Rückblick: Nach 7 min. EMF-Exposition setzte Tinnitus ein (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 17.11.2013, 13:24 (vor 2256 Tagen)

Am 8. Dezember ist es zehn Jahre her, dass ein gewisser "Ralf" im damals taufrischen IZgMF-Forum einen Kommentar abgab, und über seine "Elektrosensibilität" in einer Weise berichtete, die aus heutiger Sicht den Stillstand in der "Elektrosensiblen"-Szene dokumentiert.

Erfreulich sachlich schrieb "Ralf" schon 2003:

So konnte ich zwar in einer Doppelblindstudie die Strahlenbelastung eines Mobilfunksimulators anhand meines erhöhten Tinnitus 7 Minuten nach dem ersten Einschalten des Simulators feststellen, aber ich hatte in den folgenden Testphasen dann das Problem weitere Belastungen zu erkennen: die Erholungsphasen waren zu kurz - der Tinnitus kam nicht wieder auf sein Ausgangslevel zurück.

"Spatenpauli", seinerzeit voll auf Linie, wollte wissen, ob "Ralf" den Doppelblindtest an sich selbst vollzogen hat, um sich seiner "Elektrosensibilität" sicher zu sein. Dies wäre auch aus heutiger Sicht betrachtet höchst ungewöhnlich. "Ralf" antwortete:

Nein! Die oben genannte Reaktion wurde von mir während einer Doppelblindstudie, die natürlich unter wissentschaftlicher Aufsicht durchgeführt und dokumentiert wurde, festgestellt!

Was den Nachweis meiner Elekrosensibilität angeht, so habe ich das erst einmal für mich selber nachgewiesen. Ich habe dazu meine eigenen Methoden und Erfahrungen erarbeitet (wenn einem die Wissenschaft schon nicht hilft, dann muß man sich halt selber helfen). [...]

Das klingt alles ziemlich vernünftig und erweckt nicht den Eindruck von Effekthascherei, wie dies bei dem Vorzeige-EHS Uli W. der Fall ist. Mit Beiträgen wie dem von "Ralf" konnten "Elektrosensible" Bedenken wecken und einen nachdenklich stimmen. Warum sollte es nicht so sein, wie der glaubwürdige "Ralf" berichtet?

Zweifel an glaubwürdigen Schilderungen von "Elektrosensiblen" kamen bei mir nicht von heute auf morgen, sie wuchsen aufgrund vieler Widersprüchlichkeiten über Jahre hinweg bis der Punkt erreicht war, dass das anfängliche Vertrauen in Misstrauen umschlug. Das Vertrauen schwand im gleichen Maße wie das Wissen und die Erfahrungen zunahmen. Ein schweres Geschütz ist das 2004 eingerichtete EMF-Portal. Damit war es erstmals auch Laien möglich, Behauptungen von überzeugten Elektrosensiblen nachzugehen, eine Studie X oder Y hätte Nachweise für gesundheitsschädliche Wirkungen elektromagnetischer Felder geliefert. Regelmäßig fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die reklamierten Studien gab es tatsächlich, als Belastungszeugen aber taugten sie nicht, denn gemeldete Effekte traten z.B. erst weit über den Grenzwerten auf. Das hatten diejenigen, die mit diesen Studien wedelten, geflissentlich verschwiegen.

Um es kurz zu machen: Soeben habe ich im EMF-Portal nach einer Tinnitus-Studie gesucht, an der "Ralf" vor dem 8. Dezember 2003 hätte teilnehmen können. Gefunden habe ich keine.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Tinnitus, Rückblick, Belastungszeuge, EMF-Exposition


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