EMF Summit: Gipfel der Unverschämtheit (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 01.09.2014, 23:18 (vor 1997 Tagen)

Mit freundlicher Mitwirkung von "Charles" bin ich auf den EMF Summit (EMF Gipfel) aufmerksam geworden, der in USA von einer weichgezeichneten Gesundheitstante namens Alison Heath veranstaltet wird.

Die Frau schwafelt und wer sich dort anmeldet - bekommt nicht etwa gratis eine Online-Eintrittskarte, sondern geschriebenes Geschwafel von Alison um die Ohren gehauen. Ganz ungeniert zwitschert sie einem, man dürfe jetzt eine ganze Reihe Mails mit hilfreichen Videos erwarten:

You can expect periodic emails with helpful videos to keep you informed on proven health strategies as well as timely information so you won't miss the launch date of our upcoming summit... just in time for the change of season.

Damit ist mMn klar: Alisons wichtigstes Ziel, das Sie mit der hübsch gemachten Website verfolgt, ist das Abfischen von Mailadressen, damit Sie die Leute mit Ihrem Zeugs erst zuschwallen und ihnen dann irgendein Produkt andrehen kann. Wie ich das sehe hat Alison es auf potentielle Teilnehmer von Kaffeefahrten abgesehen.

So recht schlau werde ich aus diesem angeblichen Gipfeltreffen allerdings nicht, denn es scheint sich lediglich um eine Serie von Videobotschaften der Referenten zu handeln, die unvorsichtigen E-Mail-Preisgebern in der Zeit vom 2. September bis 9. Dezember die Postfächer verstopfen.

Und was soll man bloß zu diesen Referenten sagen, ich ersparen mir dazu einen Kommentar. Nur dies: Wer von Stetzer-Filtern begeistert ist, kann am 16. September Dave Stetzer höchstselbst erleben.

Alison plaudert den üblichen Stuss über Elektrosmog, sie muss es, denn es ist ihr Geschäftsmodell. Ab Minute 1:20 verbreitet sie z.B. vergnügt die unsägliche Prognose von Hallberg/Oberfeld, derzufolge 2017 jeder zweite Mensch Elektrosensibilität durchmachen müsse. Bei Alison wird - hoppeldihopp - 2020 draus, weil bei derzeit weltweit vielleicht 842 EMF-Phobikern die Diskrepanz zu den schon für 2017 prognostizierten rd. 4 Mrd. Betroffenen nicht ganz so einfach zu erklären ist. Nein, wirklich, bei kommerziell orientierten Mobilfunkgegnern darf man nicht kleinlich sein. Doch wer sich unter der verlinkten Quelle der Prognose die Achsenbeschriftung von Bild 1 anschaut, erkennt schnell womit Alison überfordert wurde.

Kommentar: So wie das bei Ebbe zurückflutende Meer Sandbänke und Untiefen zum Vorschein bringt, treten mit dem Wegbrechen der "echten" Bürgerinitiativen in der Anti-Mobilfunk-Szene die kommerziellen Interessen zunehmend deutlich hervor. Sie hatten sich noch vor zehn Jahren gut unter den Wirbeln verstecken können, die von BIs in größerem Umfang veranstaltet wurden. Jetzt aber ist der Boden blank, kaum noch etwas zum Verstecken da. Ich meine dies ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass die Profiteure der Szene so ungeniert auftreten wie nie zuvor.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Marketing, Kommerz, Internet-Währung, Adressen


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