Bremer Elektrosensible sucht die Einöde (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 19.09.2013, 00:28 (vor 2564 Tagen) @ Gast

Radio Bremen hat sich am 12. November 2012 mit einem Artikel für die Anti-Mobilfunk-Szene ins Zeug gelegt. Hier ein Auszug, der stellenweise schlechten weil undistanzierten Journalismus deutlich macht:

Auch die Bremerin Kathleen Giersch ist elektrosensibel. Sie leidet unter Elektrosmog, berichtet sie. Ihren Job als Akrobatin hat sie gerade an den Nagel gehängt. Der Grund: Handys im Publikum, Bühnentechnik, Kassensysteme, die Kommunikationsmittel ihrer Künstlerkollegen – alles funktioniert drahtlos und strahlt elektromagnetisch.

Kathleen Giersch brach mehrfach zusammen. In letzter Sekunde halfen nur noch Elektroschocks, um ihr Herz wieder in seinen Rhythmus zu bringen. Ihr Leben stand in diesen Augenblicken auf Messers Schneide.

Handyempfang im Haus trotz Abschirmung

Um sich zu schützen, wurde ihr Haus mit einer Graphit-Farbe zur Abschirmung gestrichen. Unter dem Dach wurde ein Kupfergewebe angebracht, spezielle Silbervorhänge schützen die Fensterhöhlen, Kathleen Giersch wohnt wie in einem faradayschen Käfig. Und trotzdem hat sie vollen Handyempfang im Haus – weil auf einem Gebäude in der Nachbarschaft ein Mobilfunkmast steht.

Wir halten fest: Im November 2012 soll Frau Giersch ihren Job als Akrobatin an den Nagel gehängt haben.

Soso.

Tatsächlich hat Frau Giersch bereits mindestens 1 Jahr zuvor umgesattelt - auf Heilpraktikerin mit Naturheilpraxis. Und so leitet die "Elektrosensible" nun bei Patienten Schwermetalle nach der Methode Dr. Klinghardt aus, den Herren kennen wir ja schon. Dass sich eine (gemäß Selbstdarstellung) Diplom-Biologin mit alternativer Quacksalberei wie "Energetische Arbeit" oder "Psychokinesiologie" einlässt, ist schon erstaunlich. Noch erstaunlicher ist, dass auf der Website der Heilpraktikerin Giersch von "Elektrosensibilität" nichts zu finden ist, nicht mal Spuren davon.

Im Radio hinterlässt die blonde Mittvierzigerin mit rosigem Teint einen sympathischen und durchaus vernünftigen Eindruck, dennoch plant sie, dem Funk nach Mecklenburg-Vorpommern zu entfliehen. Gemäß dem Problemerhaltungssatz handelt sie sich mit dem Ortswechsel jedoch neuen Unbill ein: "Als Heilpraktikerin mitten in der Pampa, da kommt auch niemand!"

Meine Meinung: Und das alles nur, weil irgendjemand Frau Giersch vor sieben Jahren den Floh ins Ohr gesetzt hat, EMF könnte in ursächlichem Zusammenhang mit ihren körperlichen Beschwerden stehen. Statt Umzug ist aus meiner Sicht die Therapie bei einem qualifizierten Psychotherapeuten die bessere Lösung. Besser, weil dauerhaft.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Unseriös, Manipulation, Journalisten, Becker, Heilpraktiker, Klinghardt, Quacksalber, Pseudomedizin, Kinesiologie


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