunk-Szene überliefert, zu nennen wären Volker Schorpp (Physiker), Helmut Breunig (Kindergartenbetreiber, gelernter Forstwirt) und Cornelia Waldmann Selsam (Allgemeinärztin). Alle drei sind eigener Einschätzung zufolge "elektrosensibel".

Seit 2006 gehört die These "Mobilfunk macht Bäume krank" zum Standardrepertoire von Mobilfunkgegnern, es ist ja auch zu einfach, sich von einschlägig bekannten Webseiten diese Behauptung abzugreifen. Durchsetzen aber konnte sich die These zu keiner Zeit, auch nicht bei allen Mobilfunkgegnern. Zu groß sind die Vorbehalte, die gegen diese These sprechen. Nachfolgend in Stichpunkten die wichtigsten Vorbehalte, die mir spontan eingefallen sind:

Für mich sind die in regelmäßigen Abständen, gerne in der Sauregurkenzeit, hoch gekochten Baumbeobachtungen von Mobilfunkgegnern nur Mittel zum Zweck, um die Bevölkerung zu beunruhigen und Ängste gegenüber Funkwellen im Unterbewußtsein zu verankern. Ob dies geschieht, um echte Sorge zum Audruck zu bringen, um sich wichtig zu machen und Aufmerksamkeit zu bekommen, oder ob damit eine Förderung der Ertragslage diverser Branchen beabsichtigt ist, die mit der Angst gegenüber Funk gute Geschäfte machen, lässt sich pauschal nicht sagen.

Hintergrund
Langzeitexperiment: Keine Baumschäden im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen
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Das BfS und die Baumschäden
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Prof. Karl Richter und sein Märchen vom toten Buchenwald

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Waldmann-Selsam, Göttingen, Kausalzusammenhang, These, Breunig, Baumkasuistik, Sommerloch, Baumsterben, Baumkrone, unabhängige Forschung


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